Neurowissenschaft

Wie man den Verlockungen von Fast Food widersteht!


2010 wurde in den USA ein Gesetz verabschiedet, wodurch Restaurantketten mit mindestens 20 Standorten die Kalorien und Nährwerte ihrer Gerichte deklarieren müssen. Damals gab es viele Debatten darüber, ob es die Nation dazu bringen würde, weniger und gesünder zu essen. Zahlreiche Studien wurden zu diesem Thema durchgeführt und die meisten kommen zu dem Ergebnis, dass die Menschen trotzdem essen, was sie wollen.

Einige wenige Untersuchungen konnten aber zeigen, dass manche Personen die Kalorienangaben tatsächlich beachten. Die FDA sagt, dass der durchschnittliche Mensch seine Kalorienaufnahme um 30 bis 40 Kalorien senkt, wenn ihm die Nährwertangaben der Restaurants zugänglich gemacht werden. Diese Zahl macht jedoch nicht viel Mut. Eine neue Studie grub jedoch ein wenig tiefer in das Thema hinein und sah sich die Gehirnaktivität an. Die Ergebnisse könnten auch dir das nächste Mal helfen, wenn du auswärts essen möchtest.

Die Studie

Forscher zeigten College Studenten Hunderte Bilder von Nahrungsmitteln, wovon die meisten Fast Food und Desserts waren. In manchen von den Bildern war der Kaloriengehalt angegeben, in anderen nicht. Die Teilnehmer wurden gefragt, wie sehr sie das Verlangen haben, das Nahrungsmittel zu essen und sollten es auf einer Skala von 1 bis 4 bewerten. Eine 1 wäre dabei überhaupt kein Verlangen, wohingegen eine 4 bedeuten würde, dass man es unbedingt und sofort haben möchte.

Sie bewerteten diese Bilder während sie in einem funktionellen Magnetresonanztomografen (fMRT) lagen, der die Gehirnaktivität misst.

So sah ein fMRT Bild in der vorliegenden Studie aus.

Die Ergebnisse

Alle Teilnehmer bewerteten die mit Kalorienangaben versehenen Nahrungsmittel als weniger reizvoll und appetitanregend, besonders diejenigen Probanden, die sich in einer Diät befanden. Doch nun werden die Dinge, wie man sich bereits denken kann, ein wenig interessanter. Als sich die Forscher die fMRT Daten ansahen, fanden sie heraus, dass zwei Gehirnregionen, die das Essverhalten motivieren, eine verringerte Aktivität zeigten, wenn die Studenten die Kalorien sehen konnten. Die Diätenden zeigten von vornherein eine verringerte Aktivität, also waren es besonders die Nicht-Diätenden, die der Kaloriengehalt besonders stark beeinflusste.

Dies war die erste Studie, die sich ansah, wie das Gehirn eine Nahrungsmittelauswahl trifft, wenn eine Information über den Kaloriengehalt verfügbar ist. Demnach sieht so aus, als könne die Deklaration des Kaloriengehaltes auf Speisekarten tatsächlich einen Unterschied machen, da das Wissen darum ein Nahrungsmittel weniger attraktiv macht. 

Was bedeutet das für uns?

Wenn du dazu neigst, statt dem Salat mit gegrillter Hähnchenbrust die Familienpizza zu bestellen, dann solltest du vielleicht einen tieferen Blick auf die Kalorienangaben werfen. Es könnte deine Auswahl bestimmt beeinflussen. Sollten keine Nährwertangaben verfügbar sein, kannst du dir auch einen Moment Zeit nehmen, um sie auf deinem Smartphone zu googeln oder kurz zu überschlagen, bevor du dem Kellner deine Bestellung weitergibst.

Personen, die ohnehin ihre Kalorien und Makronährstoffe zählen, haben von vornherein ein besseres Verständnis dafür, wie viele Kalorien ein Nahrungsmittel liefert und welche Zutaten am meisten „Schaden“ anrichten können. Daher macht es generell Sinn, seine Ernährung zu tracken. Wenn es um die allgemeine Bevölkerung geht, sollte man überlegen, ob man die Nährwertangaben nicht direkt unter das jeweilige Gericht schreibt. In der Regel muss man dafür erst ganz nach hinten blättern oder ein gesondertes Blatt anfordern. Auch im Supermarkt lohnt es sich, zunächst einen Blick auf die Nährwerttabelle zu werfen.


Primärquelle: t-nation.com/diet-fat-loss/tip-how-to-resist-junk-food-according-to-science
Literaturquelle:
Courtney, Andrea L., et al. „Calorie information and dieting status modulate reward and control activation during the evaluation of food images.“ PloS one 13.11 (2018): e0204744.

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