Disziplin lernen – Wie du mehr aus deiner Motivation machst!


Das Bild in den Studios dieser Welt ist zum Jahresanfang übergreifend identisch. Konnte man als regelmäßiger Studiobesucher zum Ende des letzten Jahres noch so gut wie jeden Athleten in seinem Gym beim Namen nennen, bevölkern nun wildgewordene Horden aus abnehmwilligen Hausfrauen, gesundheitsbewussten Senioren und pubertären Jugendlichen den sonst so angenehmen Ort, den mancher Hobbysportler sein zweites Zuhause nennt. Eine Sache haben sie alle gemeinsam. In ihren Augen blitzt die Motivation. Die Motivation, die sie dazu getrieben hat, sich ein Herz zu fassen, den Anmeldebogen auszufüllen und tatsächlich körperlich aktiv zu werden. Die Frage ist, ob Motivation alleine reicht, um dauerhaft am Ball zu bleiben.

Motivation ist eine treibende Kraft. Sie kann durch viele Faktoren entstehen. Neben finanziellen Anreizen und materiellen Dingen kann Motivation auch durch Immaterielles entstehen. Lob und Anerkennung durch den Vorgesetzten oder das soziale Umfeld treiben ebenfalls zu neuen Höchstleistungen an.

Auf der Suche nach Motivation bedient man sich heutzutage auch den gängigen Social Media Kanälen. Facebook, YouTube und Instagram bieten ein großes Angebot an Influencern, die gerne auf das Verlangen der User eingehen und täglich motivierenden Content erstellen.

Spätestens wenn der Februar an die Tür klopft, erkennt man schnell, dass die generierte Motivation nicht beständig ist. Langsam leeren sich die Studios und mit ein wenig Menschenkenntnis kann man erahnen, wer auch am Ende des Jahres noch dauerhaft anzutreffen sein wird.

Was unterscheidet aber die beharrlichen Athleten und die motivationsgeladenen Influencer von den Abbrechern?

Motivation ist nicht gleich Disziplin

Schaut man sich einzelne Profile der großen Social Media Influencer an, stellt man schnell fest, dass hier sehr erfolgreiche Personen agieren. Ob Steve Cook oder Matt Ogus, die Großen der Szene haben überdurchschnittlich viel Erfolg in ihrem Bereich.

Eine sehr ansehnliche Optik trägt zusätzlich dazu bei, dass man schnell eine große Portion Motivation tanken kann, wenn man den Content der Akteure verfolgt. Die Hoffnung in uns verspricht in diesem Moment, dass wir auch in der Lage sind, eine ähnliche Statur zu erreichen.

Unter Umständen kann das sogar gelingen. Was viele dabei aber vergessen ist, dass die Körper auf den Motivationsbildern nicht alleine durch Motivation entstanden sind. Viel mehr sind sie ein Produkt aus harter Arbeit und einem noch viel größeren Faktor: Disziplin.

Beständig in das Workout starten, immer wieder Grenzen überschreiten, strikte Ernährungspläne verfolgen und selbst in Krisensituationen den Fokus auf das Ziel bewahren. Das erreicht man nicht durch Motivation. Das ist knallharte Disziplin.

Das Problem der Motivation

Auf der Motivation lastet ein Fluch. Er macht sie vergänglich und unbeständig. Es ist leicht, motiviert zu sein, wenn die Umstände dazu beitragen.

Solange die Sonne scheint, die Beziehung so gut läuft wie lange nicht mehr, der Chef gerade erst das Gehalt erhöht hat und man vor lauter Energie nur so sprudelt, ist es ein Leichtes, beflügelt in das Workout zu starten.

Was aber passiert, wenn die Vorzeichen sich ändern? Wenn das Leben sich vorgenommen hat, dass es an der Zeit ist, einmal wieder durch ein Tal zu wandern? Wie viele Athleten können dann noch von sich behaupten, trotzdem jeder Übersäuerung im Muskel standzuhalten, immer nach Plan im Studio zu sein und sich nicht von externen Faktoren aus der Bahn werfen zu lassen?

Die Ausnahmetalente, die unter erschwerten Bedingungen beständig sind, werden in Zeiten der Sonne persönliche Rekorde aufstellen.


