Chemikalien in Lebensmitteln

Diese Stoffe machen dich fett!


Das Bewusstsein um potentiell schädliche Stoffen in Lebensmitteln nimmt stetig zu. Sei es Acrylamid, Arsen, Dioxine oder Weichmacher – die Skandale der letzten Jahrzehnte haben dazu geführt, dass immer mehr Menschen regelrecht in Panik verfallen, wenn es um derartige Kontaminanten geht. Sicherlich passt auch hier das alte Prinzip „die Dosis macht das Gift“, aber wenn die Problematik bei vielen verschiedenen Lebensmittel greift, dann kann die Gesamtaufnahme schon erhebliche Mengen annehmen. Vor allem Kraftsportler, die sich häufig den immer wieder gleichen Nahrungsmitteln bedienen, können dabei besonders betroffen sein, da die großen Mengen bestimmter Nahrungsmittel auch in hohen Aufnahmen von Kontaminanten resultieren können.

Eine weitere Kategorie von endokrinen Störfaktoren

So ziemlich jeder von uns hat schon einmal von Chemikalien gehört, die in unseren Hormonhaushalt eingreifen können. Mindestens 800 dieser „endokrinen Störfaktoren“ wurden bisher identifiziert und speziell die Stoffe, die das Östrogen nachahmen (Xenoöstrogene und Phytoöstrogene), stehen unter besonderer Beobachtung. Sie können bei Frau und Mann zu östrogenähnlichen Wirkungen führen.

Dieser Überschuss an Östrogen kann in Brust-, Prostata- und Hodenkrebs resultieren. Weiterhin stehen sie im Verdacht, Unfruchtbarkeit, Diabetes, Körperfetteinlagerung, Probleme beim Muskelaufbau und sogar psychologische Probleme zu begünstigen. Wissenschaftler haben jedoch kürzlich eine neue Unterart von endokrinen Störfaktoren identifiziert, die speziell dazu beitragen, dass neben dir persönlich auch dein Nachwuchs übergewichtig wird. Man nennt sie „Obesogene“. Während eine lausige Ernährung und der Mangel an Bewegung die Hauptfaktoren sind, wenn es um die Zunahme von Körperfett geht, fangen Forscher langsam damit an zu spekulieren, ob diese Obesogene ein dritter, bisher zu wenig beachteter Faktor sind.

Wo kommen diese Stoffe her?

Das Pestizid DDT war wahrscheinlich eines der ersten Obesogene. Es führte zu einer Menge Beachtung unter den Wissenschaftlern, da es in den 1950er Jahren wohl keine einzige Frau gab, die nicht mit diesem Stoff in Kontakt kam. Als die Forscher Ratten diesem Pestizid aussetzten, hatte es zunächst keine große Wirkung auf sie. Seltsamerweise jedoch führte es bei vielen der Enkelkinder dieser Ratten dazu, dass sie fett wurden.

Wenn man sich nun also vor Augen führt, dass mehr als ein Drittel der Amerikaner derzeit unter Fettleibigkeit leidet, beginnen sich Forscher wie Mike Skinner und seine Kollegen an der Washington State University zu fragen, ob das DDT, dem ihre Großmütter ausgesetzt waren, eine Rolle spielen könnte. Nach vielen Untersuchungen stellte Skinners Gruppe mit weiteren Wissenschaftler die Theorie auf, dass DDT und andere Obesogene, wie beispielsweise Dicyclohexyl Phthalat (ein Weichmacher), sowie verschiedene Pestizide unser endokrines System negativ beeinflussen können. Während einige Obesogene wie DDT erst über mehrere Generationen ihre Wirkung entfalten, scheinen andere Stoffe, denen man ausgesetzt ist, einen direkten Einfluss auf die Fettzunahme zu haben.


Süßstoffe, Schwangerschaft und die Verbindung zu Übergewicht


Wie genau führen Obesogene zu mehr Körperfett?

Es scheint der Fall zu sein, dass Obesogene generell den Glucocorticoidrezeptor aktivieren und dadurch zur Differenzierung der Fettzellen und zum Aufbau von Lipiden führen. Mit anderen Worten ahmen sie die Wirkung des Insulins nach und veranlassen die Fettzellen dazu, resistent gegenüber dem Hormon zu werden. Wenn man den Versuchstieren nun ein fettreiches (hochkalorisches) Futter gibt, verarbeiten ihre Fettzellen diese Kalorien anders – sie werden schneller fett.

Ein weiterer Mechanismus des Fettzuwachses involviert die Aktivierung eines Fettsäurerezeptors namens PPAR-gamma, welches den Hauptregulator der Fettzellentwicklung darstellt. Zudem sollte man die östrogene Wirkung mancher Obesogene nicht außer Acht lassen. Sie führen dazu, dass sich Körperfett über unterschiedliche Mechanismen ansammelt und könnten für „Männerbrüste“ verantwortlich sein und/oder dafür, dass man Schwierigkeiten mit dem Fettabbau hat.

