Metabolic Advantage – Gibt es so etwas überhaupt?


Immer wieder findet man Gerüchte und Aussagen über den so genannten Metabolic Advantage oder „Stoffwechselvorteil“. Gemeint ist damit, dass bei gleicher Kalorienzufuhr eine bestimmte Diätart effektiver ist. Meist spricht man hier von der ketogenen Ernährungsform, die anscheinend derartige Vorteile mit sich bringen soll. Doch wie ist es wirklich? Gibt es so etwas wie einen Metabolic Advantage überhaupt? Wir haben genauer hingeschaut!

Das Problem mit dem Protein

Fakt ist, es gibt Untersuchungen und Studien, die zeigen, dass eine ketogene Low Carb Ernährung bei gleicher Kalorienzufuhr zu besseren Fettabbauergebnissen führt, verglichen mit einer isokalorischen kohlenhydratreichen Diät. Aus diesen Studien heraus dürfte der Metabolic Advantage dann wohl geboren sein. Fakt ist jedoch auch, dass hier in der Regel eine typische Western Diet mit einer klassischen ketogenen Ernährung verglichen wurde. Wo liegt das Problem? Die Western Diet enthält in der Regel einen Proteinanteil von etwa 15%, die ketogene Ernährungsform hingegen enthält einen Proteinanteil von 20-30%. Dann ist es also auch kein Wunder, dass die Personen, die eine ketogene Diät verfolgten, bessere Ergebnisse in Bezug auf den Fettabbau erzielten, nicht wahr?

Protein ist verschwenderisch

Protein liefert weniger nutzbare Energie als Kohlenhydrate oder Fett.

Protein hat einen hohen, so genannten „Thermic Effect of Food“. Das bedeutet, einiges der Energie, die wir über die Ernährung über Proteine aufnehmen, kommt gar nicht dort an, wo sie genutzt werden soll, sondern wird in Form von Wärme vom Körper an die Umgebung abgegeben. Der Thermic Effect of Food ist deutlich höher als bei Kohlenhydraten und Fetten. Das bedeutet also im Umkehrschluss, dass mehr Wärme verloren geht und weniger nutzbare Energie im Körper ankommt, je mehr Protein wir in einer Diät konsumieren. Der Metabolic Advantage bezieht sich also weniger auf Low Carb oder High Carb, sondern vielmehr auf Low Protein oder High Protein!

Eine Überraschung wartet auf uns

Das eigentlich überraschende ist dann jedoch erst in einer aktuellen Meta-Analyse aufgetaucht, die jüngst veröffentlicht wurde. Hier konnte man feststellen, dass genau das Gegenteil von dem der Fall ist, was man eigentlich hätte erwarten müssen: Der Metabolic Advantage lag nämlich nicht bei der fettreichen Low Carb Ernährung, sondern vielmehr bei der fettärmeren kohlenhydratreichen Ernährung. Zugegebenermaßen, der Stoffwechselvorteil war zwar statistisch signifikant, jedoch für die Praxis absolut nicht relevant. Dennoch dürften so einige Low Carb Anhänger von diesen Ergebnissen enttäuscht sein.

Was bedeutet das nun für uns?

Wenn wir eine möglichst effektive Diät gestalten wollen, dann sollten wir mit den Kalorien recht tief liegen, um ein hohes Defizit erzeugen zu können. Gleichzeitig sollte der Proteinanteil erhöht werden. Das fördert zusätzlich noch die Wärmeabgabe und somit indirekt auch noch einmal das Kaloriendefizit. Man kann als Fazit also festhalten, dass Protein der entscheidende Faktor des Metabolic Advantages ist, wenn es um Diäten geht, bei denen Fettabbau im Vordergrund steht, auf der anderen Seite dann aber auch der überraschende Miesepeter im Aufbau sein kann.


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