Die Fähigkeit, auch unter Extrembedingungen zu performen, nennt man Disziplin.


Disziplin entsteht langsam

Für alle, die Disziplin bisher nicht als ihre große Stärke bezeichnen konnten, gibt es Hoffnung. Es ist nicht so, dass sie vererbt wird. Sie ist erlernbar.

Wie bei jeder neuen Sache, die gelernt werden will, muss man auch hier in kleinen Schritten denken. Wer von 0 auf 100 starten möchte, wird relativ schnell resignieren und vom Gedanken ablassen, Disziplin zu entwickeln.

Um sich langsam heranzutasten, helfen für den Anfang einfache Morgenroutinen, die in den Tag eingebunden werden. Nach dem Aufstehen ein Glas Wasser und direkt danach zehn Liegestütze. Das über einen Zeitraum von einer Woche. So entsteht Routine.

Im ersten Moment mag das zu leicht erscheinen. Das Vorhaben, direkt zwei Stunden früher aufzustehen, mit einem Komplettworkout zu starten und danach noch den Finanzmarkt zu analysieren, wird zum Abbruch führen.

Mit kleinen Schritten entwickelt man ein Gefühl dafür, den Tag mit einer erbrachten Leistung zu starten.

Disziplin lernen leicht gemacht

Wie bereits erwähnt, ist Disziplin keine Charaktereigenschaft. Sie ist wie ein Muskel. Wird sie trainiert, entwickelt sie sich. Wichtig dabei ist, dass sie durch Routinen gefördert wird und dabei ist es nicht entscheidend, wie wichtig eine Sache im ersten Moment erscheint.

Kleine Entscheidungen können einen riesigen Einfluss auf alle Lebensbereiche haben. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, immer das Maximale erreichen zu wollen. Egal, ob beim Zähneputzen oder beim Hausputz.

Selbst wenn man mit weniger Aufwand halbwegs saubere Zähne hätte und die Wohnung optisch auch bei halber Zeit bereits aufgeräumt aussehen würde.

Dem Unterbewusstsein wird mit damit suggeriert, dass Aufgaben nicht komplett erledigt werden müssen. So entsteht keine Disziplin.

Hat man aber einmal gelernt, wie viel Erfüllung ein diszipliniertes Verhalten bringen kann, wird es immer leichter, seine Disziplin zu halten und zu verstärken.

Plötzlich ist man stolz, wenn man direkt nach dem ersten Weckerklingeln auf den Füßen steht, anstatt noch drei Mal die Schlummertaste zu betätigen. Man freut sich darüber, dass man nach der Hälfte des Ben&Jerry’s Pint gestoppt und ihn nicht komplett weggeatmet hat.

Auch in kritischen Situationen diszipliniert bleiben

Die ganz große Kunst besteht letztendlich darin, auch in Situationen diszipliniert zu bleiben, die entstehen, nachdem man bereits Routinen entwickelt hat. Dann, wenn diese Routinen ins Schwanken geraten. Wenn externe Faktoren versuchen, die Disziplin zu untergraben.

Der Chef setzt genau zur Zeit der Morgenroutine ein Meeting an. Zwei Möglichkeiten entstehen. Entweder man lässt die Routine ausfallen, in dem Glauben, dass das eine einmalige Sache ist. Oder man steht noch eine Stunde früher auf, um die Morgenroutine ohne Einschränkung zu durchlaufen.

Welche der beiden Varianten wird dem Unterbewusstsein wohl eher vermitteln, dass man sich durch Niemanden aus der Ruhe bringen lässt?

Die eingangs gestellte Frage, ob allein Motivation ausreichend dafür ist, mit dem Körper belohnt zu werden, dem man auf den gängigen Social Media Kanälen nacheifert, kann eindeutig mit einem „Nein“ beantwortet werden. Nicht umsonst kann man bereits nach dem ersten Quartal wieder das heimische Studio besuchen, ohne auf neue Gesichter zu treffen. Vorsätze sind zwar schön und Motivation ist hilfreich, um die Initialzündung für eine Trainingskarriere bereitzustellen. Dauerhaft dabei bleibt aber nur, wer konstant an seiner Disziplin arbeitet.


Quelle: breakingmuscle.com/fitness/you-dont-need-motivation-you-need-discipline




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