Die 5 Bodybuilder mit der besten Genetik - Gannikus.com

AusnahmetalenteDie 5 Bodybuilder mit der besten Genetik

Die Genetik spielt eine große Rolle in jedem Sport und somit auch im Bodybuilding. Ohne die passenden Grundvoraussetzungen, was die Fähigkeit angeht, Muskeln aufbauen zu können, lassen sich zweifellos Erfolge im Gym feiern, doch zum Profistatus wird es wahrscheinlich nicht reichen. Weiterhin sind Parameter wie die Länge der Sehnenansätze, die die Form der einzelnen Muskeln bestimmen, von Bedeutung, wenn es darum geht, gute von exzellenten Athleten zu trennen. Zwar kann man durch harte Arbeit und Disziplin auch weniger vorteilhafte Erbanlagen ausgleichen, doch sobald jemand mit besseren Genen genauso hart arbeitet, wird dieser Athlet immer gewinnen. Die Vergangenheit zeigt uns aber, dass so mancher genetisch gesegneter Bodybuilder sich darauf ausgeruht hat und deshalb von seiner härter arbeitenden Konkurrenz ausgestochen wurde.

Matt Mendenhall

Der 1960 in Cincinnati, Ohio geborene Matt Mendenhall galt lange Zeit als eines der größten Talente im Bodybuilding. Nachdem er sich im Alter von 15 Jahren beim American Football so stark verletzte, dass ihm die Ärzte beinahe den Unterarm amputieren mussten, kämpfte sich der Teenager innerhalb kürzester Zeit zu alter Stärke zurück. Schnell wurde klar, dass der blonde Jüngling eine außerordentlich gute Genetik zum Muskelaufbau besitzt. Durch das körperliche Training baute Mandenhall in nur zwei Jahren so viel Muskelmasse auf, dass er seinen ersten Wettkampf, den Mr. Ohio High School, im Alter von 17 Jahren unangefochten gewann.

Matt Mendenhall – Bester Bodybuilder, der niemals Profi wurde?

Dennoch schaffte es das Ausnahmetalent nie, sich für den Status des professionellen Bodybuilders zu qualifizieren. Verletzungen, umstrittene Kampfrichterentscheidungen und Probleme mit dem Jet-Lag führten dazu, dass Matt Mendenhall die Qualifikation immer wieder knapp verpasste, unter anderem bei den NPC Nationals 1982, als ihn der spätere achtfache Mr. Olympia Lee Haney um einen Punkt schlagen konnte. Auch unterstellte man ihm, dass er seine Wettkampfvorbereitungen nie besonders ernst nahm und stattdessen lieber Party machte und Alkohol trank. 1991 sollte ein fünfter Platz bei einem Comeback die Wettkampfkarriere von „Mr. Genetics“ besiegeln.


Big Ramy

Big Ramy bei seiner bisher besten Mr. Olympia Platzierung im Jahr 2017.

Eingangs haben wir darüber gesprochen, dass manche Athleten genetisch bevorzugt sind, wenn es um die Fähigkeit geht, Muskeln aufzubauen. Klarer Beweis dafür ist der Ägypter Mamdouh „Big Ramy“ Elssbiay. Als der heute 34-Jährige im Jahr 2012 mit seiner unglaublichen Masse auf dem Kuwait Golden Cup und dem Mr. Olympia Amateur die Bodybuilding Welt schockierte, konnte es kaum einer glauben, dass der ehemalige Fischermann angeblich erst seit zwei Jahren trainierte. Es erweckte den Eindrucck, als wäre ein Mutant auf der Bühne erschienen.

Doch der über 140 Kilo schwere Familienvater wird von vielen seiner Kollegen als friedfertiger und netter Mensch beschrieben. Aufgrund seines enormen Massezuwachses in kürzester Zeit attestierten ihm viele Experten einen Defekt des Myostatin-Gens, welches uns eigentlich vor zu großer Muskelmasse schützen soll. Ob dies der Wahrheit entspricht oder nicht, ist bis heute nicht öffentlich geklärt worden. Fest steht jedoch, dass ihm seine Erbanlagen erlauben, mehr Muskelmasse aufzubauen als der durchschnittliche IFBB Pro. Doch Masse ist nicht alles. Die beste Platzierung erreichte Big Ramy im Jahr 2017, als er hinter Phil Heath Zweiter auf dem Mr. Olympia wurde. Kritikern zufolge fehlen ihm die Einschnitte und Details in der Muskulatur sowie die nötige Härte. Würde er diese auf die Bühne bringen, könne er jeden Wettkampf gewinnen.


