Die richtige Diät für deine Persönlichkeit!


Selten wird man einen Athleten finden, der überzeugend beweisen kann, dass er Spaß an einer Diät hat. Nur die wenigsten Sportler mögen es, ihre Mahlzeiten zu reduzieren, um ein Kaloriendefizit zu erzeugen. Natürlich kann es nach einer langen Aufbauphase kurzfristig schön sein, nicht immer mit vollem Magen durch die Gegend zu laufen. Lange wird es aber nicht dauern, bis das Hungergefühl einsetzt und man die großen Portionen vermisst. Leider ist in diesem Sport eine Diät unumgänglich. Selbst bei einem kontrollierten Aufbau wird immer auch Körperfett gespeichert. Das liegt in erster Linie daran, dass der Körper nur bereitwillig Muskelmasse aufbauen wird, wenn Kalorien im Überfluss vorhanden sind. So steht irgendwann jeder Athlet an dem Punkt, wo die Reduzierung der Kalorien notwendig wird, um die hart erarbeitete Muskelmasse freizulegen und die darüber liegende Fettschicht zu verbrennen. Viele scheitern aber schon bei der Wahl einer geeigneten Vorgehensweise.

Spätestens wenn die Fotos der letzten Party erschreckend wirken oder der Spiegel in der Umkleide die Wahrheit offenbart, müssen sich viele Athleten eingestehen, dass der aktuelle Aufbau wohl doch etwas aus dem Ruder gelaufen ist.

Letztendlich wird man sich immer so lange die Form schön reden können, bis der Zeitpunkt gekommen ist, an dem selbst unter idealen Lichtbedingungen und höchster Anspannung kein Bauchmuskel mehr zu erkennen ist und der Hals dem Doppelkinn weichen muss.

Erfahrungsgemäß merkt man erst dann, dass es Zeit für eine Diät ist und Cheatdays für die nächste Zeit erst einmal Geschichte sind.

Dafür gibt es in den Weiten der Bodybuildingwelt tausende Diätansätze, auf die jeder Athlet unterschiedlich und individuell reagiert. Persönlichkeit, Gewohnheiten und emotionale Einstellung beeinflussen die Wahl des geeigneten Diätkonzepts.

Übergeordnet kann man zwischen zwei Diättypen unterscheiden, die bedingt durch ihre Charakteristika für einen Sportler mehr und für den anderen weniger geeignet sind.

Der „Bring es zum Ende“-Typ

Einmal die Entscheidung getroffen, Fett zu verlieren, wird dieser Typ das Ziel so schnell, wie nur irgendwie möglich, erreichen wollen. Harte Arbeit, Einschränkungen und Veränderungen im Alltag sind für ihn Nebensache, wenn er dafür entlohnt wird.

Erfahrungsgemäß wird die Belastung gar nicht als solche empfunden. Vielmehr gehen Menschen dieser Wesensart in den eingeschränkten Möglichkeiten auf und werden noch motivierter.

Ein langsamer und moderater Fettabbau kommt in solchen Fällen nicht in Frage, auch wenn er effektiv ist. In einem Monat 500 Gramm zu verlieren und das kalkulierte Ziel in zehn Monaten erreichen? Nicht für diesen Typ. Erfolge müssen schnell sichtbar sein.

Im Normalfall werden Personen, die extreme Diäten favorisieren, dazu tendieren, auch die kleinsten Stellschrauben zu analysieren und versuchen, über jeden Vorgang Kontrolle zu erlangen. Mit einem Tunnelblick wird das Ziel anvisiert und verfolgt.

Vorteile und Nachteile

Der wohl größte Vorteil dieser Vorgehensweise liegt eindeutig in der schnellen Sichtbarkeit von Erfolgen. Wer mit einer extremen Kalorienreduzierung und exakt geplanten Mahlzeiten sein Körperfett angreift, kann im Spiegel schon sehr bald eine Entwicklung sehen.

Diese rasanten Veränderungen der Optik motivieren und tragen dazu bei, dass nicht vorzeitig das Handtuch geschmissen wird, weil der Fettabbau zu lange auf sich warten lässt.

Dagegen gilt es aber abzuwiegen, ob die zügige Ausbeute mit den potenziellen Nachteilen zu vereinbaren ist. So bietet dieser Ansatz einen riesigen Nährboden für Essstörungen und falsche Ernährungsgewohnheiten.

Wissenschaftliche Ausarbeitungen zeigen, dass Menschen mit anormalen Essgewohnheiten dazu neigen, sich liebend gerne an übermäßig präzise Pläne zu halten.

