4 schreckliche Wahrheiten über das Profi-Bodybuilding!


Die meisten Hobbysportler entwickeln nie die Leidenschaft, die man benötigt, um den Wechsel vom Amateur zum Profi zu meistern. Man kann von Glück reden, wenn man die Gesichter, die zum Jahresanfang in den Studios auftauchen, im Spätsommer noch an den Hanteln sieht. Der Durchschnittsathlet begnügt sich mit einer Durchschnittsform. Nach anfänglicher Motivation und der schnellen Erkenntnis, dass Muskelwachstum ein aufwendiges Projekt darstellt, reicht dem Großteil der Studiogänger ein etwas angeschwollener Oberarm und ein Körperfettanteil, der das Sixpack erkennen lässt. Nur ein Bruchteil verliebt sich in den Sport und entscheidet sich, den harten Weg zum Profi in Angriff zu nehmen.

Motivation und der Traum, irgendwann die Pro-Card in der Hand zu halten, sind für viele Athleten der Antrieb, um konsequent zu trainieren und sich diszipliniert zu ernähren. Fragt man aber Athleten, die den Weg zum Profi bereits gemeistert haben, haben diese nicht immer nur nette Worte für die Pläne aufstrebender Athleten übrig.

So blicken viele auf ihren Weg zurück und erkennen, dass sie sehr viel geopfert haben, was im Nachhinein nicht hätte geopfert werden sollen. Aus diesem Grund wollen diese Athleten die jungen Sportler aufklären und vor dem Weg auf die Bühne schützen.

Die ambitionierten Jünglinge müssen erst erkennen, welche einschneidenden Umstellungen eine Profikarriere mit sich bringt. Viele von ihnen sehen nur die positiven Seiten, träumen von der Anerkennung, der unglaublichen Muskelmasse und den Siegen auf den Bühnen dieser Welt. Dass der Weg dorthin aber hässlich ist und viele zu seelenlosen Wracks verkommen lässt, wird dabei nicht bedacht.

Um deutlich zu machen, wie das Profi-Bodybuilding sich auf das Leben eines Athleten ausübt, können verschiedene Einflüsse beschrieben werden.

#1 – Bodybuilding ist ein selbstsüchtiger und mental zerstörender Sport

Um wirklich erfolgreich im Bodybuilding zu sein, muss man ein selbstsüchtiges Arschloch werden. Das ist unausweichlich in diesem Sport und letztendlich ist die Frage nicht, ob es einen Athleten beeinflusst, sondern in welchem Ausmaß.

Manche Athleten sind weniger betroffen als andere. Fakt ist aber, dass die Verwendung von illegalen Substanzen auf Dauer zu psychischen Veränderungen führt, die auch die Persönlichkeit betreffen. Erhöhte Aggression und Wut sind nur ein Teil davon.

So werden die banalsten Dinge plötzlich zur nervenaufreibenden Geduldsprobe. Es kann gut sein, dass man sich bereits davon gestört fühlt, wenn eine Person im Raum zu laut spricht. Der Geduldsfaden reißt schneller und der ganze Tag scheint nur schwerfällig zu meistern zu sein.

Die ebenfalls gestiegene Libido führt nicht immer nur zu positiven Aspekten. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass Athleten unter Steroideinwirkung ihre Partner betrügen. 

Zusätzlich kommt es vor, dass psychische Probleme, die schon vor dem Medikamentenmissbrauch schlummerten, verstärkt werden und zum Vorschein kommen. So werden Zwangserkrankungen oder Essstörungen sehr schnell intensiviert.

Auch Depressionen, Angstzustände und Kurzatmigkeit werden die täglichen Begleiter eines Wettkampfathleten. Keine schönen Aussichten, die aber in Kauf genommen werden müssen, wenn man im Bodybuilding konkurrenzfähig bleiben möchte.

Schlimm wird es, wenn man sein Ziel auf der Bühne erreicht hat und der Wettkampf beendet ist, weil die negativen Effekte und Nebenwirkungen nicht aufhören, wenn man die Dosierung minimiert. Man ist also auch nach dem Wettkampf weiterhin damit beschäftigt, gegen die Folgen anzukämpfen.

Nicht selten scheitern Beziehungen in einer Wettkampfvorbereitung.

#2 – Geliebte Menschen werden verletzt und man endet einsam und allein

Es gibt keinen Wettkampfathleten, der nicht seine Familie und sein soziales Umfeld vernachlässigt, um auf der Bühne erfolgreich zu sein. Gerade in der Diät wird man kränklich, müde und launisch. Erfahrungsgemäß ist es immer der Lebensgefährte, der als erstes unter der Kalorienreduzierung leiden muss.

