9 „gesunde“ Lebensmittel, die gar nicht so gesund sind!


Unumstritten ändert sich die Einstellung zum Essen an dem Tag, an dem man zum ersten Mal ein Studio betritt. Hat man vorher noch in Saus und Braus gelebt und dachte Kohlenhydrate werden im Bergwerk abgebaut, fängt man vom Zeitpunkt der Anmeldung an, sich intensiver mit seinen Ernährungsgewohnheiten auseinanderzusetzen. Verständlicherweise möchte niemand Potenzial verschenken, indem er sich falsch ernährt. So ist es nur logisch, dass man sich auf die Suche nach geeigneten Produkten für den langersehnten Traumkörper macht und keine Möglichkeit unversucht lassen möchte, das neue Hobby mit einer passenden Ernährung zu unterstützen. Film und Fernsehen legen in der ersten Zeit den Grundstein für das Halbwissen über sportgerechte Ernährung. Hier wird gezeigt, wie sich muskulöse Männer und durchtrainierte Damen mit Shakes aus rohen Eiern oder Kopfsalat zum beneidenswerten Körper essen. Salat und Eier sind aber zumindest weniger verkehrt als einige Produkte, die die Lebensmittelindustrie als gesund anpreist, immer mit dem Wissen im Hinterkopf, dass die unwissende Abnehmerschaft ohne zu Hinterfragen kauft.

Ein unausgesprochenes Geheimnis der Lebensmittelindustrie ist, dass sie in vielen Fällen gar nicht darauf bedacht ist, den Endverbraucher gesund zu halten. Vielmehr steht der Profit im Vordergrund. Dabei wird auch kein Halt vor Moral oder Verantwortung gemacht.

Die Produkte werden so benannt, dass sie polarisieren und dem Kunden einen potenziellen Mehrwert generieren. Viele dieser Artikel bringen aber nur wenig Nutzen, ein Großteil sogar überhaupt keinen.

Klingt der Titel auf der Verpackung noch nach einer Gesundheitsrevolution, wird beim Blick auf die enthaltenen Inhaltsstoffe deutlich, dass hier mit der Gutgläubigkeit der Käufer gespielt wird.

So wird Brot teilweise als Vollkorn verpackt, obwohl es nur einen geringen Anteil an vollem Korn enthält. Der Verbraucher aber denkt, dass es sich um ein gesundheitsförderndes Produkt handelt, weil die Medien behaupten, dass Vollkornprodukte gut für das Wohlbefinden sind.

Alleine aus diesem Vorgehen wächst die Notwendigkeit, Trendprodukte genau unter die Lupe zu nehmen und besser einmal zu viel auf die angegebenen Nährwerte zu schauen. Dabei wird man feststellen, dass viele Produkte mehr Schein als Sein sind.

Müsli

Für viele Menschen startet der Tag mit einer ordentlichen Portion Müsli mit Milch. Die Industrie macht sich diese Gewohnheit zu Nutzen und bewirbt ihre Zerealien aggressiv mit Slogans, die Gesundheit und Fitness versprechen. Viele dieser Produkte liefern aber neben dem gesunden Getreideanteil eine mindestens gleich hohe Menge an purem Zucker.

Um die Flocken herzustellen, wird das ursprünglich gesunde Produkt mehrmals verarbeitet und verliert dadurch Vitamine. Deshalb sind die kleinen Flakes oft nicht so gesund, wie sie angepriesen werden.

Fettarme Milch

Die beste Möglichkeit, einen gesundheitlichen Nutzen aus Milchprodukten zu ziehen ist es, auf die entrahmten und halbfetten Produkte zu verzichten und Vollfettmilch zu verwenden. Zwar haben die Erstgenannten weniger Kalorien, liefern aber auch weniger einfach gesättigte Fettsäuren, die den Hunger stillen und den Stoffwechsel auf Trab halten.

Außerdem liegt der Anteil der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K in Vollfettprodukten wesentlich höher.

Selbst die Wissenschaft kann eine Korrelation beim Verzehr von fettarmen Milchprodukten und Fettleibigkeit erkennen.


