Kleiner Trick, große Wirkung

So stellst du deinen trainingsinduzierten Fettabbau sicher!


Wer schon einmal eine Diät zum Zweck des Fettverlusts gemacht hat, der wird möglicherweise versucht haben, diese durch kleine Tricks zu verkürzen oder angenehmer zu gestalten. Um seine hart erarbeitete Muskelmasse zu erhalten und zum Vorschein zu bringen, ist es dabei selbstverständlich, auch während der kalorienreduzierten Phase das Krafttraining beizubehalten. Zur Defiziterhöhung und Erfolgsbeschleunigung greifen die meisten Diätenden darüber hinaus zu Cardiotraining, um mehr Energie zu verbrennen. Amerikanische Forscher von der University of Nebraska-Lincoln haben jetzt herausgefunden, welcher kleine psychische Trick uns dabei behilflich sein könnte.

Akutes Training kann entweder dazu führen, dass wir zum Ausgleich mehr essen oder durch einen reduzierten Appetit in Folge des Trainings sogar unsere Nahrungsaufnahme reduzieren. Der Zeitpunkt, an dem wir die Nahrungsmittelauswahl für die Mahlzeit nach dem Training treffen, kann zudem den Gesundheitswert der Entscheidung beeinflussen. Um beide dieser Effekte zu untersuchen, testeten die Forscher, ob die Nahrungsmittelauswahl mit der Exposition zu körperlichem Training interagiert und sich die gewählten Lebensmittel unterscheiden, wenn sie vor oder nach dem Training bestimmt wurden.

Die Studie

Die Forscher untersuchten 256 Testpersonen eines kommerziellen Fitnessstudios und ließen sie an bestimmten Tagen vor dem Workout wählen, welchen Snack sie im Anschluss an ihr Training essen wollen und an anderen Tagen sollten sie ihre Auswahl nach der körperlichen Betätigung treffen. Zur Auswahl stand entweder ein Apfel als gesunde, kalorienarme Alternative oder einen Schokoladen-Brownie als kalorienreiche, ungesunde Wahl. Die Dauer des frei gewählten Trainings betrug im Schnitt 65,3 ± 22,5 Minuten pro Einheit.

Die Ergebnisse

Wenn die Probanden vor dem Training auswählen mussten, ob sie anschließend einen Brownie oder einen Apfel essen möchten, entschieden sich 13,9 % für den Kuchen. Als sie erst im Anschluss vor die Wahl gestellt wurden, wollten jedoch 20,2 % der Teilnehmer die schokoladige Alternative. Offenbar war ein Teil der Trainierenden der Ansicht, sie hätten sich durch das Training die kalorienreichere Variante verdient. Die Forscher nennen dies „kompensatorisches Essverhalten“.

Auch der gänzliche Verzicht auf eine der beiden süßen Leckereien wurde durch das Training beeinflusst. Vor dem Training gefragt, wollten nur 12,4 % weder den Apfel noch den Brownie nach dem Training zu sich nehmen. Die Zahl verdoppelte sich aber, wenn die Probanden erst anschließend mit der Entscheidung konfrontiert wurden. Die Forscher glauben, dass dies aus der erhöhten Produktion von appetithemmenden Botenstoffen wie Peptid YY herrührt.

Die Teilnehmer wählten nach dem Training vermehrt den Brownie oder Nichts.

Die Schlussfolgerung der Forscher

„Unsere Untersuchungsergebnisse bergen wichtige Konsequenzen für Personen, die versuchen, Gewicht durch körperliche Aktivität zu verlieren oder es zu kontrollieren sowie Gesundheitsfachleuten, die solchen Personengruppen helfen wollen. Eine einfache Strategie, wie die Aufforderung, die Nahrungsmittel, die sie nach dem Training konsumieren möchten, bereits vor der Aktivität auszuwählen, könnte ihnen helfen, über Training und Ernährung an Gewicht zu verlieren, indem sie sich bereits im Vorfeld auf gesunde Alternativen festlegen. Die vorherige Verpflichtung zu einer Auswahl kann davor schützen, den durch das Training induzierte Kalorienverbrauch zu kompensieren.“

Im Endeffekt bedeutet das, dass man sich schon im Vorfeld Gedanken über seine Ernährung machen sollte, um nicht auf spontane Entscheidungen angewiesen zu sein. Wenn wir das auf die gesamte Ernährung übertragen, könnte dies bedeuten, bereits am Vorabend oder am Morgen festzulegen, was über den gesamten Tag auf den Tisch kommt. Dadurch verpflichtet man sich quasi selbst, seinen Plan auch einzuhalten. Somit vermeidet man eine ungünstige Auswahl aus dem Affekt heraus und sorgt dafür, dass man langfristig bessere Erfolge feiern kann. 


Primärquelle: ergo-log.com/losing-weight-by-exercising.html

Literaturquelle:
Gustafson, Christopher, et al. „Exercise and the Timing of Snack Choice: Healthy Snack Choice is Reduced in the Post-Exercise State.“ Nutrients 10.12 (2018): 1941.

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