Wer Mahlzeiten auslässt, wird schneller fett?


Es ist schon irgendwie paradox, dass die meisten übergewichtigen und fettleibigen Menschen für gewöhnlich Mahlzeiten auslassen, doch unter dem Strich macht es durchaus Sinn. Zumindest wenn man sich die Wissenschaft dazu ansieht. Man kann die diesbezüglichen Erkenntnisse auch sehr gut auf das Bodybuilding oder andere Sportarten anwenden, bei denen Gewicht und Aussehen eine Rolle spielen. Im nachfolgenden Artikel erfahrt ihr also, was Protein, Dopamin, Heißhungerattacken und Körperfett gemeinsam haben beziehungsweise wie es sich auf die Körperkomposition auswirken kann, wenn man zum Beispiel nicht frühstückt!

Was wir wissen: Menschen, die das Frühstück ausfallen lassen, essen pro Tag mehr Kalorien, obwohl sie eigentlich eine Mahlzeit auslassen. Zudem tendieren sie dazu, schlechtere Nahrungsmittel auszuwählen. Sie neigen sowohl zu süßem als auch zu kalorienreichem und fettigen Essen.

Doch warum ist das so und welches Frühstück erzielt einen gegenteiligen Effekt, durch den man alles unter Kontrolle hat und keine Fressattacken bekommt?

Werfen wir einen Blick auf Forschung und Wissenschaft!

Um die Fragen zu beantworten, führten amerikanische Forscher eine Studie mit pummeligen, jungen Frauen durch, die normalerweise ihr Frühstück ausfallen lassen.

Die Probandinnen wurden in drei Gruppen eingeteilt:

  • Frühstück mit insgesamt 350 Kalorien, das mit 13 Gramm nur relativ wenig Protein aus Milchprodukten enthielt.
  • Proteinreiches Frühstück mit insgesamt 350 Kalorien. Als Eiweißquellen dienten vor allem Eier und Fleisch.
  • Kein Frühstück.

Wenn es das Ziel ist Körperfett zu verlieren, dann kann ein proteinreiches Frühstück durchaus sinnvoll sein. Laut einer amerikanischen Studie senkt man damit den Heißhunger und erhöht gleichzeitig das Sättigungsgefühl.

Nach einer Woche wurden unter anderem Bluttests vorgenommen und Fragebogen ausgefüllt. Die Wissenschaftler sahen sich auch die Werte für HVA (Homovanillinsäure) an, die einen Index der zentralen Dopaminproduktion beschreiben. Daraufhin tauschten die einzelnen Gruppen innerhalb der weiteren Wochen des Experiments einige Male ihre Pläne.

Wie andere Studien bereits deutlich machten, erfuhren die Probanden ohne Frühstück im späteren Tagesverlauf mehr Heißhunger, was oftmals in einer zu hohen Kalorienaufnahme resultierte. 

Die Gruppe, die mit ihrem Frühstück 13 Gramm Protein aufnahm, wurde seltener von Fressattacken heimgesucht und hatte die Nahrungszufuhr besser unter Kontrolle.

In diesem Zusammenhang am besten schnitt die Gruppe ab, die 35 Gramm Protein zum Frühstück zuführte, was die Forscher schlussfolgern ließ, dass ein Frühstück mit viel Eiweiß im Kampf um das Körperfett eine wirkungsvolle Waffe sei.

Anzumerken ist jedoch, dass zwar beide Frühstücksgruppen die gleiche Anzahl an Kalorien aufnahmen, aber die Testpersonen mit höherem Proteinkonsum ein besseres Sättigungsgefühl und weniger Heißhunger hatten. Etwas Eiweiß zum Frühstück ist also gut, mehr scheint besser zu sein. 

Was die Studie aber von anderen dieser Art unterscheidet, ist das Einbeziehen von Dopamin. Der Neurotransmitter hilft dabei, das Belohnungszentrum im Gehirn zu kontrollieren und kann ebenfalls dazu beitragen, die Nahrungszufuhr durch die Stimulation eines belohnungsorientierten Essverhaltens zu regulieren.

Es ist schon weitläufig bekannt, dass übergewichtige Menschen eine abgestumpfte Dopaminreaktion aufweisen, was bedeutet, dass sie mehr essen müssen, um den Knopf für Belohnung zu drücken und eine gewisse Befriedigung feststellen zu können. Dieselbe gedämpfte Dopaminreaktion lässt sie zudem auf süße und fettige Nahrung ansprechen. Es ist fast wie bei einem Süchtigen, der immer mehr von etwas benötigt, um den gleichen Effekt zu erzielen.

In dieser neuen Studie konnten die Forscher zeigen, dass ein proteinhaltiges Frühstück die Dopaminsynthese anzuregen scheint, was in direktem Zusammenhang mit der Aminosäure Tyrosin zusammenhängen könnte. Im Grunde genommen isst man also Frühstück, um die Dopaminaktivität zu stimulieren, was dann im Umkehrschluss zu besserer Appetitkontrolle und weniger Fressattacken führt.

Letzten Endes kann man also sagen, dass ein proteinhaltiges Frühstück sich wohl für den Großteil der Menschen durchaus lohnen kann, auch wenn manche Personen es eventuell schaffen, ohne Nahrung am Morgen gute Ergebnisse zu erzielen. Die oben thematisierte Studie wurde wie gesagt an Frauen im Alter von 18 bis 20 Jahren durchgeführt, die ihre besten Ergebnisse mit 35 Gramm Protein am Morgen erzielten. Das bedeutet natürlich, dass ein Mann, der Gewichte im Gym bewegt, ein wenig mehr benötigt. Zwischen 50 und 60 Gramm können es je nach Körpergröße und -gewicht gut und gerne sein!


Quelle: t-nation.com/supplements/tip-skipping-meals-makes-you-fat
Referenzstudie:
Heather A Hoertel, Matthew J Will and Heather J LeidyEmail „A randomized crossover, pilot study examining the effects of a normal protein vs. high protein breakfast on food cravings and reward signals in overweight/obese breakfast skipping, late-adolescent girls“, Nutrition Journal, 2014

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