Fünf Gründe, wieso Eier gesund sind – und welche fünf Risiken nicht existieren


Hab keine Angst vor Eiern! Eier sind eine richtig coole Proteinquelle, sie liefern unglaublich viele Nährstoffe für Dein Gehirn, leicht verdauliche Aminosäuren und Vitamine, die Dein Wohlbefinden und die gesamte Gesundheit stärken.


Obwohl sie mit zu den nährstoffreichsten Lebensmitteln auf diesem Planeten zählen, werden Eier oftmals verteufelt, weil viele Menschen einiges nicht verstehen und auf die Propaganda der Gesundheitsbehörden achten, deren Aussagen auf veralteten Lehrbüchern basieren. Die angeblichen negativen Effekte auf die Gesundheit werden auf eine Stufe mit dem Rauchen gestellt – der Weg zur Hölle. Und wenn man den nicht geht, bleibt man halt stehen. Mit einem Fuß in dem Grab. Bullshit.

6805264059_2dffa2c790_zBesteht wirklich das Risiko, dass das Essen von Eiern so gefährlich für Deine Gesundheit und Deine Lebensqualität ist?

Nein.  Alles, was wir in der Ernährungsforschung wirklich herausfinden, ist, dass es immer um den Kontext geht, in dem die Ergebnisse stehen. Auch wenn es keine Begründung gibt, Eier von Natur aus zu fürchten und sie komplett  aus der Ernährung zu verbannen, gibt es doch – sogar von meiner Seite aus – die Bitte um ein wenig Vorsicht und selbstständiges Denken in manchen Situationen.

Dieser Artikel wird Dir fünf überzeugende Vorteile von Eiern aufzeigen. Und Dir erklären, wie man mögliche Gefahren beim Verzehr vermeidet.


#1 Eier sind perfekt für eine gute Körperzusammensetzung, weil sie eine Konstellation an Aminosäuren mit sich bringen, die die Entwicklung von Kraft und Magermasse unterstützen kann.

Eier rasieren alles auf den vier wissenschaftlichen Skalen für Proteinqualität – sie sind reich an Aminosäuren, die der Körper zur Reparatur von Muskelmasse nutzen kann. Eier haben die zweithöchste Konzentration an Leucin (nach Milch, welche unangefochten die Nummer 1 darstellt) – der wichtigsten Aminosäure für den Muskelaufbau.


#2 Eier sind reich an Nährstoffen, die Dich schlauer machen. Brainfood.

Im Eigelb ist Cholin zu finden – das kann vom Körper genutzt werden, einen wichtigen Neurotransmitter zu bilden. Acetylcholin. Zuständig für die kognitiven Fähigkeiten. Verbesserst Du den Neurotransmitter, verbesserst Du somit Motivation und Fokus.

Cholin wirkt auch auf die Leber – entgiftend. Und die Leber neigt nicht so sehr dazu, Fett anzulagern, was ihre Funktion beeinflussen würde.


#3 Eier sind gut für die Knochengesundheit und zur Vorbeugung von Frakturen.

Das überlegene Aminosäurenprofil, das Du in Eiern findest, hilft – wie geschrieben – beim Aufbau von Magermasse. Wenn wir den Faden mal weiter spinnen: Mehr Muskelmasse = besserer Knochenschutz. Bessere Knochengesundheit!

Zusätzlich enthalten Eier zwei Schlüsselvitamine für die Knochen: Vitamin D und Vitamin K. Beide sind fettlöslich und damit in Eiern genau richtig aufgehoben. Somit hat uns die Natur auch hier eine Quelle gebastelt, die eine super Bioverfügbarkeit an den Tag legt und eine maximale Absorption und Verwendung durch den Körper erlaubt.

Neben der Unterstützung im Knochenbusiness hat Vitamin D auch eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung – von Vitamin D wirst Du inzwischen einige Vorteile kennen. Von der Krebsprävention bis zur Fettverbrennung wird überall mitgemischt.


#4 Eier sind ein erschwingliches Lebensmittel

Reich in den Antioxidantien Selen, Lutein, Zeaxanthin – Eier zu essen hilft, die Entzündungsmarker im Körper zu senken und damit die Gesamtgesundheit zu stärken.

Selen zum Beispiel ist ein entscheidender Nährstoff für die antioxidativen Abwehrkräfte des Körpers und hilft bei der Produktion von Schilddrüsenhormonen. Zeaxanthin hat krebsverhindernden Charakter, Lutein verbessert die Blutzuckerspiegel und senkt das Insulin – dadurch wird der Körper in einen antientzündlichen Zustand gebracht.

4985481182_588e8567c6_z


#5 Eier können ein richtig leckerer Teil der Ernährung sein, auch wenn Du auf Defi bist – weil sie gut sättigen.

