Warum du in einer Diät wie “schwanger” aussiehst… und wie du es vermeidest!


Und täglich grüßt das Murmeltier: gestern noch den Jahreswechsel gefeiert, ist schon der erste Monat des Jahres wieder an uns vorbeigezogen. Alles nimmt seinen normalen Lauf. Die Neujahrsmotivierten schmeißen das Handtuch, die Studios werden leerer und die Tage heller. So rasant wie das erste Zwölftel des Jahres vergangen ist, so zügig wird auch der Sommer an die Tür klopfen. Gerade noch in weiter Ferne, machen bereits im Mai die Freibäder auf und durch den Klimawandel werden die ersten Sonnenstrahlen auch nicht lange auf sich warten lassen. Für alle Athleten, die es über das erste Quartal geschafft haben am Ball zu bleiben, bedeutet das Diät. In Sommerform kommen. Zeigen, was man in der letzten Aufbauphase erreicht hat. Dumm nur, wenn die gewünschte Optik sich trotz Kalorienreduzierung gegen den ursprünglichen Plan entwickelt und man im Spiegel eher einer Qualle gleicht.

Gerade in den ersten Jahren einer Bodybuildingkarriere ist es kaum zu vermeiden, über Trial & Error herauszufinden, was für den individuellen Körper die größten Erfolge bringt. Egal, was die Wissenschaft sagt. Egal, welcher Science-YouTuber für ein Ernährungskonzept wirbt.

Dieser Sport ist in höchstem Maß individuell und muss maßgeschneidert gestaltet werden. Deshalb ist es auch bei den ersten kalorienreduzierten Diäten von großer Wichtigkeit, sich mit verschiedenen Ansätzen zu beschäftigen und auszuloten, welcher davon für die eigene Person zielführend ist.

Letztendlich wird jede erfolgreiche Diät auf einen Kern reduziert werden können – das Kaloriendefizit.

Trotzdem kommt es häufig vor, dass Athleten in einer kalorienreduzierten Diät eine Formverschlechterung im Bauchbereich erkennen und aussehen, als ob sie im siebten Monat schwanger sind, doch warum ist das so?

Der Ballaststoff-Trugschluss

“Wenn du Fett verlieren möchtest, musst du tonnenweise Gemüse in deinen Plan integrieren!”. Eine Aussage, die von vielen selbsternannten Diätexperten und Ernährungsberatern in den Raum geworfen und von unwissenden Hobbysportlern leichtfertig übernommen wird.

Klingt im ersten Moment auch nicht verkehrt. Gemüse hat vergleichsweise wenig Kalorien bei einem sehr großen Volumen. Um satt zu werden und den Magen mit riesigem Inhalten zu füllen eigentlich perfekt. Aus diesem Grund sind auch so viele Menschen mit Konzepten wie Paleo so erfolgreich.

Das Problem an der ganzen Sache? Eine verringerte Darmbeweglichkeit und alle liebenswerten Symptome, die damit in Verbindung stehen. Kann der Stuhlgang nur mit langsamer Geschwindigkeit durch Dünn- und Dickdarm wandern, kommt es zu einem Blähbauch und Unterleibsschmerzen.

Wer diese Erfahrungen noch nicht gemacht hat, kann sich glücklich schätzen. In diesem Fall steht einer Diät, vollgestopft mit kalorienarmen Gemüsensorten, nichts im Weg und man wird kein Problem damit haben, satt zu werden.

Leider vergessen die Diätpropheten, die Unmengen an ballaststoffreichem Gemüse empfehlen, oft zu erwähnen, dass im Vorfeld abgesteckt werden muss, ob der individuelle Verdauungstrakt überhaupt dafür geeignet ist.

Bemerkt man also, dass die Verdauung durch die Erhöhung des Gemüseanteils schlechter wird, macht es mehr Sinn, auf die grünen Magenfüller zu verzichten, auch wenn sie zur Sättigung beitragen.

