Auf der Parkbank schlafen für die IFBB Pro Card!?


Gerade im Bereich des Bodybuildings wird schnell deutlich, mit wem es Mutter Natur gut gemeint hat und wer eher zu den Menschen gehört, die mit ihrer Genetik wohl nicht das ganz große Los gezogen haben. Niemand wird abstreiten, dass mit viel Herzblut, eiserner Disziplin und purem Willen selbst mit einer unterdurchschnittlichen Veranlagung einiges erreichbar ist. Trotzdem, auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen, wird man mit einer guten Genetik immer bessere Karten haben. Oft kommt es aber gerade bei genetisch gesegneten Menschen gar nicht zum Erfolg, weil die einzigartige Gabe nicht erkannt wird.

Während es unzählige Hobbysportler gibt, die ihren kompletten Lebensstil umstellen, um im Bodybuilding kleine Erfolge zu feiern, werden sie immer wieder mit Menschen konfrontiert, die eine Hantel nur anschauen müssen, um zu wachsen.

Es ist Fakt, dass die Veranlagung bestimmt, wie viel Potenzial vorhanden ist, um Muskeln aufzubauen. Wer von Natur aus besser auf das Training mit schweren Gewichten anspricht, hat in der Genetik-Lotterie Glück gehabt.

Man könnte meinen, dass es sehr wenig dieser Ausnahmetalente gibt. Bei mehr als sieben Milliarden Menschen ist die Anzahl aber gar nicht so gering. Dass man nur vereinzelt auf diese Wunderkinder trifft, liegt in erster Linie daran, dass sie zwar das Potenzial besitzen, jedoch kein Bestreben danach entwickeln, es zu entfalten.

Die Geschichte eines aus Weißrussland stammenden Mannes zeigt, dass man selbst mit herausragender Veranlagung manchmal zu seinem Glück gezwungen werden muss.

Interesse am Krafttraining? Fehlanzeige!

Anton Antipov wird im Jahr 1983 in Weißrussland geboren. Im Gegensatz zu anderen Kindern kann der Junge sich nicht für große Muskeln und das Krafttraining begeistern. Dennoch versuchen seine Eltern sein Interesse für verschiedene Sportarten zu wecken. Warum? Schon damals erkennen sie, dass Anton sehr gute genetische Voraussetzungen hat.

So verbringt der Weißrusse seine Kindheit mit verschiedenen Sportarten. Vom Sambo – einem russischen Kampfsport ähnlich des Judos – über das Schwimmen, Turnen und Laufen. Anton sucht nach dem Sport, der ihn begeistern kann.

Obwohl er durchaus erfolgreich in verschiedensten Disziplinen ist, kann er sich weiterhin nicht mit dem Krafttraining anfreunden.

Schon als Kind hat Anton Antipov die besten Voraussetzungen.

Tapetenwechsel

Im Alter von 14 Jahren zieht der Heranwachsende 1997 mit seiner Familie in die USA. Dort eröffnen sich natürlich neue Möglichkeiten. Weil Anton sich gerne selbst ausprobiert, wagt er den Schritt ins Modelbusiness – mit Erfolg. Er unterschreibt einen dreijährigen Vertrag bei BOSS und posiert für Magazine und TV-Spots.

Für Shootings reicht es jedoch nicht, ein fotogenes Gesicht zu haben. Auch der Körper muss passen. So kommt es dazu, dass der zugezogene Weißrusse sich entschließt, seinen Körper zu trainieren, um vor der Kamera zu überzeugen.

Es dauert nicht lange und Anton Antipov beginnt Interesse für das Bodybuilding zu entwickeln. Plötzlich wird der Sport, den er als Kind nie ausüben wollte, zur neuen Leidenschaft. Durch seine genetischen Voraussetzungen erzielt er in kürzester Zeit Erfolge, die seine Motivation beflügeln.

Der Weg in die Men’s Physique

Eines Tages erhält das Model einen Anruf seines Agenten. Dieser sieht ebenfalls, wie viel Potenzial in Anton steckt und schlägt ihm vor, an Wettkämpfen in der Men’s Physique Klasse teilzunehmen.

Zwar hat das Wunderkind zuerst kein Verlangen danach, auf Wettkämpfen zu siegen, sieht es aber als gute Möglichkeit, um sein Lampenfieber zu bekämpfen. Er willigt ein und macht sich auf die Reise zu mehreren Wettkämpfen.

Dort muss der Weißrusse feststellen, dass Bodybuilding in vielen Fällen ein Sport ist, bei dem egozentrische Menschen am Werk sind.

Weil er kein Geld für ein Hotel hat, bittet er seine Konkurrenten darum, während der Zeit zwischen dem morgendlichen Prejudging und den am Abend stattfindenden Final, in ihrem Auto schlafen zu dürfen. Jeder einzelne erteilt ihm eine Absage. So bleibt dem Neuling keine andere Wahl, als auf einer Parkbank zu schlafen, um die Zeit bis zum Abend zu überbrücken.

Disziplin wird belohnt

Während der Wettkampfteilnahmen verfolgt der Weißrusse weiterhin seinen Modeljob und steht für Marken wie Nike, Men’s Fitness oder Total Abs vor der Linse.

Obwohl es einem Balanceakt gleicht, Modelkarriere und Wettkampfteilnahmen unter einen Hut zu bringen, wird er für seine Anstrengungen belohnt. So gelingt es dem heute 35-Jährigen bereits vier Monate nach seinem ersten Wettkampf die Pro-Card in den Händen zu halten.

Seitdem konnte Anton Antipov acht Siege bei IFBB-Wettkämpfen einfahren und hat fünf Mal am Mr. Olympia teilgenommen. Das Geheimnis seines Erfolgs sieht der Profiathlet in der Beständigkeit.

Anton Antipov ist der lebende Beweis dafür, dass es auf dieser Welt wahrscheinlich tausende Menschen gibt, die perfekte genetische Voraussetzungen für das Bodybuilding mitbringen, diese aber nie entfalten, weil sie sich nicht für den Kraftsport interessieren. Im Falle des Weißrussen kam das Interesse für das Training mit Gewichten erst im späteren Verlauf seines Lebenswegs, weil er sich für Shootings in Form bringen wollte. Von diesem Zeitpunkt an dauerte es nicht lang, bis der Wahlamerikaner seine Pro-Card in den Händen halten konnte.


Quelle: madnessmedia.net/anton-antipov-from-sleeping-on-park-benches-to-ifbb-pro-card/

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