Kein Wunder, dass in einer Wettkampfvorbereitung die meisten Beziehungen scheitern und Ehen zerbrechen, nur weil ein Wettkampf gewonnen werden soll. Je höher das Niveau und die Menge an verwendeten Medikamenten, desto intensiver ist auch der Einfluss.

Die Kombination aus strikter Kalorienreduzierung und der Verwendung leistungssteigernder Substanzen ist ein Gemisch, das in jeder Sekunde das Fass zum Überlaufen bringen kann und eine Explosion auslöst, die zum Scheitern einer Beziehung führt.

Vor dieser Entwicklung ist niemand sicher. Auch wenn man sich einreden mag, gefestigt zu sein, wird man mit diesen Begleiterscheinungen konfrontiert. Deshalb muss hinterfragt werden, ob es einem ein Wettkampfsieg wert ist, die komplette Familie aufs Spiel zu setzen.

#3 – Die Bühne führt in den Bankrott

Die wenigsten Athleten haben ein Verständnis dafür, wie viel Geld sie in ihre Karriere investieren müssen, um irgendwann die Pro-Card in den Händen zu halten. Zum Anfang sind die Ausgaben noch überschaubar. Mit steigendem Niveau steigen im gleichen Ausmaß aber auch die Rechnungen.

Coaching, Kleidung, Unmengen an Essen, Posingstunden, legale und illegale Supplements und das Reisen reißen ein Loch in die Brieftasche ambitionierter Athleten.

Um damit klarzukommen, muss man sich selbst vermarkten können – online und offline. Man ist ein Athlet unter vielen und die Aufgabe besteht darin, aus der Menge hervorzustechen. Glaubt man, dass man das alleine schaffen kann, liegt man gewaltig daneben.

Während einer Wettkampfvorbereitung wird man weder die Zeit noch die Lust aufbringen, seine Fans und Follower mit aktuellen News zu versorgen. So muss auch hier eine Person engagiert werden, die das ganze professionell betreut, natürlich gegen Bezahlung.

Schnell können sich die Kosten auf einen Betrag steigern, mit dem man ein ganzes Haus hätte kaufen können. Kosten, die sich über Jahre kumulieren und trotzdem in vielen Fällen dazu führen, dass die Pro-Card ein Leben lang unerreicht bleibt.

Selbst wenn der Übergang zum Profi gelingt, bleibt es den wenigsten Sportlern vorbehalten, damit auch ausreichend Geld zu verdienen. Wettkampfsiege können keinen Lebensunterhalt sichern. Dazu benötigt man Sponsoren und Verträge, die hart umkämpft und den Besten ihrer Klasse vorbehalten sind.

Alleine die Kosten für das Essen übersteigen die Vorstellungen einiger Athleten.

#4 – Bodybuilding ist ungesund und kann zu einem frühen Tod führen

Als Jugendlicher ist man zum Start seiner Karriere im Kraftsport frisch und energiegeladen. Zu diesem Zeitpunkt denkt man nicht daran, wie es einem ergeht, wenn man erst einmal 40 oder 50 Jahre alt ist. Strebt man aber danach, Profi-Bodybuilder zu werden, hat man einen Preis dafür zu zahlen.

Bodybuilding ist ein Extremsport, der extremes Training erfordert, um einen Körper zu erreichen, der auf den heutigen Wettkampfbühnen bestehen können. Die Anforderung an die monströse Masse und die trockene Definition machen es unmöglich, auf Medikamente aller Art zu verzichten. Diese Medikamente haben unweigerlich einen negativen Einfluss auf die Gesundheit.

So wird der Körper über Jahre hinweg zu Maximalleistungen gezwungen und immer wieder in Extremzustände zwischen niedrigem Körperfettanteil und exzessivem Bulk geführt. Von einem gesunden Sport kann hier wahrlich nicht mehr gesprochen werden.

Der Weg zum Profi ist gepflastert mit negativen Begleiterscheinungen und muss gut überlegt sein. Neben den ganzen angsteinflößenden Nebenwirkungen gibt es aber auch positive Seiten. Eine eingeschworene Gemeinschaft, innere Stärke, ein Verständnis des eigenen Körpers und die Entwicklung von purer Willenskraft wiegen das Negative zumindest teilweise auf. So muss jeder Athlet, der eine Profikarriere anstrebt, für sich selbst abwiegen, inwieweit Nebenwirkungen und der Einfluss auf das Leben dem Wert einer Pro-Card entgegenstehen.


Quelle: t-nation.com/opinion/4-horrible-truths-about-pro-bodybuilding

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