Dexter Jackson

Dexter Jackson bei seinem Mr. Olympia Sieg 2008.

Dexter Jackson gehört zu den erfolgreichsten Bodybuildern aller Zeiten. Nicht nur gewann er 2008 den prestigeträchtigsten Wettkampf im Bodybuilding, sondern stand bereits 19 Mal auf der Mr. Olympia Bühne und hält damit unangefochten den Rekord unter den IFBB Pros. Dabei platzierte sich der fast 50-Jährige bei nahezu jeder Show unter den besten sechs Athleten und ging in seinen 26 Jahren als Profi sage und schreibe 28 Mal als Erstplatzierter nach Hause. Er gilt als derjenige, der die Arnold Classic mit fünf Siegen öfter gewann als alle anderen Bodybuilder und ist einer von nur zwei Athleten, die sowohl den Mr. Olympia als auch den Masters Mr. Olympia gewinnen konnten.

„The Blade“, wie er mitunter aufgrund seiner rasiermesserscharfen Form genannt wird, scheint in seiner Karriere nur geringe Schwankungen in Sachen Form erlebt zu haben. Scherzend sagt man über ihn auch, dass er Jahr für Jahr gleich aussehen würde und wahrscheinlich noch in 100 Jahren auf dem Mr. Olympia steht. Doch 2018 konnte man auch beim „Ageless Wonder“ die ersten Alterungserscheinungen erkennen, weshalb ein Karriereende möglicherweise in Aussicht steht. Im Fall von Dexter Jackson kann sich dies aber dennoch einige Jahre hinauszögern.


Phil Heath

Dem siebenfachen Mr. Olympia Phil Heath wird oft unterstellt, arrogant und überheblich zu sein. Eine Eigenschaft, die man „The Gift“ jedoch nicht abstreiten kann, ist seine außergewöhnliche Genetik. Egal ob man ihn mag oder nicht, er gehört zur absoluten Crème de la Crème, wenn es um gute Genetik für das Bodybuilding geht. Der ehemalige Basketballspieler gewann schon kurz nach Beginn seiner Trainingslaufbahn seine ersten Wettkämpfe und wurde schnell unter die Fittiche des später vierfachen Mr. Olympia Jay Cutler genommen.

Phil Heath: Vom Basketballer zur Bodybuilding-Legende!

Durch die Kombination aus bemerkenswerter Genetik und der Anleitung eines Champions löste er seinen eigenen Mentor im Jahre 2011 ab und übernahm für sieben aufeinanderfolgende Jahre die Thronherrschaft. Dennoch musste Heath sich 2018 gegen Shawn Rhoden geschlagen geben, da er zum wiederholten Male durch eine zu ausladende und deformierte Mittelpartie auffiel.


Flex Wheeler

Eines der berühmtesten Bilder von Ken „Flex“ Wheeler.

Das wohl berühmteste Beispiel für eine außergewöhnliche Genetik ist zweifelsfrei Ken „Flex“ Wheeler. Der 1965 geborene und in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Kalifornier war nie ein guter Schüler, doch fiel schon früh als ausgezeichneter Sportler auf. Bereits in jungen Jahren fing er mit Kampfsport an und entdeckte bald seine Leidenschaft fürs Bodybuilding. Nach einer kurzen Karriere als Polizeibeamter legte der später vierfache Arnold Classics Gewinner alles in eine Waagschale und fokussierte sich darauf, IFBB Pro zu werden.

Schon 1983 nahm Flex Wheeler an seinem ersten Wettkampf teil. Trotzdem ließ die begehrte Profi-Lizenz bis zu seinem Sieg bei den NPC Mr. California Championships 1989 auf sich warten. Vier Jahre später, nach den ersten beiden Siegen als Profi, platzierte sich der damals 28-jährige 1993 auf Anhieb als Zweiter auf dem Mr. Olympia hinter Dorian Yates. In den Jahren 1998 und 1999 wiederholte er diese Platzierung, doch war der Gegner mit Ronnie Coleman ein anderer.

Trotz seiner ästhetischen Linie und herausragenden Symmetrie gelang es dem heutigen Geschäftsmann jedoch nie, den Titel des besten Bodybuilders der Welt zu gewinnen. Bis heute beschreiben ihn viele als ungekrönten Mr. Olympia. Doch einiger seiner Kollegen behaupteten stets, der „Sultan of Symmetry“ habe nicht hart genug trainiert und den Lifestyle nicht konsequent genug durchgezogen. Er habe sich regelrecht auf seinen guten Genen ausgeruht. Ohne Zweifel ist und bleibt Flex Wheeler aber ein absolutes Ausnahmetalent und eine Legende des Bodybuildings.

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