Um das Problem zusätzlich zu verschärfen, setzen sich diese Chemikalien in den Fettzellen fest und weigern sich sie zu verlassen, zumindest bis man eine signifikante Menge an Fett verliert, wodurch sie wieder an das Blut abgegeben werden (und dadurch eventuell an einer ganz anderen Stelle zum Problem werden).

Wie man sich dagegen schützt (zumindest ein bisschen)

Obesogene bauen sich in der Regel nicht ab, jedenfalls nicht ohne Weiteres. Sie sind in der Luft und im Wasser und reisen somit um die ganze Welt. Man findet sie in Brandhemmern, in Matratzen und Kissen. Sie sind in deinem Computer, in den Wänden, an den Innenseiten von Dosen und Lebensmittelverpackungen. Sie schweben durch die Luft und kleben an Staubpartikeln. Sie sind einfach überall.

Es gibt jedoch Maßnahmen, die du vornehmen kannst, um deine Belastung zu reduzieren. Wenn du alle Dinge aus dieser Liste befolgst, bringt das deinen Lifestyle sicherlich in Zeiten vor der Industrialisierung zurück, in der man Kleidung, Seife und von Menschenhand geschaffene Materialien gemieden und nackt im Wald gesessen und Insekten gesammelt hat.

Ein paar davon könnten dir und deinem Nachwuchs aber vielleicht helfen:

  1. Vermeide Pestizide in deinem Garten.
  2. Zieh‘ deine Schuhe aus, wenn du die Wohnung betrittst, damit du Pestizide und andere Stoffe nicht in deinen Haushalt trägst.
  3. Säubere oft die Oberflächen in deiner Wohnung. Wische den Boden regelmäßig. (Und lass deine Kinder nicht auf dem Fußboden herumkrabbeln, bis du es nicht auch machen würdest.)
  4. Vermeide Lufterfrischer, Weichspüler und Pflegeprodukte, die Phthalate enthalten.
  5. Kaufe keine antihaftbeschichteten Kochutensilien. Nimm stattdessen Gusseisen oder rostfreien Stahl.
  6. Iss kein Mikrowellenpopcorn und vermeide Lebensmittelverpackungen, die mit PFOA beschichtet sind.
  7. Lagere Lebensmittel nicht in Plastikdosen. Nimm stattdessen Glas.
  8. Vermeide Lebensmittel, die in Plastik eingepackt sind.
  9. Entscheide dich für Bio-Lebensmittel. Viele Fungizide und Insektizide enthalten Obesogene.
  10. Kaufe kein Spielzeug das Phthalate enthält. Halte nach Wörtern Ausschau, die „Vinyl-“ oder PVC beinhalten. Achte auf einen plastikartigen Geruch.
  11. Vermeide schmutz- und wasserabweisende Mittel auf deinen Möbeln und Teppichen.
  12. Verwende natürliche Reinigungsmittel.
  13. Komme so oft wie möglich ins Schwitzen, da es deinem Körper hilft, kürzlich aufgenommene Obesogene loszuwerden, die sich noch nicht in den Fettzellen festgesetzt haben.

Primärquelle:
t-nation.com/diet-fat-loss/the-new-chemicals-that-make-you-store-fat
Literaturquellen:
La Merrill, Michele, et al. „Toxicological function of adipose tissue: focus on persistent organic pollutants.“ Environmental health perspectives 121.2 (2012): 162-169.
Grens, Kerry. „Obesogens—Low doses of environmental chemicals can make animals gain weight. Whether they do the same to humans is a thorny issue.“ The Scientist (2015).

2 comments

  1. DrNaturoid

    Jungs, ich weiss ihr kopiert die Themen ja von T-Nation und das ist auch nicht schlecht so. Und T-Nation ist ne geile Seite, kann man nichts gegen sagen. Aber mal ehrlich. Sollte der Verfasser dieses Textes bzw. das Portal, das ihn veröffentlicht, nicht direkt dahinter stehen, was da steht?

    Soll heissen, wollt ihr mir erzählen, dass ihr nach dieser Liste lebt? Im ernst? Whey Protein werden alle in Plastikbehältern und Beuteln angeliefert. Nichts davon kommt im Glas. Wie sinnvoll ist es denn, nachdem das Whey schon Wochenlang im Plastik gelagert wurde, dann noch in einen Glasbehälter zu tun? Vermutlich nicht sonderlich, denn die Stoffe sind dann wohl schon ins Whey übergegangen, oder?

    Sehr unrealistischer Vorschlag, wie ich finde. Aber bitte, korrigiert mich wenn nötig ;)

    Grüsse aus der Schweiz

    Gesendet am 29. September 2018
    • Danny

      Da steht ja auch, dass ein paar davon dir schon zugute kommen könnten ;)
      Hinter dem Text können wir stehen, sonst würden wir ihn nicht veröffentlichen.
      Dazu muss man aber sagen, dass sich hier um den idealen Weg handelt, das sollte doch schon durchschimmern, wenn man den Artikel liest, oder?
      Natürlich, man kann da jetzt in jedem Beitrag einen Disclaimer einbringen, aber dann würde wieder jeder schreiben „seid ihr blöd, das versteht sich doch von selbst“ :P

      Gesendet am 29. September 2018

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben
Gannikus.com

Gannikus.com