Warum die stärksten Athleten der Welt meistens nicht "shredded" sind! - Gannikus.com

Masse ist MachtWarum die stärksten Athleten der Welt meistens nicht „shredded“ sind!

Schaut man sich auf einem hochkarätigen Strongman Wettkampf wie der Arnold Strongman Classic um, wird man vereinzelt ein paar Bauchmuskeln sehen, doch tragen die meisten Athleten einen Bauch mit sich herum. Das Gleiche gilt für die Schwergewichtsklassen im Powerlifting und im olympischen Gewichtheben. Wenn es um pure Kraft geht, sind die Jungs mit etwas mehr auf den Rippen größtenteils im Vorteil und das hat verschiedene Gründe, die der nachfolgende Beitrag erläutern wird.

„Die Trainingseinheiten eines Strongman dauern in der Regel drei bis vier Stunden“, sagt Rick Howard, Leiter der amerikanischen Strength and Conditioning Association Nordost und selbst Strongman Athlet. „Kraftsportler essen während des Trainings, denn sie kennen ihren Körper und spüren, wenn ihnen die Energie ausgeht.“

Auch wenn die Trainingseinheiten nicht sonderlich viel Cardio vorsehen, verbrennen die Sportler Hunderte, wenn nicht Tausende von Kalorien in einem Workout. Der Körper braucht jedoch einen Kalorienüberschuss, um auf hohem Niveau noch Muskulatur und Kraft aufzubauen, also ist viel essen ein Teil des Sports.

Das Resultat aus schwerem Training und viel Essen sind mehr Muskeln, die die Sportler nutzen, um eine besseres Hebelverhältnis gegenüber der Hantel, oder was sie auch immer zu bewegen versuchen, zu erzwingen. Eine Hantel muss beim Bankdrücken nicht so weit bewegt werden, wenn der Brustkorb größer ist. Eine Kugel wiederum kann leichter auf ein Podest gehoben werden, wenn ein dicker Bauch sie nach oben drückt.



Nicht alle Kraftsportler haben überschüssiges Körperfett

Wettkämpfe im Kraftdreikampf oder Gewichtheben werden üblicherweise in Gewichtsklassen eingeteilt. Die genauen Werte unterscheiden sich je nach Organisation, doch die meisten Athleten sind am besten damit beraten, so viel zu wiegen, wie es ihre Klasse erlaubt.

Die Superschwergewichtler

Die beliebteste Gewichtsklasse, zumindest aus Sicht der Zuschauer, ist das Superschwergewicht, das in der Regel kein Limit nach oben hat.

Eine derartige Masse aufzubauen benötigt sehr viel Nahrung und oft kann nicht alles davon aus „sauberen“ Quellen stammen, wenn man möglichst viele Kalorien aufnehmen will. Das überschüssige Körperfett, dass sich in diesem Prozess kaum vermeiden lässt, wieder loszuwerden, würde auch zum Verlust von Muskelmasse und Kraft führen. Die meisten Kraftsportler sind nicht bereit, diesen Preis zu zahlen, nur um besser auszusehen oder eine bessere Gesundheit zu genießen. Kurz gesagt: Manchmal essen Gewichtheber nicht nur einen Salat zum Abendessen.

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Wirft man einen Blick auf einen olympischen Gewichtheber in Zeitlupe, ist es faszinierend, wie die ganze Bewegung abläuft. Das Reißen beispielsweise erfordert das Heben bis zur Hüfte des Athleten, dann das Wuchten des Gewichts nach oben und gleichzeitig die Bewegung unter die Hantel, sodass das Gewicht über dem Kopf gehalten wird.

Der georgische Gewichtheber Lasha Talakhadze stellte im Dezember 2017 mit 220 Kilo einen neuen Weltrekord im Reißen auf. Die Geschwindigkeit, mit der er die Hantel bewegt, ist beeindruckend. Es ist ein kurzer, aber überwältigender Kraftaufwand. „Du musst eine Menge Energie in sehr kurzer Zeit aufwenden. Wenn ich ein Strongman Training ausführe, kann ich schwere Dinge bewegen, aber ich bin schon außer Atem, wenn ich zum Briefkasten gehe“, sagt Howard.

Auch in niedrigeren Gewichtsklassen geht es um Schnelligkeit, weshalb man dort nicht so viel Körperfett sieht. Wenn sich ein Athlet schneller bewegen kann und schneller unter die Hantel kommt, kann die Technik einen Mangel an schierer Kraft zu einem gewissen Anteil ausgleichen.

Obwohl eine enorme Körpermasse von Vorteil ist, wenn es um die Bewältigung maximaler Gewichte geht, gibt es immer wieder auch Ausnahmen. 2017 hat der 16-jährige CJ Cummings einen neuen Jugend-Weltrekord aufgestellt, indem er 175 Kilo überkopf drückte – und das alles ohne sichtbares Bauchfett. Ein weiteres Bespiel ist der Pole Mariusz Pudzianowski, dem es in passabler Form und mit „nur“ 140 Kilo ganze fünfmal gelang, World’s Stongest Man zu werden. Das sind allerdings eher die Ausnahmen als die Regel.


Primärquelle: www.popsci.com

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