Der antiöstrogene Effekt von Heidelbeeren


Die Phenole in Heidelbeeren machen die Zellen auf die schädlichen Effekte von Östrogen weniger sensibel, erhalten aber die guten Auswirkungen des Hormons intakt. Diese Schlussfolgerung kann man ziehen, wenn man sich die Ergebnisse einer Tierstudie von Onkologen der University of Louisville in den USA ansieht, die im Journal of Agricultural and Food Chemistriy veröffentlicht wurden!


Heidelbeeren, Anthocyane und Krebs

Früchte enthalten Anthocyane und Zellen- beziehungsweise Tierstudien haben gezeigt, dass diese Schutz gegen Brustkrebs bieten. Chemiker haben ungefähr 500 Anthocyane in sechs Gruppen klassizifiert: Cyanidin, Delphinidin, Malvidin, Pelargonidin, Peonidin und Petunidin. Heidelbeeren enthalten bis auf Pelargonidin alle davon.

Aus diesem Grund – und vielleicht auch deshalb, weil das Californian Highbush Blueberry Council die Studie sponsern wollte – untersuchten die Forscher aus Louisville die Effekte von Heidelbeeren auf die Entstehung und Verbreitung von Brustkrebs.

Studie

Im Artikel, der im Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlicht wurde, beschreiben die Forscher Experimente mit weiblichen ACI Ratten. Das sind Tiere, die besonders anfällig auf Krebs sind. Die Wissenschaftler gaben dem Großteil der Ratten Impfungen, die Östradiol (E2) ausschütteten, was die Chance erhöhte, dass die Ratten Brustkrebs entwickeln.

Den Ratten in der Versuchsgruppe wurde Nahrung gegeben, die zu 2,5 oder 5 Prozent aus gefriergetrockneten und pulverisierten Heidelbeeren bestand (BB). Manchen wurde dieses Futter schon zwei Wochen vor den Impfungen verabreicht (Preventive), anderen erst zwei Wochen nachdem die ersten Tumore entdeckt wurden (Therapeutic).

Ergebnisse

Die nachfolgende Grafik links zeigt, dass die Extrakte bei bis zu 40 Prozent der Ratten die Tumorentwicklung verhinderten. Rechts sieht man, dass die Extrakte zudem das Wachstum der Tumore hemmten.

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Die folgende Abbildung zeigt links, wie die Extrakte funktionieren. Heidelbeeren hemmen zuerst einmal die Synthese des Enzyms CYP1A1 in Brustkrebszellen. Dieses Enzym konvertiert Östradiol zu 2-Hydroxy-Östradiol. Hydroxylierte Östradiol Analoga können DNS Schäden anrichten. Die Forscher interpretieren dies als positives Zeichen, wobei man hier nicht zu enthusiastisch sein darf. Das 2-Hydroxy-Östradiol Analogon ist nämlich nicht so gefährlich.

Rechts in der Grafik sieht man den interessanteren Teil. Heidelbeeren hemmen ebenfalls die Synthese des Alpha-Östradiol Rezeptors. Über diesen Rezeptor stimuliert Östradiol Brustwachstum, Fettablagerung und Feuchtigkeitsspeicherung, aber auch Tumorwachstum. Der Beta-Östradiol Rezeptor ist besonders wichtig für die vielen positiven Effekte von Östradiol, wie beispielsweise flexible Blutgefäße und starke Knochen.

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Dosierung

Das menschliche Äquivalent der höchsten Dosis des Experiments liegt bei ungefähr 30g Heidelbeer Pulver pro Tag. Das verwendete Pulver war jedoch kein Konzentrat und enthielt nur 38mg an Phenolen (21mg Anthocyane) pro Gramm. Wenn man Heidelbeeren als antiöstrogenes Supplement verwenden will und ein Extrakt mit guter Qualität findet, dann sollte ein paar wenige Kapseln pro Tag oder auch weniger Pulver als in der Studie genügen!

Schlussfolgerung

Die Forscher schreiben, dass der Konsum von Blaubeeren als effektive Strategie für die Behandlung von östradiolassoziiertem Brustkrebs und mögliche Verhinderung eines Rückfalls und der Metastasenbildung verwendet werden könne. 

Deshalb zeige die Studie das chemopräventive und therapeutische Potenzial von Heidelbeeren und erweitert so das Verständnis der Wirkungsmechanismen auf der Suche nach zukünftigen Medikamenten. 


Quelle: ergo-log.com/blueberries-have-an-antioestrogenic-effect.html
Referenzstudie: ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24245576

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