Studien zeigen, dass Eier das Sättigungsgefühl schnell herbeiführen, weil sie eine hochwertige Protein2929404486_8f13d0b9bc_zquelle sind – damit reduzierst Du den ganzen Junk, den Du sonst eigentlich essen würdest. Zusammen mit dem verbesserten Insulinverhalten führte das dazu, dass 5kg Körperfett in einer 12wöchigen Studie abgebaut wurde, in der die Testpersonen drei Eier täglich essen mussten, während sie einer lowcarb Ernährungsform folgten.

In einer anderen Studie aßen Personen Eier zum Frühstück, was zu einer größeren Reduktion des Taillenumfangs und zu weniger Hungergefühl über den Tag führte als bei einem Frühstück, das Kohlenhydrate enthält. Allerdings warnen die Forscher davor, Eier zusammen mit Lebensmitteln zu kombinieren, die normalerweise dazu gegessen werden – Toast oder verarbeitetes Fleisch wie Wurst, Speck etc.


Mit all diesen schönen Fakten im Hinterkopf – schauen wir uns doch einmal an, was die wirklichen Gefahren sind. 


Mögliche Gefahr #1: Einige Assoziationsstudien zeigen Auswirkungen des Verzehrs von Eiern auf die Gesundheit – zum Beispiel Herzerkrankungen, Diabetes und Krebs.

Die Wahrheit: Hab keine Angst – das sind Assoziationsstudien, welche einen sehr schlechten Ruf in der wissenschaftlichen Welt haben. Diese Ergebnisse können unterschiedlich erklärt werden:

Erstens, große Erhebungen bezüglich der Nahrungsaufnahme der Bevölkerung zeigen, dass Menschen, die viele Eier essen, dazu tendieren, sich hochkalorisch und fettreich zu ernähren – somit auch viele gesättigte Fettsäuren zuführen.

Man kann nicht sagen, dass Eier der Grund dafür sind, dass diese Menschen mehr Kalorien oder mehr Fett essen – sie würden das vermutlich machen, auch wenn es keine Eier mehr auf der Welt gäbe – sie entscheiden sich grundsätzlich für höhere Kalorien und mehr fetthaltige Lebensmittel.

Und – weil es irgendwie zum Hobby einiger „Experten“ wurde, dass highfat Ernährungsformen mit größerem Krankheitsrisiko und Verfettung assoziiert wurden, machen sie natürlich auch vor den Eiern nicht Halt. Daher sollte man eher die Tendenz der restlichen Ernährung im Auge behalten und es nicht auf drei Eier täglich schieben.

Zweitens: Diesen Studien wird eine sehr niedrige Qualität zugesagt – und es wird kritisiert, dass statistische Analysen verwendet werden, die nicht angemessen sind. In einer Studie beispielsweise haben die Forscher geschaut, ob ein Zusammenhang zwischen Eierkonsum in 34 Ländern und dem dortigen Darmkrebsauftreten existiert. Die Daten zeigten, dass Menschen, die mehr Eier essen, eher zu Darmkrebs neigen. Diese Studie konnte man nicht ernst nehmen.

Eine zweite Studie fand heraus, dass – sollte man die Nummer der Länder in der Studie erhöhen – das Ergebnis sich um 180° gedreht hat. Und auf einmal waren die Länder mit höherem Eiverzehr eher verschont von Darmkrebs. Außerdem zeigen doch einige Studien, die die Korrelation zwischen Eikonsum und der Sterberate behandeln, dass Eier eher schützend sind.

Kernaussage: Lies keine Assoziationsstudien, wenn Du Deine Ernährung planst. Dadurch wird nichts bewiesen und nichts ist verlässlich. Man kann das immer so hin- und herinterpretieren, wie man möchte beziehungsweise welches Ergebnis man haben will!


Mögliche Gefahr #2: Eier sind voll mit gesättigten Fetten + Cholesterin. Und jeder weiß, dass beide das Risiko für Herzkreislaufkrankheiten steigen lassen.

Die Wahrheit: Eier enthalten eine gewisse Menge gesättigter Fette (1,6 Gramm) und Cholesterin (200mg). Beides wurde früher als Hauptursache für Herzerkrankungen angesehen, was aber längst durch jüngere Studien widerlegt wurde.

Einfach gesagt – Nahrungsmittel zu essen, die Cholesterin enthalten, steigern nicht Dein körpereigenes Cholesterin. In Wirklichkeit ist der Cholesterinspiegel bei gesunden Menschen autoreguliert, was bedeutet, dass der Körper am Folgetag des Cholesterinkonsums einfach etwas weniger produziert und vice versa.

