Geschäftslücke Muttermilch – Reich durch Bodybuilderhoffnungen!?


Dass in der Bodybuildingszene gerne einmal aus der Reihe getanzt wird, ist nichts Neues. Extreme Körper werden durch extreme Ansätze erreicht. Wer einen durchschnittlichen Körper möchte, kann auch zuhause auf der Couch verweilen. Ein Fan der extremen Körperkultur im Bodybuilding ist aber von Natur aus darauf gepolt, Grenzen zu überschreiten und die verrücktesten Wege zu gehen, um eventuell doch den heiligen Gral des Muskelaufbaus zu finden. Gerade im Bereich der Ernährung bleibt dabei keine Überlegung unversucht und sei sie noch so abwegig. Weiß man um diese wunderliche Angewohnheit der Bodybuildingszene, ergeben sich natürlich Marktlücken für ganz neue Geschäftsideen.

Bewegt man sich schon länger in der Szene, wird man immer wieder festgestellt haben, welche illustren Ideen und Produkte von Zeit zu Zeit auf den Markt geworfen werden. So erfährt auch Colostrum immer wieder einen Hype, der besonders jungen Athleten verspricht, mit Hilfe der Erstmilch von Säugetieren mehr Muskeln aufzubauen.

Der Gedanke dahinter macht im ersten Moment durchaus Sinn. Die Nährstoffe, die über die erste Nahrungsquelle von jungen Säugetieren abgegeben werden, müssen besonders viele wachstumsfördernde Eigenschafen haben, weil das Neugeborene schnellstmöglich wachsen soll.

So findet man inzwischen in unzähligen Online-Shops Produkte, die aus der Erstmilch von Kühen gewonnen und danach gefriertrocknet an den Bodybuilder verkauft werden. Neben der tierischen Gewinnung öffnet sich, der leichtgläubigen und hoffnungsgetriebenen Abnehmerschaft sei Dank, aber auch ein neues Geschäftsfeld für Anbieter, die bisher so gar nichts mit dem Nahrungsergänzungsmittelhandel zu tun hatten: frisch gebackene Mütter!

Das Babyglück

Ein neugeborenes Kind ist für jede neue Mutter wahrscheinlich das größte Geschenk in ihrem ganzen Leben. So auch für die 24 Jahre alte Rafaela Lamprou. Als sie ihren Sohn Anjelo zur Welt bringt, ist sie außer sich vor Freude und die Glücksgefühle schießen durch ihren Körper.

Dass der neugeborene Junge ihr Monate später erneute Glücksmomente bescheren wird, ahnt die aus Zypern stammende Frau zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht.

In der ersten Zeit stillt Rafaela ihren Sohn, wie es sich für eine verantwortungsbewusste Mutter gehört. Schließlich möchte man, dass das Kind dank Mutter Natur wächst und gedeiht. Leider ist der kleine Anjelo nicht immer begeistert von Mamas Brust und verweigert die Muttermilch.

Vorsorge für schlechte Zeiten

Damit der Überschuss in Mamas Brust nicht zu groß wird und zu schmerzen beginnt, muss abgepumpt und verpackt werden. Kleine Plastiktüten füllt die 24-Jährige, um eventuell benötigte Ernährung für ihren kleinen Sohn griffbereit zu haben. So entsteht ein ganzes Lager an frischer Muttermilch, das schon bald den ganzen Kühlschrank füllt.

Aus der Not des Platzmangels heraus entschließt sich die Zypriotin, anderen Müttern die Milch anzubieten, weil sie aus dem Bekanntenkreis weiß, dass viele nicht genügend Milch für ihr Baby produzieren. Damit macht sie viele Frauen glücklich, die das Angebot nutzen und so auf natürliche Weise ihr Baby ernähren.

Der Platzmangel bringt die geschäftstüchtige Mutter auf eine Idee.

Neue Interessenten

Es dauert nicht lange, bis sich neben den bisher interessierten Müttern ein weiterer Kundenstamm herauskristallisiert. Plötzlich bieten auch Männer der jungen Mutter viel Geld, um von der Wirkung ihrer Muttermilch zu partizipieren.

Diese Männer entpuppen sich schnell als Kraftsportler, die sich erhoffen, durch die Milch – die eigentlich für Säuglinge bestimmt ist – von einem gesteigerten Muskelaufbau zu profitieren. Wenn das Wachstum bei Neugeborenen gefördert wird, muss es auch bei den Muskeln klappen, so die Annahme.

Hat die Zypriotin im ersten Moment noch Zweifel und ein komisches Gefühl, ihre Muttermilch an erwachsene Männer zu verkaufen, siegt am Ende der Geschäftssinn der 24-Jährigen. Für 30 Milliliter erhält sie heute einen Euro. Glaubt man der geschäftstüchtigen Mutter, hat sie bis heute weit über 500 Liter verkauft.

Vertriebsausbau

Inzwischen werden die Strukturen rund um das Geschäft mit der Muttermilch wesentlich strukturierter. So vertreibt Rafaela ihr gefragtes Produkt über ihre eigene Website, aber auch über Facebook. Auf beiden Kanälen können interessierte Bodybuilder die Milch der Mutter erwerben.

Die 24-Jährige berichtet, dass es zwar am Anfang noch irritierend für sie war, sie aber inzwischen eine regelrechte Sucht entwickelt, weil das Ganze ein sehr lukratives Geschäft für sie und ihre kleine Familie ist.

Auch wenn es für viele hoffende Athleten logisch erscheint, dass Muttermilch zu erhöhtem Wachstum führt, gibt es keine wissenschaftliche Belege, die diese Annahme bestätigen können. Trotzdem beweist die 24-jährige Mutter, welche außergewöhnlichen Geschäftsmöglichkeiten sich mit der verblendeten Hoffnung von Bodybuildern auftun können. Man darf gespannt sein, welche Nischenprodukte zukünftig ganz oben auf der Wunschliste von Extremathleten stehen.

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