Enzyme und eiweißreiche Ernährung


Wer wachsen will, der muss viel essen, doch das Wachstum hängt zu einem großen Teil auch davon ab, ob und wie die Nährstoffe vom Körper aufgenommen werden. Bei der Verdauung kann es bei einigen Menschen insbesondere im Zusammenhang mit einer eiweißhaltigen Ernährung zu Problemen kommen, die unter Umständen von Enzymen aus der Welt geschafft werden können. Um diese richtig nutzen zu können, muss man allerdings verstehen, wie genau sie wirken. Wir wollen euch nachfolgend einen kleinen Überblick über die drei wichtigsten Enzyme als Supplements geben!

Was sind Enzyme?

Enzyme sind Proteine, die eine biochemische Reaktion katalysieren. Katalysieren bedeutet, dass die „Aktivierungsenergie“ einer chemischen Reaktion herabgesetzt wird. Die Aktivierungsenergie wiederum ist die Energie, die aufgewendet werden muss, dass eine chemische Reaktion ablaufen kann. Sie kann vereinfacht als Temperatur betrachtet werden. Viele chemische Reaktionen laufen nur bei hohen Temperaturen ab, doch der menschliche Körper hat nur eine Temperatur von ungefähr 37°C. Das würde bedeuten, dass die allermeisten Stoffwechselvorgänge gar nicht ablaufen könnten. Da kommen jedoch die Enzyme ins Spiel, die diese Reaktion möglich machen. Ein ganz kleiner Teil der menschlichen Enzyme spielt eine Rolle beim Aufbrechen von Makronährstoffen wie Proteinen oder Kohlenhydraten während der Verdauung. Der Name eines Enzyms endet stets auf -ase. Ein bekanntes Enzym ist zum Beispiel die Laktase. Dieses Enzym „spaltet“ (korrekt: senkt die Aktivierungsenergie zur Spaltung von…) Laktose. Fehlt Laktase, so verträgt der Mensch keine Laktose und leidet unter der allseits bekannten Laktoseintoleranz. Andere Enzymklassen sind beispielsweise Proteasen oder Lipasen, die Protein oder Fette (Lipide) spalten. Viele Enzyme wie Papain oder Bromelain haben Eigennamen und enden daher nicht auf -ase. Sie gehören aber zu den Proteinasen, da sie Proteine spalten.

Enzyme können dabei helfen. Nährstoffe zu spalten.

Enzyme sind – wie erwähnt – Proteine und werden daher wie andere Proteine im Verdauungstrakt zerlegt, in Aminosäuren aufgespalten und aufgenommen. Bis dahin können sie aber im Verdauungstrakt wirken. Das heißt, Enzyme können zum Beispiel im Dünndarm helfen, sowohl Proteine als auch Fette oder Kohlenhydrate zu spalten, bis sie selbst auch gespalten werden. Es gibt bis zum heutigen Tag eine Debatte darüber, ob Enzyme auch zum kleinen Teil funktionstüchtig ins Blut aufgenommen werden können (1,2). Für Bromelain scheint das zumindest in kleinen Mengen zu stimmen.

Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Enzyme sensibel für Magensäure sind. Das heißt, sie verlieren nach der oralen Einnahme sehr schnell an Aktivität. Daher werden sie in Supplements sinnvollerweise in Kapseln mit einer Hülle Hydroxypropylmehtylcellulose verpackt. Von dieser Schutzhülle umgeben, schaffen es die Enzyme in den Dünndarm, wo auch die Enzyme aus Pankreas (Ductus pancreaticus) und Gallenblase (Ductus choledochus) ankommen.

Laktase

Laktose, auch Milchzucker genannt, ist ein Zweifachzucker aus einem Molekül Galaktose und einem Molekül Glukose. Sie kommt in der Milch von Säugetieren vor. Die meisten Säugetiere hören nach dem Babyalter auf Milch zu trinken, während der Mensch sich an das lebenslange Milchtrinken gewöhnt hat und deshalb üblicherweise bis ins Erwachsenenalter Laktase produziert. Gerade im Bodybuilding sind Milchprodukte sehr verbreitet und die meisten Molkeproteine, sowie Casein (Magerquark) enthalten Laktose. Es gibt jedoch Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht genügend Laktase produzieren und daher die Laktose in Milchprodukten nicht abbauen können. Je nach Schwere und Menge der konsumierten Milchprodukte kann in diesem Fall das Einnehmen von Laktase als Tablette helfen. Die Laktase wird dabei aus Hefen extrahiert.

Papain

Papain ist ein Enzym, dass in der Papayapflanze (Carica papaya) natürlicherweise vorkommt. Der Pflanze dient es als Schutz gegen Schädlinge, doch schon seit langem nutzt auch der Mensch die eiweißspaltende Wirkung in der Bierklärung oder um Fleisch zarter zu machen. Bei Personen, die Beschwerden bei der Verdauung von eiweißhaltiger Nahrung haben, kann die Einnahme von Papaya-Extrakt (Papain) ebenfalls helfen.

Kann ich nicht statt der Papain Tabletten auch einfach Papaya Frucht, zum Beispiel getrocknete Papayas aus einer der bekannten Online Drogerien essen? Leider nein, denn Papain kommt vor allem in der unreifen Frucht und den Samen vor. Gewonnen wird es aus dem „Latex“ der Pflanze, indem die unreife Pflanze aufgeritzt und der Latex aufgefangen wird. In der reifen Frucht ist kaum noch Papain enthalten. Durch das Trocknen geht nochmals sehr viel Aktivität von Papain verloren, weshalb man Unmengen an Papaya essen müsste, um genügend Papain aufzunehmen.

Bromelain

Bromelain ist genau genommen der Überbegriff für zwei verschiedene Enzyme, die in der Ananas (Ananas comosus) vorkommen. Das eine (Frucht-Bromelain) kommt in der Frucht selbst vor, während das zweite (Stamm-Bromelain) im Stamm der Pflanze zu finden ist. Für Supplements mit Bromelain wird häufig der Stamm genutzt, da die Frucht zum Verzehr verkauft werden kann. Im Gegensatz zum Papain, findet sich das Bromelain auch in der reifen Ananaspflanze. Allerdings kann die Konzentrierung von Bromelain im Ananas Extrakt die Aufnahme von genügend Bromelain natürlich deutlich erleichtern.

Fazit

Verdauungsprobleme können gerade im Zusammenhang mit eiweißreicher Ernährung auftreten. Da kann es durchaus Sinn machen, auf Supplements mit Enzymen zurückzugreifen. Diese sollten nach Möglichkeit kurz vor der entsprechenden eiweißhaltigen Mahlzeit eingenommen werden!


Quellen:
1) pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm3_38_2000
2) pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm4_51_2000




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