Aktuelle Wissenschaft

In einer im Jahr 2012 durchgeführten Studie untersuchten Wissenschaftler insgesamt 63 Probanden, die Probleme mit der Verdauung und Darmträgheit beklagten. Alle Teilnehmer wurden angewiesen, die Ballaststoffe in ihrer Ernährung für zwei Wochen zu reduzieren und danach langsam aber stetig auf ein angenehmes Level zu erhöhen.

Nach dem ersten Monat und nach einem halben Jahr werteten die Forscher die ungeliebten Nebenwirkungen der Probanden aus. Sie überprüften die Teilnehmer auf erschwerten Stuhlgang, aufgeblähte Bäuche und Unterleibsschmerzen.

Nach sechs Monaten entschieden sich insgesamt 41 Teilnehmer dazu, weiterhin eine ballaststoffarme Ernährung zu verfolgen, 16 erhöhten ihre Zufuhr nur moderat und lediglich sechs Probanden kehrten zu ihrem ursprünglichen Ballaststoffanteil zurück.

Interessanterweise konnten die Wissenschaftler herausfinden, dass die Teilnehmer, die sich wieder für eine hohe Zufuhr entschieden, erneut Verdauungsprobleme bekamen, während der Rest des Teilnehmerfelds signifikante Verbesserung der Verdauungsgeschwindigkeit erzielen konnte.


Viele Athleten vertragen keine großen Mengen an Ballaststoffen. Gerade unter Profi Bodybuildern werden die aufgeblähten Bäuche aber auch häufig mit dem Konsum von HGH und Insulin in Verbindung gebracht.


Die Moral

Die allgemeinherrschende Meinung besagt, dass die Verdauung durch eine Erhöhung der Ballaststoffe angeregt wird und die Frequenz der täglichen Stuhlgänge fördert. Das trifft aber nicht auf jeden Menschen zu.

Langsame Verdauung und die damit einhergehenden Probleme sind für viele Athleten ein schwerwiegender Nachteil in Diäten mit einem hohen Ballaststoffanteil. Und wenn die Verdauung irgendwann zum Erliegen kommt, wird der Bauch nur so hervorquillen, egal wie schlank man eigentlich ist.

Folgerichtig muss der Magendarmtrakt individuell bewertet werden. Der Stuhlgang darf weder schmerzhaft noch unregelmäßig sein. Weniger als drei Stuhlgänge pro Woche sollten als Alarmsignal verstanden werden und in einem Gang zum Arzt resultieren.

Wer trotz kalorienreduzierter Diät wie eine schwangere Frau kurz vor der Entbindung aussieht, muss seine Ballaststoffzufuhr überdenken.

Volumen trotz weniger Ballaststoffe

Wer zu den glücklichen Athleten gehört, die Unmengen an Salat, Brokkoli und Grünkohl schaufeln können, ohne auch nur kleinste Einschränkungen in der Verdauung zu bekommen, dem stehen alle Türen offen.

Alle anderen müssen aber nicht auf einen größeren Mageninhalt verzichten und können vom ballaststoffreichen Gemüse auf Zucchini, Gurke, Tomaten oder Pilze umschwenken und den Vorteil von hohem Volumen bei niedrigem Kaloriengehalt nutzen.

In diesem Fall müssen zwar eventuell fehlende Mikronährstoffe über Supplements ergänzt werden, um ein Defizit zu vermeiden. Trotzdem profitiert man von einer erhöhten Sättigung.

Hat man als Athlet schon mehrmals die Erfahrung gemacht, dass die Verdauung rebelliert, sobald man die ballaststoffreichen Gemüsearten erhöht, weist das auf eine Unverträglichkeit hin. Auch wenn die Sättigung für die Diät sicherlich vorteilhaft ist, führen Ballaststoffe sehr oft zu Beeinträchtigungen der Verdauung, woraufhin man auf ballaststoffärmere Lebensmittel zurückgreifen sollte, wenn man den Magen trotzdem ausreichend füllen möchte. Die schönste Form und der niedrigste Körperfettanteil sind nämlich nutzlos, wenn die Leute auf der Straße mehr Interesse daran haben, ob man ein Mädchen oder einen Jungen erwartet.


Quelle: t-nation.com/diet-fat-loss/tip-why-you-look-preggo-on-a-healthy-diet




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