Blausen_0259_CoronaryArteryDisease_02

Also: Die Angst vor Herzkrankheiten und hohem Cholesterin, die man mit Eiern assoziiert, kommt aus der Vergangenheit und sollte da auch bleiben. Damals gab es weniger Daten darüber – und fehlerhafte Theorien über die kardiovaskuläre Gesundheit.

Die tatsächliche Gefahr besteht darin, eine Ernährung zu führen, die voller raffinierter Kohlenhydrate und Fette ist. Wissenschaftler haben kürzlich festgestellt, dass ein hoher Kohlenhydratkonsum in Form von raffinierter Stärke und Zucker eher Schuld an Plaquebildung in den Arterien hat als das Nahrungscholesterin.

Bedenken wir nun, dass die Menschen traditionellerweise Eier frühstücken – und dazu noch Toast mit Marmelade, Pfannkuchen, Sirup, Wurst, Speck, Brötchen, Süßkram. Lauter Sachen voller teilweise schlechter Fette und mit hohem Carbgehalt.

Der Durchschnittsbürger isst sowohl high fat, high carb. Auch in den anderen Mahlzeiten. Und schwupps, gehen die Entzündungsmarker hoch. Die Lösung besteht darin, die verarbeiteten Kohlenhydrate zu vermeiden und auf pflanzliche Kohlenhydrate wie Gemüse und Obst zurückzugreifen, den totalen Kohlenhydratkonsum zurückzuschrauben und dafür mehr Protein und Fett zu essen. Genieß die Eier.

Kernaussage: Eier sind nicht der entscheidende Faktor für erhöhte Triglyceride, erhöhte Cholesterinspiegel, Plaquebildung in den Arterien oder Herzerkrankungen. Die Kombination aus high carb, high fat und verarbeiteten Produkten – das ist das Problem.

Vermeide den ganzen Bullshit und verstehe, dass Eier eine super Proteinquelle darstellen.


Mögliche Gefahr #3: Es gibt gewisse Stadien, in denen der hohe Cholesterin- und Fettgehalt der Eier die Entzündungsmarker und das Risiko einer Herzerkrankungen steigern lässt. Daher ist es besser, grundsätzlich auf Eier zu verzichten.  

Die Wahrheit: Im ersten Teil der Aussage steckt ein bisschen Wahrheit, aber es ist nicht notwendig, die Eier total aus der Ernährung zu verbannen. Hier ein Kompromiss: Oxidiertes Cholesterin IST gefährlich und es kann den Adern und dem Bindegewebe Schaden zufügen.

Cholesterin wird oxidiert, wenn es bei hoher Hitze über lange Zeit gebraten/gekocht/gebacken wird. Eine Studie zeigt, dass gebratene Eier im Vergleich zu gekochten oder Rohen Eiern höhere Level an oxidiertem Cholesterin enthalten.

Eine andere Studie zeigt, dass die Lagerung von Eiern bei Raumtemperatur für 45 Tage mit anschließendem Kochen oder Braten zu deutlich höherem Gehalt an oxidiertem Cholesterin geführt hat, der höchste natürlich wieder in gebratenen Endprodukten. Ebenso konnte man eine Reduktion der Omega 3 – Fettsäuren beobachten, was eindeutig mit der langen Lagerung in Verbindung gebracht wurde.

Der Schlüssel ist also, zu vermeiden, alle tierischen Produkte, die lange bei hohen Temperaturen gekocht oder gebraten wurden – egal ob Fleisch oder Eier, beide enthalten Cholesterin und instabile Fette – zu konsumieren. 

Außerdem ist es wichtig, zu wissen, dass der menschliche Körper auf unterschiedliche Wege darauf reagiert, wenn Cholesterin zugeführt wird. Im Allgemeinen besteht die Reaktion darin, das Körpercholesterin etwas runterzufahren. Bei den meisten Menschen wird der Spiegel ab ca. 400mg Cholesterin (was zwei handelsüblichen Hühnereiern entspricht) deutlich heruntergefahren.

Allerdings haben Typ 2-Diabetiker eine reduzierte Aufnahme von Cholesterin, das durch die Nahrung aufgenommen wird – aber ihre Leber produziert mehr Cholesterin. Insulinresistenz macht sie wohl etwas unsensibler zu Nahrungscholesterin, das heißt, dass Eier in einer Diät, die die Insulinsensitivität steigern soll, ziemlich gut sind!

Beispiel: Eine recht junge Studie zeigte, dass übergewichtige und insulinresistente Menschen, die eine Lowcarbdiät mit drei Eiern pro Tag verfolgten, geringere Entzündungsmarker und weniger Körperfett nach dem Ende dieser zwölfwöchigen Studie hatten. Es sollte niemanden mehr überraschen, dass der Schlüsselfaktor für eine gesunde Ernährung das Gesamtkonzept ist – völlig egal, ob da jetzt Eier dabei sind oder nicht.