Zusätzlich dazu besteht das Risiko, nach der Diät in den Rebound zu rutschen. Weil die Persönlichkeit keine Fehler erlaubt, wird jede Abweichung vom Plan als Totalausfall gewertet und in vielen Fällen mit Binge Eating bestraft.


Eine zu strikte Diät kann leicht zum Binge Eating führen.


Der „Langsam, aber stetig“-Typ

Gegenteilige Verhaltensmerkmale sind bei diesen Menschen zu finden, auch wenn die Ziele in Bezug auf den Fettabbau identisch sind.

Aus Erfahrung können sie schon vorher einschätzen, dass strikte Pläne, die ihren Alltag einschränken und nicht flexibel sind, dazu führen, dass die Diät scheitert. Präzise Pläne wirken für ein paar Tage, führen dann aber zum Abbruch.

Faul oder willenlos sind sie deshalb noch lange nicht. Sie können mit dem schnellen und strengen Ansatz einfach nichts anfangen und benötigen mehr Freiheiten.

Außerdem werden zu viele Details, die beim strikten Ansatz auf die Person einstürzen, keine nachhaltigen Ergebnisse erzielen.

Leichte Anpassungen und eine langsame Integration der Diät in den Alltag machen in diesen Fällen viel mehr Sinn. Eine Umstellung der Lebensmittel auf qualitativ hochwertige Quellen und eine schleichende Verminderung der Menge in den Mahlzeiten sind zielführend.

So wird ein Einstieg gefunden, der am Anfang komplett ohne Kalorienzählen und Mahlzeitentiming auskommt und der dadurch weniger belastend wahrgenommen wird.

Kommt man irgendwann an den Punkt, an dem die einfachen Anpassungen der Ernährung zur Stagnation führen, wird Stück für Stück Cardiotraining hinzugefügt. Erst zehn Minuten, dann 20, dann 30.

Für die meisten Athleten wird so Stück für Stück der Körper im Spiegel sichtbar, den sie mit ihrer Diät verfolgen. Dafür bedarf es keinen strikten Vorgaben.

Vorteile und Nachteile

Während beim schnellen Ansatz die Vorzüge eindeutig in den rasanten Erfolgen im Spiegel zu benennen sind, liegt hier das Gegenteil vor.

Durch langsame Anpassungen wird man zwar stetig Fettreserven mobilisieren können, diese Erfolge aber eventuell gar nicht sofort sehen. Das kann dazu führen, dass die Motivation negativ beeinflusst und an der Effektivität gezweifelt wird.

Kann man sich damit arrangieren, bietet der stetige Ansatz den Vorteil, dass wesentlich weniger Muskelmasse verbrannt wird.

Während ein extremes Kaloriendefizit den Körper unweigerlich dazu zwingen wird, auch Energie aus fettfreier Masse bereitzustellen, greift er beim moderaten Ansatz fast ausschließlich auf Fett zurück.

Außerdem entwickelt man einen dauerhaften Lebensstil, der weit über den Zeitraum der Diät wirkt und nachhaltig Ergebnisse liefert.

Was ist besser?

Dazu gibt es keine eindeutige Antwort. Die Wahl des geeignetes Ansatzes hängt maßgeblich von persönlichen Vorlieben, Einstellungen und Denkweisen ab.

Wahrscheinlich bietet ein goldener Mittelweg, bei dem man das Beste aus beiden Welten kombiniert, eine optimale Lösung.

Wenn man es schafft, einen strikten und rapiden Ansatz etwas zu entschleunigen und sich psychisch zu lösen, wird man Risiken und Nachteile minimieren können.

Zusätzlich fließt auch die vorherrschende Lebenssituation mit in die Wahl des Konzepts ein. Wenn man gerade eine Trennung hinter sich hat und es nun allen Beweisen möchte, wird ein extremer Ansatz sehr viel mehr Sinn machen, als der, bei dem man Ergebnisse in ein paar Monaten präsentieren kann.

Steht in der nächsten Zeit eine Diät an, muss man sich als Athlet hinterfragen und analysieren, welcher Ansatz individuell passend ist. Es hilft nichts, ein Konzept auszuwählen, weil der breiteste Athlet im Studio damit Erfolge gefeiert hat, wenn es nicht zu den persönlichen Lebensbedingungen passt. Mindset, Alltag und emotionale Einstellung entscheiden über den Ansatz. Nur, wenn diese übereinstimmen, wird der Fettverlust beständig und nachhaltig sein.


Quelle: t-nation.com/diet-fat-loss/the-right-diet-for-your-personality-type

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