Vollfettmilch ist den fettreduzierten Produkten überlegen.


Eiweißriegel

Hier ist in erster Linie die Nahrungsergänzungsmittelindustrie der Vorreiter. Der Lebensmitteleinzelhandel schwimmt auf der Trendwelle mit und bietet die kleinen Snacks ebenfalls in vielen Variationen an.

Viele der Riegel sind nichts weiter als Schokoriegel unter dem Deckmantel der Gesundheit. Vollgestopft mit Zucker und einem hohen Anteil an Sirup wirkt der beworbene Proteinanteil verschwindend gering.

Als wäre das nicht schlimm genug, wird der Geschmack durch sämtliche Süßungsmittel verstärkt, die den Verdauungstrakt belasten und alles andere als gesund sind.

Sportgetränke

Beworben als ultimative Durstlöscher, sollen diese Flüssigkeiten in vielen Fällen sogar besser als reines Wasser sein. Die Wissenschaft geht mit dieser Aussage nicht konform.

So konnte eine Studie der Oxford University zeigen, dass ein großer Teil der Getränke keinen der angepriesenen Effekte erzielen kann. Weder eine verbesserte Leistungsfähigkeit noch eine schnellere Regeneration wurde von den Wissenschaftlern festgestellt.

Neben der Wirksamkeit kann auch der gesundheitliche Nutzen angezweifelt werden. Die isotonischen Leistungsoptimierer enthalten neben Elektrolyten oftmals auch eine große Menge an Zucker und damit flüssige Kalorien.

Vollkornbrot

Nicht alle als Vollkorn betitelten Produkte enthalten auch wirklich eine große Menge an vollem Korn. Auch nicht die, die mit einer „Mehrkorn“ oder „Siebenkorn“ Beschreibung aufwarten. Neben den beworbenen Korninhalten steht in den meisten Fällen das Weizenmehl ganz oben auf der kleingedruckten Nährwerttabelle. 

Zusätzlich finden sich in vielen dieser Produkte künstliche Süßstoffe, Konservierungsstoffe und Lebensmittelfarben. Unumgänglich ist also der Blick auf die Nährwerte. Nur, wenn dort das volle Korn an oberster Stelle steht, liefert das Produkt auch, was es verspricht.

Eiklar

Keine Frage. Es gibt wenig Lebensmittel, die so gesund und so nährstoffreich sind wie ein Ei. Diese Aussage bezieht sich aber auf das Vollei. Gerade das Eigelb liefert Unmengen an Mikronährstoffen, die in so großer Menge in keinem anderen Lebensmittel zu finden sind.

Lange Zeit wurde das Cholesterin als Übeltäter für schlechte Blutfettwerte an den Pranger gestellt. In eine ausgewogenen Ernährung kann das Vollei aber ohne Probleme integriert werden. Es ist in keinster Weise schädlich für die Gesundheit.

Ganz im Gegenteil. Das im Vollei enthaltene Cholesterin trägt zur Bildung von Testosteron bei.

Wer auf das Eigelb verzichtet, beraubt sich einer der nährstoffreichsten Quellen überhaupt.


Wer auf das Eigelb verzichtet, verschenkt wichtige Nährstoffe.


Fruchtsäfte

Während Säfte mit ihrem vitaminreichen Inhalt beworben werden, wird oft vergessen zu erwähnen, dass sie mit Massen an Zucker angereichert werden, um den Geschmack des Endverbrauchers zu treffen. Ein 250ml Glas Traubensaft kann bis zu 170 Kalorien und 40 Gramm Zucker beinhalten – mehr als 300ml Cola.

Auch die von den Herstellern beworbenen „Naturprodukte“ enthalten in vielen Fällen einen hohen Fructoseanteil.

Fettfreie Produkte

Hier machen sie die Produzenten den immer noch weit verbreiteten Gedanken „Fett macht fett“ zu Nutze. Fett macht aber nicht fett. Schlechte Ernährungsgewohnheiten und fehlende Aktivität machen fett.

