4 Opfer, die du bringen musst, um wirklich ripped zu sein!


Erfahrungsgemäß ist eine Diät selten ein Spaziergang. Egal ob man bereits zahlreiche Anläufe hinter sich gebracht hat oder das erste Mal bewusst die Kalorien reduziert. Man wird nie Freudensprünge machen, wenn es mal wieder an der Zeit ist, das lästige Körperfett abzuwerfen. Vordergründig kann man vielleicht glauben, dass es einzig und allein die Menge an Lebensmitteln ist, die eine Diät so nervig machen. In Wahrheit finden aber zahlreiche Prozesse durch die stetige Reduzierung der Kalorien statt, die den Körper zu Anpassungen zwingen und damit das Wohlbefinden beeinflussen. Möchte man nur wenig Gewicht verlieren, werden diese Umstellungen kaum zu bemerken sein. Geht es darum, trocken zu werden und Streifen auf dem Gluteus sichtbar zu machen, sieht die Sache anders aus.

Das Ziel in einer Diät besteht grundsätzlich immer darin, so viel Fett zu verbrennen, dass am Ende die Optik erreicht wird, die man sich in seinen Träumen ausmalt. Das kann für den einen schon bedeuten, endlich wieder sein bestes Stück beim Wasserlassen zu sehen, während der andere in die Vollen geht und trocken wie die Sahara-Wüste sein möchte.

Dank der sozialen Medien ist der Wunsch nach einem möglichst trockenen Look in den letzten Jahren immens gestiegen. Kein Wunder, wird man als Follower doch täglich mit den makellosen Körpern der Fitness-Influencer-Szene befeuert.

Schnell entsteht der Wunsch, es seinem Idol gleich zu tun und auf den selben Körperfettanteil zu diäten. Dabei wissen viele Hobbysportler nicht, auf welche Umstände sie sich einlassen müssen, wenn sie ihr Ziel erreichen wollen.

Der Unterschied zwischen dünn und ripped

Bevor man sich entscheidet, welches Ergebnis am Ende einer Diät erreicht werden soll, muss man sich im Klaren darüber sein, dass es einen riesigen Unterschied zwischen einer schlanken Optik und einer außergewöhnlich trockenen Form gibt.

Schlank zu sein und damit im Bereich von acht bis zwölf Prozent Körperfett zu liegen, ist eine völlig andere Sache, als trocken mit einem Körperfettanteil von vier bis sechs Prozent auf der Bühne zu stehen oder in Form für ein Fotoshooting zu sein.

Zusätzlich wird es, ausgenommen die genetischen Freaks, sehr schwierig sein, einen niedrigen Körperfettanteil dauerhaft und für mehr als ein paar Tage zu halten. Nicht nur mental, sondern auch körperlich fordert dieser Zustand seinen Tribut und ist für den Hobbysportler kein sinnvolles Ziel.

Auch wenn es verlockend erscheint, jeden Tag in den Spiegel zu blicken und einen fast fettfreien Körper zu betrachten, wird es bis auf die Kampfrichter beim Wettkampf kaum jemanden interessieren, ob man nun vier oder acht Prozent Fett mit sich herumträgt.

Aus diesem Grund muss man hinterfragen, ob ein niedriger Körperfettanteil die folgenden Einschränkungen aufwiegen kann.

Lohnen sich Adern auf den Armen, wenn man dafür zahlreiche Opfer bringen muss?

#1 – Lähmende Kälte!

Jeder Athlet, der sich schon einmal in den Bereichen extrem niedriger Körperfettanteile bewegt hat, wird berichten, dass ihm dauerhaft kalt war.

Selbst im Hochsommer wird man nicht das wohlige Gefühl von Wärme erfahren. So kommt es vor, dass Athleten selbst bei 27° im Pullover aus dem Haus gehen oder mit Decke auf dem Gartenstuhl sitzen, weil sie durch den niedrigen Fettanteil frieren. Dieses Gefühl ist nicht mit „ein wenig aufwärmen“ verschwunden. Vielmehr schießt die Kälte durch Knochen und Mark.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Durch das fehlende Fett unter der Haut gibt es keine Isolation mehr
  • Durch die Zufuhr von wenig Kalorien kann der Körper keine Wärme erzeugen
  • Durch das fehlende Körperfett kann auch keine Wärme erzeugt werden

Das Fett unter der Haut dient als Isolation und stellt in normalen Körperfettbereichen sicher, dass der Körper seine Temperatur auf einem normalen Level halten kann. Niedrige Körperfettanteile vernichten diese Isolation.

