Mr. Olympia 2018: Beendet William Bonac die “Ära Phil Heath”?


Jeder Profi im Bodybuilding wird wohl kaum einen größeren Traum haben, als ein einziges Mal in seiner Karriere die Sandow Trophäe in die Luft strecken zu können, weil er sich den Sieg beim Mr. Olympia in Las Vegas gesichert hat. Was für den Fußballer die Weltmeisterschaft und für den Olympioniken die Goldmedaille, ist für den Profi-Athleten der Sieg beim wichtigsten Wettkampf in der Welt des Bodybuildings. Während in anderen Sportarten die Sieger von Wettkampf zu Wettkampf wechseln und es keine eindeutigen Gewinner über einen längeren Zeitraum zu geben scheint, ist das im Mikrokosmos Körpertraining anders. Hier dominieren die Besten ihrer Klasse über Jahre hinweg, bevor neue Anwärter Anspruch auf den Thron erheben.

Ob Arnold Schwarzenegger, Lee Haney, Dorian Yates, oder Ronnie Coleman. Sie alle haben eine Sache gemeinsam: ihr Triumph beim Mr. Olympia war keine einmalige Sache. Jeder dieser Ausnahmeathleten konnte nach seinem ersten Sieg auf der Bühne des Mr. O sein ganz eigenes Zeitalter einleiten, in dem es keinem anderen Sportler gelang, den Titel für sich zu beanspruchen.

So ergeht es auch Phil Heath, dem aktuellen Mr. Olympia mit insgesamt sieben Siegen in Folge. Durch die kürzlich in Columbus zelebrierte Arnold Classic werden aber nun die ersten Stimmen laut, die ein baldiges Ende des amtierenden Athleten aus den USA prophezeien. Grund dafür ist der Mann, der sich in Ohio die Siegertrophäe erkämpfen konnte.

Nicht zu erwarten

Die Gerüchte um einen neuen Mr. Olympia flammen in erster Linie auf, weil ein mehr oder weniger unbekannter Athlet, den wenige Fans auf dem Schirm hatten, den Sieg bei der Arnold Classic 2018 holen konnte.

Wie aus dem Nichts steht William Bonac plötzlich ganz oben auf der Siegertreppe in Columbus und wirbelt Staub in der geradlinigen Bodybuildingszene auf. Aus den Forderungen nach einem neuen Mr. Olympia wird deutlich, dass die Fans es leid sind, immer gleichbleibende Gesichter auf dem Siegerpodest zu sehen.

Eine ideale Situation für William Bonac.

Dass dieser Hype um den Ausnahmeathleten aus Ghana entsteht, ist kaum verwunderlich. Siegen bei der Arnold Classic – ihrerseits zweitwichtigster Wettkampf im Bodybuilding – sonst Athleten, die auch beim Mr. Olympia schon mehrjährige Erfolge feiern können, gelingt es William Bonac nur ein Jahr, nachdem er einen akzeptablen dritten Platz beim Olympia holt, die Classic zu dominieren.

Das öffentliche Interesse an dem Athleten aus Ghana wächst.

Bisher übersehen

Es war wahrlich nicht schwer, den 1,70 Meter großen Athleten bis zu diesem Zeitpunkt zu übersehen, geht er mit seiner geringen Körpergröße zwischen den teilweise weitaus höher gewachsenen Gegnern schnell unter.

Das erste Mal fällt er auf, als er die EVLS Prague Pro im Jahr 2016 gewinnt und sich gegen ein extrem starkes Teilnehmerfeld durchsetzt. Big Ramy, Dexter Jackson und Shawn Rhoden müssen sich dem 35-Jährigen geschlagen geben.

Im gleichen Jahr steht er bereits auf der Bühne des Mr. Olympia, kommt aber zu keinem direkten Vergleich mit Phil Heath. Hier sehen die Richter ihn lediglich neben Big Ramy, sodass man ihn nicht mit dem amtierenden Mr. Olympia vergleichen kann.

Erst ein Jahr später, beim Mr. Olympia 2017, steht der Athlet aus Ghana direkt neben Phil und zeigt der ganzen Welt, dass er ein ernstzunehmender Kandidat für den Titel ist. Selbst neben Big Ramy kann William mit fast 25 Kilogramm weniger Muskeln überzeugen.

Und genau hier liegt auch seine Stärke. Selbst neben Athleten, die ein Vielfaches mehr auf die Waage bringen als er selbst, sucht seine Optik ihresgleichen.

Thronfolger?

Dass es irgendwann jemanden geben wird, der am Thron von Phil Heath wackeln wird, ist nicht verwunderlich. Jede Ära neigt sich einmal dem Ende. Bisher hatten die Fans jedoch nur bei einem Mann das Potenzial für diesen Umbruch gesehen: Big Ramy.

Jetzt steht mit William Bonac ein bisher unbekanntes Gesicht in den Startlöchern und hat die besten Chancen, die Sandow im Jahr 2018 mit nach Hause zu nehmen. Die Weichen für den Sieg sind gestellt. Kann er die Form, die er bei der Arnold Classic präsentierte, auch beim Mr. Olympia auf die Bühne bringen, wird ein Sieg möglich.

Hat der 1,70 Meter Athlet dann zusätzlich noch das Glück auf seiner Seite, wird er dominieren. Dazu muss Phil Heath nur mit den Schwächen belastet sein – hier insbesondere der oft genannte Blähbauch – die ihn letztes Jahr einiges an Federn gekostet haben. Wenn dann noch Big Ramy seiner Linie treu bleibt und wieder nicht in komplett trockener Form am Tag des Mr. Olympia abliefert, gibt es eventuell einen neuen Mr. Olympia im Jahr 2018.

Lange gab es keinen Athleten, der auch nur ansatzweise als Konkurrenz für Phil Heath angesehen wurde. Nach seinem Sieg bei der Arnold Classic 2018 darf sich William Bonac nun zum heißesten Überraschungskandidaten ernennen lassen, wenn es um den Titel Mr. Olympia 2018 geht. Wenn die Sterne gut stehen, er seine Topform erneut abliefert und Big Ramy wieder nicht in komplett trockener Form erscheint, steht einem neuen Mr. Olympia grundsätzlich nicht mehr viel im Weg.




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