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Die Fakten zu künstlichen Süßstoffen


Sind künstliche Süßstoffe gefährlich?

In sehr vielen Lebensmitteln ist Zucker enthalten. Das gilt selbst für Nahrungsmittel, die nicht süß schmecken und wo er deshalb auch nicht vermutet wird. Zucker ist einer der Hauptgründe für viele Krankheiten und Übergewicht. Dagegen können sich die Verbraucherinnen und Verbraucher kaum wehren. Da ist es nur folgerichtig, wenn sich nach Alternativen umgeschaut wird, um die Menge der Zuckeraufnahme einzugrenzen. Hier kommen die künstlichen Süßstoffe ins Spiel, die auch in vielen Supplementen enthalten sind. Mit ihnen sind viele Fragen verbunden. Ist dies gesund? Was ist mit dem Insulinspiegel und dem Blutzuckerhaushalt? Sind künstliche Süßstoffe giftig? Helfen Light Produkte beim Abnehmen und Muskelaufbau? Wieviel Chemie ist in Ordnung? Gibt es Alternativen zu den Alternativen? Im Internet kursieren viele Gerüchte. Die meisten davon wurden von gewissen Interessengruppen lanciert, um die Menschen auf eine spezielle Linie zu bringen. Wie so oft liegt auch hier die Wahrheit in der Mitte. Gerade für Kraft- und Ausdauersportler, die wegen ihres hohen Bedarfs an Nährstoffen und Mineralien auf Nahrungsergänzungsmittel angewiesen sind, ist das Wissen um die künstlichen Süßmittel und um deren Vor- und Nachteile sehr wichtig. In diesem Artikel erfährst du zudem, welche künstlichen Süßstoffe es gibt und in welchen Lebensmitteln sowie Supplementen sie hauptsächlich eingesetzt werden.


 

red-bull-sugar-free-doseWas sind künstliche Süßstoffe?

Unter einem künstlichen Süßstoff wird ein synthetisch hergestellter Ersatzstoff für Zucker verstanden, der eine erheblich größere Süßkraft als Zucker besitzt. Sein physiologischer Brennwert, also seine spezifische Energiedichte bei der Verstoffwechselung, ist sehr gering und teilweise gar nicht vorhanden. Anders als Zucker bieten die künstlichen Süßstoffe den Bakterien, die für Karies verantwortlich sind, keinen Nährboden, weil sie im Mund nicht umgewandelt („metabolisiert“) werden. Ein künstlicher Süßstoff muss chemisch in der Lage sein, an den Geschmacksrezeptoren des Menschen andocken zu können. Bei der Berechnung der relativen Süßkraft wird stets von Saccharose (Kristall- oder Haushaltszucker) ausgegangen, der für den Vergleich bzw. die Berechnung die Wertigkeit 1 erhält. Der Wert 500 besagt somit, dass der Süßstoff 500 Mal verdünnt werden muss, damit er die gleiche Wirkung wie eine drei- bis vierprozentige Saccharoselösung hat. Darüber hinaus sind die künstlichen Produkte von äußeren Faktoren abhängig. Insbesondere die Bestandteile der zu süßenden Nahrung, deren Temparatur sowie dessen ph-Wert verändern den Wirkungsgrad. In den meisten Fällen werden mehrere künstliche Süßstoffe verwendet, da es zu Synergien zwischen den gewählten Produkten kommt und damit eine höhere Süßkraft erreicht werden kann. Um den Geschmack zu verbessern, eignet sich eine Kombination aus Süßstoffen, die auf Saccharose basieren, mit anderen Süß- bzw. Zuckeraustauschstoffen. Der Geschmack der synthetisch hergestellten Süßmittel ist relativ neutral. Pur können die Süßstoffe jedoch leicht säuerlich schmecken bzw. im Mund einen Geschmack von Menthol oder Laktritz erzeugen.


Welche künstlichen Süßstoffe gibt es?

