BCAAs noch effektiver in Kombination mit Taurin?


Kraftsportler, die BCAAs für eine sinnvolle Investition halten und Supplements damit unter anderem für den Muskelerhalt in einer kalorienreduzierten Diät verwenden, aber noch eine kleine Verbesserung in Bezug auf die Effektivität suchen, sollten eventuell einmal probieren, die verzweigtkettigen Aminosäuren mit zusätzlichem Taurin zu kombinieren. Diese Feststellung haben zumindest japanische Wissenschaftler der University of Tsukuba nach der Durchführung eines Experiments im Jahr 2013 gemacht!

Viele Studien haben gezeigt, dass die Supplementation mit BCAAs bei intensivem Training den Muskel vor dem Abbau schützen kann. Weil der Körper nicht so viele beschädigte Muskelfasern reparieren muss, kann er mitunter mehr Energie dafür aufwenden, neues Muskelgewebe aufzubauen. BCAAs helfen Kraftsportlern also zumindest in der Theorie dabei, sowohl Kraft als auch Muskelmasse zu erhöhen. Es gibt jedoch keine Studien, die beweisen können, dass BCAAs die Progression eines Athleten tatsächlich beschleunigen würde.

Die japanischen Wissenschaftler fragten sich, ob man die Einnahme von BCAAs effektiver machen könnte, wenn man die verzweigtkettigen Aminosäuren mit Taurin kombiniert. Wie die BCAAs selbst, ist auch Taurin in hohen Mengen im Muskel präsent und schützt die Muskelzellen wohl vor dem Schaden durch aggressive Moleküle, die während intensivem Training freigesetzt werden.

Anders als von vielen gedacht, handelt es sich bei Taurin nicht um eine Aminosäure, sondern um eine organische Säure mit jeweils einer Sulfonsäure- und einer Aminogruppe. Taurin entsteht als Abbauprodukt von Cystein und Methionin und kann selbst keine Peptide bilden.

Um ihre Theorie zu beweisen, führten die Japaner ein Experiment mit 36 männlichen Studenten durch. Alle Gruppen trainierten ihren Bizeps auf eine Art, die garantiert zu einer verkaterten Muskulatur führt.

Die Wissenschaftler teilten die Probanden in vier Gruppen auf. Eine Gruppe bekam zwei Wochen vor und vier Tage nach dem Experiment ein Placebo [PLCB]. Eine zweite Gruppe nahm drei Mal pro Tag 3,2g BCAAs (insgesamt also 9,6g) ein [BCAA]. Die Teilnehmer der dritten Gruppe konsumierten drei Mal pro Tag 2g Taurin [TAU] und die vierte und letzte Gruppe nahm 9,6g BCAAs und 6g Taurin pro Tag, verteilt auf drei Gaben zu sich [AdTB].

Während der Tage nach dem Bizepstraining fragten die Wissenschaftler ihre Probanden, wie viel Muskelkater sie verspürten. Wie man in der nachfolgenden Abbildung sehen kann, reduzierte die Supplementation mit BCAAs den Schmerz im Muskel und die Kombination aus BCAAs und Taurin war in diesem Zusammenhang sogar noch effektiver.

Die Forscher ermittelten zudem die Konzentration des Enzyms Laktatdehydrogenase (LDH) im Blut der Probanden. LDH ist ein Indikator für Muskelschaden. Je mehr dieses Enzyms nach einer Trainingseinheit im Blut ist, desto mehr Schaden wurde angerichtet. Wie man in der folgenden Grafik sieht, wurde signifikant weniger LDH im Blut der Gruppe gefunden, die BCAAs und Taurin einnahm.

 

Zum Ende des Beitrags muss angemerkt werden, dass scheinbar nicht jeder unproblematisch auf Taurin reagiert. Manche Menschen haben mit Schlafproblemen zu kämpfen und fühlen sich bereits bei viel geringeren Dosierungen als in der Studie verwendet unwohl. Dennoch muss man sagen, dass das Hinzufügen von Taurin zu den täglichen BCAAs zumindest ein Versuch wert ist, denn wirklich kostspielig ist die ganze Sache keinesfalls!

Die Studie wurde vom Supplement Hersteller Seikatsu Bunkasya finanziert.


Quelle: ergo-log.com/strength-training-bcaa-s-muscles-combined-taurine.html
Referenzstudie: ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23392882

http://www.gannikus.com/qri5

Kommentare

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben
Gannikus.com

Gannikus.com