YouTube Classics: Brutos Brutaloz, Seyfu & das Dopingbusiness


Bodybuilding ist ein Sport, der mit sehr vielen Vorurteilen behaftet ist und vor Stereotypen nur so strotzt. Das liegt in erster Linie daran, dass man der Optik eines Athleten meist sofort ansehen kann, ob verschreibungspflichtige Substanzen konsumiert werden oder nicht. Durch die Medien und ihren einseitigen Blick auf den Konsum von leistungssteigernden Mitteln bekommt der unwissende Außenstehende schnell den Eindruck, im Bodybuilding dreht sich alles um Spritzen, Ampullen und Medikamente. Berichterstattungen kreieren das Bild von asozialen Athleten, die in Tanktops Gewichte bewegen, Tattoos auf der Haut tragen und in der kriminellen Szene mitmischen. 

Dabei gibt es viele Hobbysportler, die durchaus ein soziales Miteinander meistern können, einem Beruf nachgehen und eventuell sogar Frau und Kind haben. Diese Menschen werden aber leider in die gleiche Schublade gesteckt. Man kann nur von Glück reden, dass es Künstler auf YouTube gibt, die versuchen, das Bild des gepflegten und sozialverträglichen Bodybuilders wieder ins richtige Licht zu rücken.

Um den ewigen Vorurteilen entgegen zu treten, bietet sich ein Clip auf YouTube förmlich an, haben sich wohl auch zwei junge Herren gedacht. Sie waren es leid, ständig abgestempelt zu werden, nur weil sie das Fitnessstudio besuchen. Ein Video sollte diese Diskriminierungen beenden und die übereifrige Befangenheit der Gesellschaft beenden.

B-R-U-T-O-S und Seyfu

Damit der unaufgeklärte Zuschauer auch weiß, mit wem er es zu tun hat, lässt Protagonist Nummer 1 es sich nicht nehmen, die eigene Person und seine Freunde vorzustellen.

Er ist nach eigener Aussage der „Dopinghustler, Dopingdealer Nr. 1“ und macht uns auch gleich mit seinem Kumpel Seyfu bekannt, der ebenfalls ein sehr umgängliches Kerlchen zu sein scheint. Dieser erklärt kurz darauf auch netterweise, woher die beiden denn kommen. „Steglitz 41, Lichterfelde 45“. Waschechte Berliner also!

Seyfu möchte mehr zu seiner Person sagen. Man will ja ein gutes Bild vermitteln. „Jungunternehmer“ sei er und „in Sachen Anabolika kennt ihn wirklich jeder“.

Direkt fällt also auf, dass man es mit arbeitenden Menschen zu tun hat, die sogar so nett sind und ihre geschätzten Produkte im „Anabolika Schlussverkauf“ anbieten.

Wer bis jetzt noch nicht beeindruckt von diesem jungen Mann war, wird spätestens in den nächsten Sequenzen seine Meinung ändern.

Neben der beruflichen Tätigkeit kann der Berliner auch ein „8-Pack“, einen monströsen Rücken und einen Bizeps, so groß wie Wassermelonen sein Eigen nennen – glaubt er zumindest.

Aber genug vom jungen Unternehmer. Jetzt wollen wir seinen besten Freund kennenlernen. Den oben schon kurz angeschnittenen Dopinghustler. Er möchte das Bild seiner Person auch noch intensiver ausmalen.

Mit gestückeltem Deutsch erklärt er, was dem Kunden blüht, wenn die von ihm gekaufte Ware nicht bezahlt wird. Er ist da sehr kundenfreundlich und bietet dem Käufer sogar an, zwischen mehreren Optionen zu wählen.

Für eine ausstehende Zahlung von 500 Euro kann man sich entscheiden, ob lieber zwei Ohren oder ein Finger verloren werden wollen. Ist das nicht nett?

Ortswechsel

Nachdem man die zwei liebevollen Vollzeitbeschäftigten kennengelernt hat, darf man in ihr Leben eintauchen und mit ihnen die verschiedenen Orte besuchen, die sie bereisen.

Im schwarzen BMW, halb aus dem Fenster hängend und leicht schwankend, fährt man für ein cooles Posing vor das Firmengebäude von Bayer Schering. Was uns die zwei wohl damit sagen wollen? Ist das vielleicht einer von vielen Handelspartnern, die die beiden so erfolgreich machen?

Private Einblicke

Damit auch endgültig alle Zweifel beiseite geräumt werden können, laden die zwei den Zuschauer ein, einen Blick in ihr Privatleben zu werfen. Man will ja schließlich wissen, womit sich die beiden hinter den eigenen vier Wänden die Zeit vertreiben, oder?

Ein Tisch, bedeckt mit Spritzbesteck und Ampullen, gibt Aufschluss über die Freizeitaktivitäten. Die spielen bestimmt Arzt oder pflegen kranke Tiere.

Zum Schluss lässt Seyfu es sich nicht nehmen, noch einmal zu erklären, wie er diesen monströsen Körper aufbauen konnte. „“Injektion Propionat – 5 Ampullen jeden Tag“. Schon mal eine ordentliche Grundlage, aber noch lange nicht genug für ein 8-Pack, wie er es hat!

Um das Paket abzurunden, verwendet Seyfu zusätzlich Deca, Trenbolon Acetat, 12 i.E. Wachs und Insulin.

Wer also schon immer so aussehen wollte wie der Berliner, hat damit die Anleitung.

Mit ihrer kreativen Art nehmen die Berliner den unwissenden Zuschauer mit und schaffen es dank zahlreicher Einblicke in ihren Alltag zu zeigen, dass es auch anders geht. Dass Vorurteile nicht immer stimmen müssen. Und, dass Bodybuilder auch ganz normale Menschen sind. Wer nach diesem Aufklärungsvideo immer noch eine schlechte Meinung über das Bodybuilding hat, wird sich niemals überzeugen lassen.

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