Durch eine geringe Zufuhr an Kalorien sinkt der Stoffwechsel und die Körpertemperatur mit ihm. Selbst die kleinste Veränderung kann schon in einem intensiverem Kälteempfinden enden. Stehen dann auch keine wärmespendenden Fettdepots mehr zur Verfügung, kommt man schnell ins Frieren.

#2 – Schlaflose Nächte!

Wissenschaftlich noch kaum hinterfragt, findet man in der Praxis bei der Befragung unzähliger Athleten immer wieder das Phänomen von gestörten Schlafphasen. Die meisten Studien zeigen nur, dass wenig Schlaf zu einem erhöhten Hungefühl führt, während lediglich ein paar vermuten, dass die Kalorienreduzierung selbst für einen schlechteren Schlaf verantwortlich ist.

So konnte in einer Studie festgestellt werden, dass die Reduzierung der Kalorien bei den Probanden dazu führte, dass neben verschlechterten Schilddrüsenwerten und sinkender Wärmeproduktion auch der Schlaf negativ beeinflusst wird.

Bedenkt man nun, wie wichtig der Schlaf im Hinblick auf das Training, die Regeneration, den Geist und das Wohlbefinden ist, sollte man den Plan eines extrem niedrigen Körperfettanteils noch einmal überdenken.

Wer extrem trocken sein will, ist ständig auf der Suche nach Schlaf.

#3 – Extremer Muskelkater!

Kaum ein Hobbysportler wird nicht das schmerzende Gefühl kennen, wenn einen Tag nach einem intensiven Beintraining Treppen bestiegen werden oder man sich einfach nur auf die Toilette setzen möchte.

Visiert man einen Körperfettanteil von unter sieben Prozent an, muss man dieses Gefühl lieben lernen. Erfahrungsgemäß verstärkt sich die Entwicklung und Dauer eines Muskelkaters extrem, wenn man über einen längeren Zeitraum im Kaloriendefizit trainiert. In den unteren Körperfettbereichen wird dieser Effekt maximiert.

Die Erklärung für dieses Phänomen ist simpel. Je weniger Material – also Nährstoffe – für die Reparatur von geschädigtem Muskelgewebe im Körper zur Verfügung stehen, desto länger benötigt er, um wieder voll funktionsfähig zu sein.

Durch die geringe Menge an Makro- und Mikronährstoffen kann die vorgesehene Reparatur nicht stattfinden. Das kann schnell einen Einfluss auf das Training haben. Wer zur Regeneration nach einem Beintraining sechs Tage benötigt, wird kaum eine ausreichend hohe Frequenz aufbringen, um Muskeln zu schützen und zu erhalten.

#4 – Auf Wiedersehen Libido!

In erster Linie geht es einem Großteil der Hobbysportler, die in extrem niedrige Körperfettbereiche vordringen wollen, darum, nackt gut auszusehen. Nun muss man hinterfragen, was einem diese pure Attraktivität bringt, wenn sich zusammen mit dem Körperfett auch gleichzeitig die Lust auf Sex verabschiedet.

Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Belege, dass eine Kalorienrestriktion – ganz besonders dann, wenn sie extrem und über einen längeren Zeitraum stattfindet – zu sinkenden Testosteronspiegeln und einem verringerten Sex-Drive führt.

Zusätzlich wird man, selbst wenn man sich entgegen der fehlenden Lust doch auf das Liebesspiel einlässt, unter Performanceproblemen leiden. So kann es durchaus vorkommen, dass der kleine Freund selbst bei noch so viel gutem Willen nicht in der Lage ist, seine Arbeit ordnungsgemäß zu verrichten.

Der niedrigste Körperfettanteil bringt also nichts, wenn man durch körperliche Einschränkungen an der beliebtesten Nebensache der Welt gehindert wird.

Ohne Zweifel sind die skulpturartigen Körper, die man tagtäglich auf den Kanälen von Facebook und Instagram zu sehen bekommt, durchaus beneidenswert. Selbst einen solch ästhetischen Körper zu entwickeln erfordert aber Opfer, die man zwangsweise bringen muss, wenn man extrem niedrige Körperfettanteile erreichen möchte. Ob man wirklich auf Sex verzichten und lieber mit schmerzendem Muskelkater als mit einer Frau im Bett liegen möchte, muss am Ende jeder selbst entscheiden.


Quelle: muscleandstrength.com/articles/4-sacrifices-you-have-to-make-to-get-ripped

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