Vielmehr ist Fett wichtig für ein optimal funktionierendes System. Es unterstützt die Gehirnfunktion und reguliert den Stoffwechsel. Zusätzlich kommt es bei einer fettfreien Ernährung zu negativen Einflüssen auf das hormonelle Gleichgewicht. 

Eine gesunde Verteilung der Makronährstoffe wird unter der Eliminierung von gesunden Fetten auch nicht möglich sein, sodass fettfreie Produkte – wenn überhaupt – als kaloriensparende Alternative zu fetthaltigen Produkten addiert werden sollten.

Trockenfrüchte

Getrocknete Früchte sind nichts anderes als Süßigkeiten mit Ballaststoffanteil. Um die Haltbarkeit zu verlängern, werden die Früchte mit Zucker und Konservierungsstoffen vollgepumpt.

Weil sie getrocknet sind, liefern sie zusätzlich bei identischen Volumen wesentlich mehr Kalorien als eine normale Frucht und sind deshalb keine Alternative zum unverarbeiteten Produkt.

Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass die Lebensmittelindustrie keine Wohlfahrtsorganisation ist und die Unwissenheit des Endverbrauchers schamlos ausnutzt, ist es unerlässlich für einen gesundheitsorientierten Athleten, sich genauer mit den Inhalten verschiedenster Produkte zu beschäftigen. Leichtgläubigkeit und das Vertrauen in die Werbeversprechen der Hersteller führen in den meisten Fällen dazu, dass das genaue Gegenteil von dem erreicht wird, was eigentlich gewollt war. Nur, wer die einzelnen Bestandteile einer Nährwerttabelle verstehen und daraus Schlussfolgerungen ziehen kann, wird letztendlich einen gesunden Lebensstil verfolgen können.


Quelle: muscleandfitness.com/nutrition/lose-fat/12-supposedly-healthy-foods-actually-arent




2 comments

  1. Schrank

    Eigentlich geht es nur darum zu checken was in den Inhalten angegeben ist denn klar Vollkorn ist gut aber nur weil es auf der Verpackung steht…

    Gesendet am 30. Januar 2018
  2. Niko

    Es kommt immer auf die Maße an. Beim Müsli sollte man checken, dass nicht zusätzlich Zucker hinzugeführt wurde aber im Grunde nimmt man immer automatisch Kh zu sich, da in jedem verkackten (muss man leider so sagen) Lebensmittel Zucker enthalten ist. Bei einer ordentlichen Portion Müsli kann man schon mal locker auf die 600-800 kcal kommen, denn die Inhaltsstoffe sowie Trockenfrüchte (Rosinen, Goji, Incan Berries, getrocknete Banane und Apfel) haben verdammt viele Kalorien, einfach unfassbar aber man ist auch für den halben Tag Satt. Zum Glück gibt es in Deutschland auch Produkte die 0% Kh also überhaupt garkeien nichts null,null Zucker haben, wie z.B. Harzerkäse. Natürlich auch Fisch hat keinen Zucker/Kh.

    Auch wenn der Geschmack nicht der günstige ist, gibt es auch Säfte, die einen Zuckergehalt / Kh von unter 2g pro 100ml besitzen. Bei den Proteinriegeln ist leider überall reichlich Zucker enthalten (Oligo-Saccaride ect… Dextrose und andere Gemische), sie sind wirklich nur als Aushängeschild da, wir attraktiv die Brance sein kann. Zieht man dennoch einen Nutzen daraus, dann lässt sich mit so einen Riegel gut eine Zwischenmahl oder auch eine Mahlzeit ersetzen. Am besten wenn man sowieso unterwegs ist und keine Zeit hat sich was zumachen, dann hilft so ein Riegel gut. Allgemein von Vollkornprodukten sollte man nicht so viel essen, daher essen viele Bodybuilder auch nur Basmatireis, damit sie möglichst viel im Magen haben, da Vollkorn viel schwerer im Magen liegt. Wer das Erste Mal sich mit Vollkornprodukten zu ballert bekommt sowieso gleich Magenschmerzen.

    Gesendet am 30. Januar 2018

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