Fasten nicht effektiver für die Fettverbrennung?


Das intermittierende Fasten wurde innerhalb der letzten Jahren zu einer der beliebtesten Diätformen für Personen, die eine Verringerung des eigenen Körperfettanteils anstreben. Hauptsächlich beläuft sich die Überzeugung dieses Ernährungssystems darauf, dass man das Essensfenster auf vier bis acht Stunden pro Tag limitiert und damit die Kalorienverbrennung, die Blutzuckerregulation und die Verdauung verbessert. Es gibt viele Anhänger, darunter auch Experten, die der Ansicht sind, dass intermittierendes Fasten eine gute, sichere und gesunde Option darstellt, wenn es um die Wahl eines Diätprotokolls geht!

Einem Artikel im Fachjournal JAMA Internal Medicine zufolge, der sich sich mit den Effekten vom Alternate Day Fasting (Konzept basierend auf intermittierendem Fasten) beschäftigt, scheint durch Fasten allerdings kein wesentlicher Vorteil zu entstehen.

Ein Forschungsteam aus Chicago untersuchte 100 übergewichtige Erwachsene über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Patienten wurden dabei nach dem Zufallsprinzip in eine von drei Gruppen eingeteilt:

  • Kontrollgruppe (keine Ernährungsanpassungen)
  • Gruppe mit limitierter Kalorienaufnahme (75 Prozent des täglichen Kalorienbedarfs)
  • Alternate Day Fasting Gruppe (25 Prozent des täglichen Kalorienbedarfs an Fastentagen, 125% des täglichen Kalorienbedarfs an „Essenstage“)

Die Forscher überwachten ihre Probanden über ein Jahr und werteten daraufhin die Effekte der verschiedenen Diäten aus.

Fasten soll zumindest in Bezug auf den Gewichtsverlust keinen Vorteil gegenüber anderen Diäten haben. Das schlussfolgern jedenfalls Forscher aus Chicago.

Wie zu erwarten war, gab es in der Kontrollgruppe keinen nennenswerte Veränderungen in puncto Gewichtsverlust. Die beiden anderen Gruppe konnte allerdings sichtbare Resultate erzielen, denn sie verloren im Verlauf eines Jahres ungefähr fünf bis sechs Prozent ihres ursprünglichen Körpergewichts. Die Alternate Day Fasting verzeichnete einen Verlust von sechs Prozent, während die Gruppe mit ausschließlich limitierter Kalorienaufnahme, sprich die „Normaldiätenden“, eine Reduktion von 5,3 Prozent vorweisen konnte.

Das durchschnittliche Alter der insgesamt 100 Probanden (86 Frauen, 14 Männer) betrug 44 Jahre. Interessant zu erwähnen ist, dass die Aussteigerquote bei der Alternate Day Fasting Gruppe mit 38 Prozent am höchsten war. In der Gruppe mit den „Normaldiätenden“ stiegen 29 Prozent, in der Kontrollgruppe nur 26 Prozent frühzeitig aus.

In der Alternate Day Fasting Gruppe wurde an den Fastentagen mehr gegessen als vorgegeben und an den „Essenstage“ hingegen weniger, während die „Normaldiätenden“ ihre Vorgaben bezüglich der Kalorienaufnahme grundsätzlich trafen. Was Blutdruck, Herzfrequenz, Triglyceride, gefasteten Blutzucker, Insulinresistenz oder Homocysteinwerte angeht, konnten zwischen den beiden Versuchsgruppen zum Zeitpunkt von Monat 6 und 12 keine signifikanten Unterschiede beobachtet werden.

Die HDL Werte erhöhten sich in der Alternate Day Fasting Gruppe zum Zeitpunkt des sechsten Monats signifikant, bei Monat 12 jedoch nicht. Bei den LDL Werten konnte in der Fastengruppe eine signifikante Steigerung bei Monat 12 festgestellt werden. Als Vergleich dienten in beiden Fällen die Cholesterinwerte der „Normaldiätenden“.

In ihrem Fazit schlussfolgern die Wissenschaftler aus Chicago, dass es keine großartigen Unterschiede zwischen den beiden Versuchsgruppen gab und intermittierendes Fasten verglichen mit einer normalen Diät keine überlegenen Resultate im Hinblick auf Gewichtsverlust oder Gewichtserhalt erzielt. Es konnte zudem ein erhöhtes Risiko für Rückfälligkeit beobachtet werden, das als einflussreich beschrieben werden müsse. Die Studie legt also erneut den Verdacht nahe, dass zumindest hinsichtlich der Fettverbrennung nur die Kalorienanzahl eine Rolle spielt. Parameter wie beispielsweise das Sättigungsgefühl oder das allgemeine Wohlbefinden wurden in diesem Experiment nicht berücksichtigt, was zum Ende hin ebenfalls erwähnt werden sollte!


Quelle: breakingmuscle.com/fitness/fasting-isnt-the-dieting-secret-weapon-you-think
Referenzstudie:
John F. Trepanowski, Cynthia M. Kroeger, Adrienne Barnosky, Monica C. Klempel, Surabhi Bhutani, Kristin K. Hoddy, Kelsey Gabel, Sally Freels, Joseph Rigdon, Jennifer Rood, Eric Ravussin, Krista A. Varady. „Effect of Alternate-Day Fasting on Weight Loss, Weight Maintenance, and Cardioprotection Among Metabolically Healthy Obese Adults.“ JAMA Internal Medicine, 2017.




Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben
Gannikus.com

Gannikus.com