Die Liste der künstlichen Süßstoffe ist sehr lang. Die am häufigsten vorkommenden und in der EU sind u.a. :

– Acesulfam-K
– Aspartam
– Aspartam-Acesulfam-Salz
– Cyclamat
– Saccharin
– Sucralose

Hinzu kommen Präparate, welche Mitte der 2010er Jahre von der EU nicht genehmigt werden (u.a. Ailtam, Brazzein, Lugdunam und Monellin). In Eiweißpulver werden beispielsweise häufig Acesulfam-K, (Natrium-)Cyclamat, Saccharin und Sucralose verwendet. In immer selteneren Fällen kommt Aspartam zum Einsatz. Je nach Geschmacksrichtung werden die Süßstoffe miteinander kombiniert. Aspartam ist sehr beliebt beim Einsatz in Kaugummis, die als „sugar free“ vermarktet werden. Hier kommt auch in geringen Mengen der Zuckeraustauschstoff Xylit vor.


Welche Lebensmittel bzw. Nahrungsergänzungsmittel werden mit künstlichen Süßstoffen versehen?

Künstliche Süßstoffe werden vor allem in Light Produkten eingesetzt, die als solche auch klar erkenntlich sein müssen. Durch die starke Süßkraft kann auf dein Einsatz von Kristallzucker verzichtet werden. Es gibt jedoch Light Produkte, die alles andere als sugar free sind. Sie weisen sogar einen erhöhten Zuckeranteil auf und sind nicht mit Süßstoffen versehen. Hier bezieht sich die Formulierung „Light“ auf den verhältnismäßig geringen Fettanteil. Du musst daher immer genau nachsehen, wie sich die Nährstoffe prozentual verteilen.
Wie bereits erwähnt, wird Zucker sehr oft in vielen Lebensmitteln eingesetzt. Dies ist ein wichtiger Anlass für die Nutzung künstlicher Süßstoffe. Der häufigste Grund für deren Einsatz ist der geringe Kaloriengehalt. Dadurch können die Nahrung sowie die Nahrungsergänzungsmittel mit einer deutlich geringeren Energiedichte ausgestattet werden. Insbesondere Eiweißpulver, Sportgetränke sowie andere Supplemente für Muskelaufbau und Fettabbau werden auf diese Weise gesüßt.


 

Stevia ist rund 300 mal süßer als Zucker und auch für Diabetiker geeignet

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Drohen gesundheitliche Gefahren bei der Einnahme künstlicher Süßstoffe?

Chemie ist nicht gleich Chemie. Der menschliche Körper ist Chemie. Wasser ist es ebenso. Die Frage ist vielmehr, wann Chemie für den Menschen schädlich wird. Du musst dich dies immer vor Augen führen, wenn Du dich mit dieser Frage beschäftigst. Im Zeitalter des WWW gibt es ein geflügeltes Wort: „Das Internet lügt“. Panikmache und Irreführungen sind im Netz an der Tagesordnung. Es gibt nur sehr wenige gesicherte Erkenntnisse über die Langzeitwirkung von Süßstoffen. Insbesondere bei der kombinierten Anwendung fehlen derartige Nachweise. Es gab viele Studien, die zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangt sind. Warum dies so ist, lässt sich nur spekulieren. Häufig werden solche Untersuchungen von Unternehmen in Auftrag gegeben, die davon ein bestimmtes Resultat erwarten. Du kannst dir allerdings ziemlich sicher sein, dass durch die Verwendung von Süßstoffen kein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Dies hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bestätigt. Nur in einer Studie entstand ein erhöhtes Blasenkrebsrisiko, das im Zusammenhang mit einer extrem hohen Dosierung der Süßstoffe stand. Diese an Ratten ausgeführte Untersuchung ist allerdings schon knapp 50 Jahre her. Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung, das den Einsatz der in Deutschland und der EU zugelassenen künstlichen Süßstoffe für unbedenktlich bzgl. der Gesundheit einstuft.


