ZDF WISO

58-Jährige testet Probetrainings bei McFit, FitX und Co.


Während viele ein Probetraining in einem Fitnessstudio machen, um einmal kostenlos in einem Gym trainieren zu können, in dem man nicht angemeldet ist, gibt es tatsächlich Menschen, die ein solches Training zu seinem eigentlichen Zweck nutzen, nämlich um zu sehen, ob Service, Ausstattung, Klientel etc. den eigenen Erwartungen entsprechen. Besonders Otto Normal Bürgern, die noch keine große Erfahrung mit dem Krafttraining oder Studios haben, ist der erste Eindruck und die gebotene Leistung ebenso wichtig wie Preis, Sauberkeit und Expertise des Personals. Die ZDF-Sendung WISO hat in diesem Zusammenhang die 58-Jährige Christine los geschickt, um Probetrainings in bekannten Fitnessstudioketten auf Herz und Nieren zu prüfen.

Unterstützt wird die ältere Dame dabei von Dirk Büsch, Professor für Trainingswissenschaft an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Er bereitet den Lockvogel sorgfältig vor und gibt während des Probetrainings Anweisungen über einen Lautsprecher im Ohr. Gefilmt wird das Ganze mit Hilfe eines Smartphones, welches unauffällig in der Nähe des Schauplatzes positioniert wird.

Die erste Station der Testerin und ihres Betreuers ist die Kette FitX. Beim kostenlosen Probetraining fragt der Trainer direkt, wie gut trainiert sie sei, woraufhin Christine angibt, seit 15 Jahren keinen Sport mehr gemacht zu haben. Auf die Frage, welche Übungen sie nicht machen könne, kann sie demnach nur mit einem verwunderten „woher soll ich das wissen nach 15 Jahren ohne Sport“ antworten.


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Aufwärmen soll sich die 58-Jährige auf einem Sitzfahrrad, woraufhin ihr das Knie schmerzt. Doch der betreuende Trainer ist weit und breit nicht zu sehen. Mit weiteren Aufwärmübungen scheint er seinen Fehler wieder wett zu machen. Beim anschließenden Zirkeltraining fällt jedoch auf, dass einige Geräte scheinbar nicht auf die Körpergröße der Mitglieder eingestellt werden können. Insgesamt bewertet WISO das Training bei FitX abschließend als mittelmäßig.

Weiter geht es mit der Premium Fitness Kette Holmes Place. Hier zahlt man 200 € für Anamnese, Trainingsplan und einen Monat Mitgliedschaft. Für diesen Preis sollte man einen überdurchschnittlichen Service erwarten können. Und tatsächlich, der Trainer, der übrigens der einzige in diesem Beitrag ist, dessen Gesicht nicht unkenntlich gemacht wurde, befasst sich rund 75 Minuten mit der älteren Dame. Auch absichtliche Haltungsfehler bei der körperlichen Beurteilung werden aufmerksam korrigiert. Insgesamt hat er seine Sache laut dem Experten zufolge gut gemacht.


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Als Nächstes ist eine Berliner Filiale von Europas größter Fitnessstudiokette McFit an der Reihe. Wie schon bei FitX ist auch hier das Probetraining mit Betreuung durch einen Trainer gratis. Dieser fragt die ältere Dame auch direkt nach körperlichen Beschwerden und wann diese auftreten. Als der Lockvogel angibt, seit 15 Jahren keinen Sport mehr gemacht zu haben, antwortet der Trainer: „Du musst unbedingt Sport machen, dann wird dir der ganze Alltag leichter fallen.“ Der Experte begrüßt diese Aussage und beschreibt die kurze Anamnese als vernünftig.

Doch auch hier gibt es keine Rundum-Betreuung. Beim Aufwärmen auf dem Fahrrad muss er die Testerin kurz allein lassen, da die Trainer bei McFit oftmals für Empfang und Kundenbetreuung gleichzeitig zuständig sind. Bei der Frage, ob der Oberkörper nicht auch erwärmt werden müsse, bekommt sie die Antwort, dass es nur darum gehe, den Körper auf „Betriebstemperatur“ zu bringen, eine Erwärmung aller Körperteile sei nicht nötig. Anschließend handelt der McFit Trainer jedoch vorbildlich und macht seine Sache gut. Eine ausführliche Anamnese gebe es bei McFit nur auf Anfrage, wie das Unternehmen dem ZDF im Nachhinein mitteilt.


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Als letztes wird FitnessFirst unter die Lupe genommen. Wie schon bei Holmes Place kostet der Check-Up inklusive Trainingsplan und einmonatiger Mitgliedschaft 200 €. In diesem Fall entspricht der Service aber nicht seinem Preis. Ein ausführlicher Check-Up wird nicht durchgeführt und altersgerecht scheint die junge Trainerin auch nicht zu handeln. Das zeigt beispielsweise die Nutzung einer Faszienrolle, mit der die Probandin offensichtlich nicht besonders viel anfangen kann. Auch die vorgegebenen Schmerzen der Dame ignoriert die Trainerin. Auf Anfrage habe die Kette mitgeteilt, flächendeckend Nachschulungen durchführen zu lassen.

Schlussendlich zeigt der Test, dass der Preis eines Probetrainings nicht zwangsläufig etwas über die Qualität des Studios und des Service aussagt. Während Holmesplace mit 200 € sehr teuer, aber auch sehr gut war, blamierte sich FitnessFirst durch unerfahrenes Personal völlig und das bei gleichem Preis. Im Mittelfeld lagen die beiden kostenlosen Angebote von McFit und FitX. Gerade für unerfahrene Kunden ist der erste Eindruck wichtig und eine gute Leistung beim Probetraining ausschlaggebend für die Kundenbindung. Unserer Erfahrung nach ist es allerdings auch oft Glücksache, wir gut oder schlecht der jeweilige Trainer ist, denn auch hier kann die Qualität innerhalb der Ketten stark schwanken. 



1 comment

  1. niko

    Im großen und ganzen sind die Fitnnessketten alles Müll, überall Staub, Schimmel, ect…

    Das liegt nicht nur am Studio sondern auch an den Leuten die es verdrecken.

    Selbst ein Hardcorestudio wie das Popeye oder das Olympic sind auch verdreckt, es gibt kein sauberes und auch die Trainer sind alles Witzfiguren.

    Gesendet am 20. Januar 2019

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