Bubble Gut Reloaded – Arnold Schwarzenegger nimmt Stellung zur Wachswampe!


Es ist noch gar nicht viel Zeit vergangen, seit sich Unruhen innerhalb der Bodybuilding Szene entwickelten. Durch die öffentliche Austragung von teilweise unsachlichen Diskussionen wurde die Welt des Bodybuildings zerrüttet. Den Höhepunkt der Streitigkeiten bildeten Auseinandersetzungen nach dem Mr. Olympia 2017. So musste sich Phil Heath als Sieger seinen schärfsten Kritikern stellen und sich für eine Optik rechtfertigen, die vor einigen Jahren so nicht auf den internationalen Bühnen des Sports zu finden war. Seit diesen Disputen ist Gras über die Sache gewachsen und man hatte die viel diskutierte Wachswampe schon fast wieder vergessen.

Schon einige Jahre driften die körperlichen Entwicklungen von Athleten, insbesondere die der offenen Klasse, in eine extreme Richtung ab, die von vielen Fans und alteingesessen Hasen kritisch beäugt werden.

Durch das immer größer werdende Repertoire an Medikamenten, die zur Leistungssteigerung und optischen Entwicklung eingesetzt werden, entstehen nicht nur positive Resultate. Wer sich tiefer mit der Materie befasst, wird wissen, dass es keine Wirkung ohne Nebenwirkung gibt. Folglich werden die Nebenwirkungen potenziell auch größer, je extremer die Resultate sind, die durch verschiedenste Medikamente und Mittel generiert werden.

Eine der wohl am meisten diskutierten Begleiterscheinungen des Medikamentenmissbrauchs ist der in der Szene liebevoll genannte „Bubble Gut“, von Kritikern auch gerne Wachswampe gennant.

Konnte man beim Mr. Olympia im vergangenen Jahr noch unzählige Athleten mit aufgeblähten Bäuchen über die Bühne stolzieren sehen, musste man bei der diesjährigen Arnold Classic schon intensiver suchen, um einen aufgeblähten Bauch zu erspähen.

Grund genug, für Arnold Schwarzenegger, Legende und Namensgeber der Veranstaltung, ein Resume zu ziehen und das Thema „Bubble Gut“ neu aufzurollen.

Keine direkte Kritik am Bubble Gut

Direkt zum Anfang seiner Auseinandersetzung mit dem Thema wird bereits deutlich, dass die österreichische Legende keine direkte Kritik am Missbrauch leistungssteigernder Substanzen üben wird. Vielmehr ist zu erkennen, dass der Mann aus der Steiermark immer noch den Urgedanken des Bodybuildings im Herzen trägt.

So gibt er zu verstehen, dass er um die Nutzung der neuartigen Substanzen weiß und die Entwicklung sehr negativ betrachtet. Negativ empfindet er jedoch nicht, dass diese Substanzen genutzt werden, sondern dass die Konsumenten es nicht schaffen, die Begleiterscheinungen im Zaum zu halten.

Er spricht sich dafür aus, dass die berühmt-berüchtigte Vakuum-Pose nun intensiver geübt werden muss als es jemals zuvor der Fall war, damit Athleten, die einen aufgeblähten Bauch entwickelt haben, trotzdem in der Lage sind, diesen zu kontrollieren.

Der siebenmalige Mr. Olympia denkt in erster Linie an die Fans. Diese kommen seiner Meinung nach nicht zum Wettkampf, um aufgeblähte Bäuche zu sehen, die unter Kontrollverlust leiden. Wenn das der Fall wäre, würden die Menschen eher eine Schwangerschaftsabteilung besuchen, so der Österreicher.

Posing als unzertrennlicher Teil des Bodybuildings

Im weiteren Verlauf seiner Stellungnahme geht die inzwischen 70-jährige Legende auf einen weiteren, wichtigen Aspekt ein, der in der Vergangenheit zu einer Verzerrung des eigentlichen Grundgedankens im Bodybuilding geführt hat.

Arnold Schwarzenegger ist nicht grundsätzlich gegen die Entwicklung in der offenen Klasse.

Die Trennung des Posings von der Wertung der Athleten ist seiner Meinung nach ein großer Fehler gewesen. Diese Aussage begründet Arnold Schwarzenegger damit, dass ein Athlet den besten Körper der Welt haben kann, dieser jedoch auf der Bühne nichts nützen wird, wenn man ihn nicht überzeugend präsentieren kann.

Auch die Entwicklung weg von der ästhetischen Linie, hin zum Massemonster, betrachtet der ehemalige Gouverneur von Kalifornien realistisch. Er gesteht, dass die heutigen Sieger der hoch dotierten Wettkämpfe ein viel besseres Gesamtpaket abliefern als er zu seinen ruhmreichen Zeiten und prophezeit, dass Athleten in 20 Jahren noch viel extremer aussehen werden. Diese fortschreitende Entwicklung ist dem menschlichen Streben nach ständigem Prozess geschuldet.

Der Grundgedanke muss überleben

Trotzdem setzt sich der Mann, der den Sport wohl wie kein Zweiter geprägt hat, dafür ein, dass das ursprüngliche Wesen des Bodybuildings erhalten bleiben muss, egal wo die Entwicklung hinführen mag.

Aus diesem Grund muss jeder Athlet danach streben, ein plastisches Erscheinungsbild mit schmaler Taille, breiten Schultern und einem athletischen Look, abzuliefern. Ganz egal, wie viel Masse er dabei mit sich herumträgt.

Abschließend lobt Arnold Schwarzenegger die Athleten der diesjährigen Arnold Classic. Die Teilnehmer haben ihre Entwicklungen überdacht und durch die erneute Integration des Posings in die Bewertung daran gearbeitet, die ursprünglichen Werte zu verfolgen.

Dadurch profitiert auch das Publikum, das sich kaum noch auf den Plätzen halten kann, wenn ein Bühnenathlet sich überzeugend präsentiert und dadurch die Euphorie auf die Fans überträgt.

Während des Interviews ist zu erkennen, wie wichtig ihm die Werte sind, die das Bodybuilding ausmachen. Arnold Schwarzenegger trägt den Sport immer noch in seinem Herzen. Er findet es weder verwerflich, dass ständig neue Substanzen genutzt werden, noch beklagt er sich über die Entwicklungen zu immer extremeren Körpern. Ihm geht es in erster Linie darum, dass der Geist, den er seit Jahrzehnten im Bodybuilding sieht, weiterhin besteht. Deshalb fordert er Athleten dazu auf, mit den veränderten Bedingungen umzugehen und ihre Körper weiterhin so zu präsentieren, dass der plastische Look, von dem das Bodybuilding lebt, bestehen bleibt.

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