Arnold in der Off-Season? – Kein Vergleich zu heutigen “Wasserbüffeln”!


Für viele Athleten der heutigen Zeit ist die goldene Ära des Bodybuildings reine Fiktion. Die Unterschiede zwischen der Zeit, in der die größten Legenden der Geschichte des Bodybuildings am Venice Beach trainierten, und dem heutigen Alltag vieler Wettkampfsportler, könnten größer kaum sein. Das fängt bei der öffentlichen Wahrnehmung der Athleten an und hört bei der Art und Weise auf, wie man seine Ernährung in der Off-Season gestaltete. Heute muss ein Athlet auf allen Social Media Kanälen präsent sein, um Erfolg im Sport zu haben. Früher war das nicht nötig. Heute wird aus den Top Athleten in der Off-Season ein übergewichtiger Wasserbüffel. Früher aber war das nicht so!

Dass die heutige Entwicklung, die das Bodybuilding durchmacht, auch Vorteile hat, ist unbestritten. Durch die Verbindung zur Social Media Welt erhält der Sport die Anerkennung, die ihm schon lange gebührt.

So werden im Vergleich zu früheren Zeiten viel mehr Menschen dazu motiviert, sich für den Kraftsport und die Arbeit am eigenen Körper zu begeistern. Zusätzlich entscheiden sich viele Personen bedingt durch den Hype um Fitness dazu, einen gesünderen Lebensstil zu pflegen.

Weniger gesund hingegen ist die Art und Weise, mit der heutige Profis im Bodybuilding ihre Off-Season gestalten. Hier hat im Vergleich zu früher eine negative Entwicklung stattgefunden, die neuerdings gang und gäbe ist.

Vom Stockfisch zur Qualle

Die Gestaltung des Bulks ist einer, wenn nicht sogar der größte Unterschied zwischen Athleten vergangener Tage und den heutigen Gesichtern der Bodybuildingwelt. Verfolgt man die Sportler aus der offenen Klasse das ganze Jahr über, wird man schnell feststellen, wie extrem sich die Form zwischen Wettkampf und Bulk unterscheidet.

Es ist für Eliteathleten im Jahr 2018 nicht unüblich, ihr Körpergewicht bis auf durchschnittliche Werte von über 130 Kilogramm zu steigern. Einige Athleten gehen noch weiter. So bringt Big Ramy am Höhepunkt seines Bulks bis zu 160 Kilogramm auf die Waage.

Entsprechend verändert sich auch die Optik der Kraftsportler. Beim Wettkampf noch trocken mit einem Körperfettanteil von unter fünf Prozent geglänzt, gleicht die Form durch Fett- und Wassereinlagerungen eher einem Michelinmännchen.

Kein fetter Arnold

Blättert man durch die Geschichtsbücher, wird man in der goldenen Ära kaum einen Athleten finden, der sich in der Off-Season von seiner Form vollkommen verabschiedete. Egal ob Franco Columbo, Lou Ferrigno oder Arnold Schwarzenegger. Alle Athleten dieser Zeit waren darauf bedacht, das ganze Jahr über in einer akzeptablen Verfassung zu sein.

Kaum verwunderlich, dass man bei der Google-Bildersuche kaum Fotos von Arnold finden wird, auf denen er schlecht aussieht oder mit einem extremen Körperfettanteil abgelichtet ist. Das liegt nicht daran, dass Google diese Bilder zensiert, sondern daran, dass er nie komplett außer Form war.

Selbst im Bulk bleibt Arnold Schwarzeneggger immer ästhetisch.

Nicht im Traum wäre es den Athleten der goldenen Zeit eingefallen, ihre Form – und damit das wofür sie leben – in der Off-Season zu opfern, um auch das letzte Bisschen Masse zu forcieren.

Natürlich gibt es auch Bilder, bei denen die österreichische Legende keine optimale Form vorweisen kann. Jedoch zeigen ihn selbst die schlechtesten Ablichtungen immer die für ihn bekannten riesigen Arme und die monströse Brust. Komplett außer Form war er nie.

Erst, als sich der aus der Steiermark stammende Bodybuilder dazu entscheidet, in die Filmbranche zu wechseln, lässt seine Form allmählich nach. In der Welt der Stars und Sternchen ist die Anforderung an eine außerordentliche Form nicht so extrem, sodass Arnold Schwarzenegger hier Formeinbußen hinnehmen kann.

Back to the roots

Hoffnung für alle Fans, die die alte Zeit vermissen, verspricht die Einführung der Classic Physique. Durch die Gewichtsbeschränkungen innerhalb der Klasse zwingt sie die Teilnehmer automatisch dazu, auch in der Off-Season schlank und rank zu bleiben.

Man wird weder Breon Ansley noch Arash Abar in der Off-Season mit riesigem Gewichtszuwachs sehen. Sie können es sich nicht leisten, am Ende ihres Bulks eine extreme Diät zu einzuschieben, um das geforderte Gewichtslimit zu erreichen.

Dadurch findet durch die Classic Physique zumindest in einigen Teilen eine Wiederbelebung der goldenen Ära statt, der so viele alte Hasen nachtrauern. Zusätzlich zur Verfolgung einer ästhetischen Linie schreibt die Classic Physique auch mit diesem positiven Nebeneffekt Geschichte im Bodybuilding.

Neben der Veränderung der geforderten Optik, die auf der Bühne abgeliefert werden muss, um Mr. Olympia zu werden, hat auch eine Umwandlung der Gestaltung der Off-Season stattgefunden. War man früher darauf bedacht, möglichst das ganze Jahr über in Form zu sein, wird heute jede Möglichkeit genutzt, um das Gewicht noch weiter in die Höhe zu treiben. So entstehen Wasserbüffel mit 160 Kilogramm, die von ihrer Bühnenform nicht viel übrig lassen. Mit der Einführung der Classic Physique könnte sich dieser Trend aber wieder ändern und eine ästhetischere und gesündere Off-Season befeuern.




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