Ein neuer Underdog, den man auf dem Schirm haben sollte!


Nachdem auch die Arnold Classic Australia einen würdigen Abschluss gefunden hat und nahtlos an die Classic in Ohio anschließen konnte, durfte man sehen, in welcher Verfassung die einzelnen Athleten sind und mit welchen Hoffnungen man in die Wettkampfsaison starten kann. Natürlich gab es auch außergewöhnliche Ereignisse, ein sehr auffälliger Bizeps bei Dexter Jackson beispielsweise, die bei zukünftigen Wettkampfteilnahmen noch kritischer hinterfragt werden müssen. Grundsätzlich hat sich aber die Prominenz des Bodybuildings wieder einmal hervorgetan und gezeigt, dass weiterhin immer extremere Körper auf die Bühne gebracht werden. Neben gesetzten Athleten wie William Bonac, Steve Kuclo und Rolly Winklaar konnte man auch aufstrebende Sportler sehen, die Potenzial für etwas Großes mitbringen.

Die großen Veranstaltungen, bei denen Millionen Augen auf eine Bühne gerichtet sind, bieten immer auch für neue Athleten ein riesiges Potenzial. So kann man beim Mr. Olympia oder der Arnold Classic schnell ins Rampenlicht rücken, wenn man als bisher kaum beachteter Sportler plötzlich neben den ganz großen Legenden auf der Bühne steht und abliefert.

Um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, muss nicht zwangsweise das Siegerpodest eingenommen werden. Schon alleine eine Platzierung in den Top 6 wird dazu führen, dass Fans und Kritiker aufmerksam werden.

So ist es kaum verwunderlich, dass auch in diesem Jahr nach der Arnold Classic Australia in Melbourne von einem jungen Mann gesprochen wird, der zwar nur den sechsten Platz belegte, dennoch als Underdog gehandelt wird.

Spätstarter

Als kleiner Junge immer dürr und schmächtig gewesen, hat sich Luke Sandoe im Kindesalter nie wirklich für Muskeln interessiert. Als der in Bournemouth geborene im frühen Jugendalter anfängt, Fett anzusetzen, flammt ein kleines Interesse am Sport auf.

Dieses Interesse verschiebt sich jedoch schnell zugunsten der Musik. So beginnt Luke in seinen frühen zwanziger Jahren Schlagzeug zu spielen und stellt das Training hinten an. Irgendwann packt ihn jedoch der Drang, etwas für seinen Körper zu tun. Wie wohl jeder Unwissende, greift der 1,72 Meter große Mann zur Men’s Health und versucht, sich mit Körpergewichtsübungen in Form zu bringen.

Die Initialzündung für sein Interesse am Bodybuilding ist seine Mutter, die ihm eines Tages eine Flex mitbringt. Begeistert von den plastischen Körpern aus dem Hochglanzmagazin entschließt sich Luke, der nebenbei ein riesiger Comicfan ist, dass er den Körper eines Superhelden haben möchte.

Ab diesem Moment setzt er alles daran, seinen Körper weiterzuentwickeln und nimmt bereits ein Jahr nachdem er mit dem Training im Studio startet an seinem ersten Wettkampf teil – mit riesigem Erfolg. Von allen Seiten erhält der zu dem Zeitpunkt 22-Jährige Zuspruch und wird auf sein riesiges Potenzial hingewiesen.

Luke Sandoe trainiert am liebsten schwer und hochvolumig.

Aus dem Nichts

Nachdem er sich kontinuierlich weiterentwickelt und viele Athleten in den Schatten stellt, gibt er schließlich im Jahr 2017 sein Profi-Debüt bei der Arnold Classic in Columbus. Dort noch kaum erfolgreich, ist er trotzdem fest davon überzeugt, dass er das Zeug zu etwas Großem hat.

Ein Jahr lang trainiert der Athlet aus dem Vereinigten Königreich hochvolumig und intensiv. Mit leichten Einheiten kann er sich nicht abfinden. Seine Beständigkeit führt letztendlich dazu, dass er bei der Arnold Classic Australia in diesem Jahr mehr oder weniger unerwartet den sechsten Platz belegt.

Kaum ein Fan hatte den in Wettkampfform 113 Kilogramm schweren Athleten auf dem Schirm. Diese Tatsache wird sich zukünftig ändern, muss man Luke Sandoe zugestehen, dass der sechste Platz eine Schande für ihn ist.

So hätte er auch den viertplatzierten Lukas Osladil schlagen können, wenn dieser nicht mit einer komplett trockenen Form angetreten wäre. Alleine die Masse von Luke Sandoe war beeindruckend und hätte ihm den vierten Platz sichern müssen.

Im direkten Vergleich mit den Athleten, die auf den Plätzen hinter ihm landeten, dominierte er. Sein Rücken, der Parallelen zu Dorian Yates aufweist, pulverisierte die Konkurrenz förmlich. Durch die Ähnlichkeit zu Yates wählte Luke Sandoe auch eine Posingroutine, die in vielen Teilen den Routinen des sechsmaligen Mr. Olympia glich.

Angenommen Luke Sandoe hätte ebenfalls in trockener Form auf der Bühne gestanden und seinen Bauch dauerhaft unter Kontrolle gehabt, hätte ihn wohl jeder Kampfrichter auf den vorderen Plätzen gesehen.

Luke Sandoe wird nicht ohne Grund nach seinem Auftritt bei der Arnold Classic Australia als Underdog gehandelt. Der Athlet aus dem Vereinigten Königreich glänzt mit einer unglaublichen Masse und der Optik eines Dorian Yates. Sein Rücken stellt seine Konkurrenz in den Schatten. Gibt man Luke noch ein wenig Zeit, in der er lernt, seinen Körper beim Posing zu kontrollieren und seine Form auf den Wettkampftag genau zu timen, kann er in den kommenden Jahren für eine ganz große Überraschung sorgen.

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