"Steroide sollten legal sein!" - Gannikus.com

Martyn Ford„Steroide sollten legal sein!“

Als Verwalter der Menschen, die es wert sind geschaut zu werden, bezeichnet Brian Rose seine Plattform London Real. Die Mission des ehemaligen Investmentbankers und seines Podcasts ist es, die persönliche Veränderung durch Inspiration, Selbstfindung und Selbstwertsteigerung zu fördern. In Bodybuildingkreisen erreichte das Projekt bereits im Jahre 2013 große Bekanntheit durch das Interview „Inside the Shadow“ mit Dorian Yates, in dem der ehemalige Mr. Olympia überraschend offen über Themen wie anabole Steroide und das Mindset eines Champions sprach. Seither durften einige Profisportler tiefgründige Einblicke in ihr Leben geben sowie ihren persönlichen Standpunkt zu gewissen Dingen offen legen. So nun auch der ebenfalls in Birmingham geborene Ausnahmeathlet Martyn Ford.

In mehrere kleine Ausschnitte unterteilte Brian Rose das Interview mit dem 1982 geborenen Bodybuilder und MMA-Kämpfer. Wie für London Real üblich kam dort auch das Thema der anabolen Steroide im Sport zur Sprache, weshalb dieser Abschnitt in einem separaten Video festgehalten ist. Darin geht der 2,04 Meter große Mann, der auch als „The Nightmare“ bekannt ist, zunächst darauf ein, dass es ein großes Problem sei, dass junge Menschen in aller Welt leistungssteigernde Mittel verwenden und nicht wissen würden, was sie machen und wie sie sich dadurch selbst schädigen.

Ford erachtet es als besonders ärgerlich, dass die „Kids“, wie er sie nennt, motiviert durch heutige Vorbilder so oder so zu Steroide und Co. greifen würden, genauso wie sie auch Alkohol und andere Drogen im Zuge des jugendlichem Leichtsinns ausprobieren. Als Influencer auf höheren Level sehe er sich und seine Kollegen daher in der Pflicht. ihren Bewunderern beizubringen, wie man diese Substanzen sachgerecht verwendet, damit sie sich keinen Schaden zuführen.


„Eine Welt ohne Steroide wäre wundervoll.“


Das vermittelte Idealbild, welches heutzutage in den Medien dargestellt werde, sei einfach nicht auf naturalem Wege erreichbar und das müsse man offen kommunizieren. Stattdessen behaupten die gleichen Personen, die dieses Idealbild repräsentieren, dass sie keine illegalen Hilfsmittel verwenden würden und genau das erachte Ford als so gefährlich. Die jungen, nacheifernden Menschen würden sich Rat von Personen suchen, die nicht wüssten, was sie machen und sich dadurch in gesundheitliche Gefahren begeben.

Dennoch möchte Ford nicht derjenige sein, der den sachgerechten Gebrauch vermittelt. Er rede stattdessen von Ärzten und ausgebildeten Fachleuten auf diesem Gebiet. Neben der Aufklärung, dass im Profisport zu weiten Teilen leistungssteigernde Mittel zum Tagesprogramm gehören, bedürfe es klaren Leitlinien, um eine möglichst sichere Anwendung aufzuzeigen für den Fall, dass sich Nachahmer nicht davon abbringen lassen, es ihren Idolen gleichzutun.

So wie sich in den vergangenen zehn Jahren das körperliche Idealbild eines Models von magersüchtig zu einem normalen Erscheinungsbild verändert habe, müsse sich auch das Idealbild der Fitnessindustrie zu einem natural erreichbaren, gesunden Körper verändern. Andernfalls müssen laut dem Influencer die von ihm angesprochenen Leitlinien kommuniziert werden, um gesundheitliche Gefahren zu minimieren. Der Druck auf die „Kids“, verursacht durch die sozialen Medien, sei im Moment einfach zu hoch und deshalb die Verwendung von Steroiden und ähnlichen Substanzen vorprogrammiert.


Schweiß-Drink: Eddie Hall pranked Martyn Ford!


Der britische Instagram-Star, der mittlerweile stolze 1,7 Millionen Abonnenten zählt, glaube nicht daran, dass es viele Profisportler gebe, die nicht irgendeine Form von leistungssteigernden Mitteln verwenden, sei es Blutdoping, Steroide oder etwas anderes. Wenn er sich die heutigen Körper und Leistungen anschaue, glaube er nicht daran, dass sie durch Nahrung und Training allein zu erreichen sind. Laut seiner Aussage würde ein Leistungssportler alles dafür machen, der Beste zu sein, egal was es ist. Es ginge ihm nicht darum zu beurteilen, ob Steroide richtig oder falsch seien, aber es liege ihm am Herzen, die Menschen vor den Folgen des unsachgemäßen Gebrauchs zu bewahren.

Auf die Frage, ob es sinnvoll sei, leistungssteigernde Mittel im Sport zu erlauben, antwortet der ebenfalls als Schauspieler aktive Ford, dass es den Gebrauch in jedem Fall sicherer machen würde. Solange sie illegal sind, würden sie einen Schwarzmarkt hervorrufen und dadurch auch zahlreiche Probleme für die Menschen provozieren. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind hier vorrangig die gesundheitlichen Auswirkungen von verunreinigten Produkten aus dem Untergrund sowie die strafrechtliche Verfolgung gemeint. Zwar glaube der Bodybuilder nicht, dass Steroide jemals legalisiert werden, doch hält er es für möglich, dass es in etwa 15 Jahren Supplements gibt, die so gut wie leistungssteigernde Mittel wirken könnten.

Das größte Problem von illegalen Mitteln sei für den 36-Jährigen die Sicherheit der Produkte und wenn sie durch die Entwicklung sowie kontrollierte Herstellung und Abgabe sicher gemacht werden können, sehe er keinen Unterschied zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Steroiden. Er behaupte nicht, dass es keine naturalen Spitzensportler gebe, doch diese seien die Minderheit. Diejenigen, die es nicht sind und durch Leistungen hervorstechen, die nicht auf natürlichem Wege erreichbar sind, dienen als Vorbild für Generationen junger Leute weltweit, die ohne vernünftige Anleitung leistungssteigernde Mittel verwenden, um ihren Idolen nachzueifern. Laut dem britischen Ausnahmeathleten sollten daher Leitlinien zum sicheren Gebrauch implementiert sowie die Abgabe sicherer Produkte legalisiert werden. 

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