Kernaussage: Eier wurden immer wieder als Ursache von Gesundheitsproblemen verrufen, weil sie immer mit den wirklich schädlichen Sachen zusammen gegessen wurden. Diese anderen Dinge (Brot, verarbeitet Carbs, Transfette) sind die Dinger, die zu Blutzuckerkollaps, Insulinresistenz und Krankheiten führen.

Der Fakt, dass der heutige westliche Lifestyle daraus besteht, viel zu sitzen und Schrott zu essen, ist dafür ausschlaggebend – zu viele Carbs, zu viele verarbeitete Sachen, das kommt alles noch dazu. Die Eier sind harmlos.


Mögliche Gefahr #4: Eier sind oft kontaminiert mit Salmonellen – geh dem Risiko lieber aus dem Weg und iss keine.

Die Wahrheit: Eier, die das höchste Risiko bergen, mit Salmonellen verseucht zu sein, kommen von den Bauernhöfen mit den geringsten hygienischen Standards. Käfighaltung, alle Hühner zusammengequetscht – dadurch steigt das Risiko deutlich an. Kein Vergleich zu den freilaufenden Hennen.

13705261824_e6b1946087_zKäfighühner leben in Gruppen in ihrem Käfig, die Kästen sind übereinander gestapelt mit verdammt wenig Grundfläche pro Huhn. Ungefähr die Fläche eines Laptops. Dadurch können die Bauern viel mehr Hühner gleichzeitig halten und logischerweise auch deutlich mehr Eier verkaufen. Darunter leidet die Hygiene, weil die Hühner alles zuscheißen und dadurch die Salmonellen an die Eierschalen kommen.

Laut Statistiken ist eines von 20.000 Eiern salmonelleninfiziert. Nach einem großen Salmonellenausbruch 2010 in 10 amerikanischen Staaten fand die FDA in einigen der größten Hühnerfarmen abscheuliche Bedingungen, unter denen die Hühner in ihrem eigenen Mist lebten. Befall von Fliegen, Nagetieren. In allen Käfigen – die meterhoch übereinander gestapelt wurden.

Kernaussage: Muss ich glaube ich nicht schreiben, mache ich aber doch – verzichte auf Eier aus Käfighaltung, hol Bioprodukte, so oft es geht. Schau Dir ruhig an, wie die Tiere gehalten werden.

Lager die Eier im Kühlschrank, weil das Salmonellenrisiko durch Temperaturschwankungen erhöht werden kann. Für noch größere Sicherheit solltest Du es vermeiden, Eier in Restaurants oder bei großen Events zu konsumieren, weil Du weder weißt, wo die Dinger herkommen, noch wie sie gelagert wurden.


Mögliche Gefahr #5: Eier wirken allergen und sollten vermieden werden, vor allem von schwangeren Frauen.

Die Wahrheit: Eiallergie hat tatsächlich spürbar zugenommen über die letzten drei Dekaden. Funfact: Alle Allergien haben spürbar zugenommen über die letzten drei Dekaden.

Einige Studien kommen zu dem Entschluss, dass Nahrungsmittelallergien auftreten, weil Menschen in ihrer Kindheit gewisse Proteine oder Lebensmittel nicht konsumieren. 

Zum Beispiel werden Kinder, die in einer landwirtschaftlichen Umgebung aufwachsen, seltener Allergien gegenüber Milchprodukten und Eiern entwickeln – im Vergleich zu ihren Klassenkameraden und Kindergartenkollegen, die in der Stadt wohnen.

Kids, deren Mütter während der Schwangerschaft ein bis zwei Eier pro Woche essen, haben weniger Allergiesymptome gegenüber den Kindern aus einem Haushalt, in dem kaum Eier verzehrt werden.

Es gibt einige Hinweise, dass Nahrungsmittelallergien eher einer Glockenkurve unterliegen statt einer linearen Beziehung zu folgen. Hoher Konsum sowie völliger Verzicht führen zu höherer Toleranz, wohingegen moderater Konsum (zum Beispiel ein bis zwei Eier pro Monat) wohl das Allergierisiko ansteigen lässt.

Kernaussage: Eier zu vermeiden ist nicht die beste Lösung, um der Eiallergie aus dem Weg zu gehen. Man sollte sich lieber – oh Wunder – an eine durchdachte Diätform halten.

Wenn Du allerdings schon eine Allergie hast, ist natürlich Abstand von Eiern zu halten. Gut gekochte Eier in kleinen Mengen als Teil einer Mahlzeit mit anderen Lebensmitteln sollen übrigens die Immunantwort senken und die Toleranz erhöhen. Viel Erfolg.





Kommentare

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben
Gannikus.com

Gannikus.com