Vor- und Nachteile künstlicher Süßstoffe

Die Vorteile der künstlichen Süßstoffe sind offensichtlich. Die stark süßende Wirkung bei geringer bis keiner Energiedichte – also bei so gut wie keinen Kalorien – macht die synthetisch hergestellten Süßmittel zu einer Alternative für Sportlerinnen und Sportler sowie Abnehmwillige gleichermaßen. Dank der starken Süßkraft benötigst Du auch nur eine sehr geringe Dosis. Viele Getränke und Speisen können ohne die aus dem Kristallzucker stammenden schlechten Kohlehydrate verzehrt werden.
Ein Nachteil der Süßstoffe ist sicherlich der leichte Ansatz zur Säuerlichkeit bzw. zu Lakritz- und Methanolaromen. Dies kann sich insbesondere beim Backen oder beim sonstigen Herrichten von Süßspeisen bemerkbar machen. Oft wird den Süßstoffen nachgesagt, dass sie dem Körper einen Zuckerverzehr vorgaukeln und somit die Bauchspeicheldrüse anregen, was wiederum zur Anhebung des Blutzuckerhaushaltes und zu Insulinspitzen führen kann. Wissenschaftlich bewiesen ist dies nicht. Trotzdem gilt bei künstlichen Süßstoffen die gleiche Regel wie bei allen anderen natürlichen und synthetisch hergestellten Lebensmitteln: Zu viel ist zu viel. Verwendest du eine moderate Menge an Süßstoffen, können dir die Zuckeralternativen im Ernährungsalltag sehr behilflich sein.

Aspartam ist in den letzten Jahren verstärkt in die Kritik geraten, weil es gesundheitsgefährdende Eigenschaften besitzen soll. Beim Verzehr wandelt der menschliche Körper das Aspartam in mehrere Bestandteile um. Darunter ist auch Methanol. Um eine toxische Vergiftung zu bekommen, müssten Sie allerdings 5 kg Proteinpulver – nur das Pulver ohne Wasser oder Milch – an einem Tag zu sich nehmen. Das ist unmöglich. In verzehrüblichen Mengen sind Aspartam und alle anderen künstlichen Süßstoffe unschädlich. Zum Vergleich, wer innerhalb einer Stunde 7 Liter Wasser trinkt, kann daran sterben. Deshalb kommt aber auch niemand auf die Idee zu sagen, dass Wasser prinzipiell tödlich sei. Ungeachtet dessen sollten Sie darauf achten, liquide Light Produkte wie Cola Zero oder Pepsi Max in Maßen zu trinken. Deine Hauptquelle für die Flüssigkeitszufuhr sollte immer Wasser sein. Das ist deine Basis. Alle anderen Getränke – einschließlich der Light Produkte – können dann als Ergänzung als gelegentliche Highlights deinen Ernährungsalltag aufwerten. Alle Formen des Süßens haben Vor- und Nachteile. Du kannst daher bedenkenlos synthetisch hergestellte Süßstoffe nutzen. Dies steht nicht im Gegensatz zu einer gesundheitlich orientierten Ernährungsweise. Die richtige Mischung macht es aus.


 

Xucker- Xyliti Pulver ist eine beliebte alternative zu Zucker so wie auch Süßstoffen

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Gibt es Alternativen zu künstlichen Süßstoffen?

Eine relativ neue Alternative zum Zucker und zu den künstlichen Süßstoffen ist Stevia. Die Blätter der aus Südamerika stammenden Pflanze sind extrem süß. Der darin enthaltende Stoff Steviosid ist 150 bis 300 Mal süßer als Zucker. Der Nachteil ist der hohe Preis. Reines Stevia kostet deutlich mehr als die synthetisch hergestellten Süßstoffe. Allerdings benötigst du davon nur sehr wenig zum Süßen. Günstigere Stevia-Produkte sind häufig mit Maltoxin oder anderen Zutaten gestreckt und haben eine deutlich schwächere Süßkraft. Wenn du Stevia nutzen möchtest, solltest du auf das reine Produkt zugreifen und sich von raffinierten Steviamitteln fernhalten.

Eine weitere bekannte Alternative ist Xylit. Der „Birkenzucker“ ist ein Zuckeralkohol und wird als Zuckeraustauschstoff eingesetzt. Xylit wirkt laut diverser Studien antikariogen und schützt damit die Zähne. In größeren Mengen kann Xylit nicht genutzt werden, da es Durchfall verursachen kann. Agavendicksaft und andere auf Fruktose basierende Zuckeraustauschstoffe sind für Sportlerinnen und Sportler sowie für sonstige Abnehmwillige eher ungeeignet. Fruktose hat mehrere Nachteile. Sie unterdrückt die natürliche Wirkung von Leptin, dem Sättigungshormon des Gehirns, und ist damit ein wirkungsvoller Appetitanreger. Wer viel Fruktose zu sich nimmt, wird noch mehr Fruktose zu sich nehmen.


 


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