Google Studie

Suche nach Steroiden steigt nach Jahreszeit?!


Im Sommer, wenn die Freibäder aufmachen und die Urlaubssaison beginnt, möchten wir uns alle in unserer besten Form präsentieren. Während die einen vorausschauend denken und bereits frühzeitig damit anfangen, an ihrer Standfigur zu arbeiten, scheinen andere auf den letzten Drücker zu versuchen, mit leistungssteigernden Mitteln nachzuhelfen. Zumindest deuten die Suchtrends auf Google extrem darauf hin, dass das diesbezügliche Interesse zur Mitte des Jahres stark ansteigt.

Die Forscher der Universität von Glasgow nutzten Daten von Google Trends um zu sehen, wie englische Internetnutzer zwischen 2011 und 2015 nach Informationen über anabole Steroide suchten.

Sie fanden dabei heraus, dass die beliebtesten Suchbegriffe der Engländer Anavar, Trenbolon, Stanozolol, Dianabol und Sustanon umfassten. Weniger populär waren dagegen Nandrolon, Boldenon, Masteron, Metenolon und sogar Testosteron Enantat. Die untere Grafik zeigt, wie sich das relative Suchvolumen mit der Zeit verändert. Das Interesse an anabolen Steroiden erreicht in den Sommermonaten seinen Höhepunkt. Außerdem scheint das Interesse mit den Jahren gestiegen zu sein.


Die zeitliche Veränderung des Interesses an anabolen Steroiden. (Grafik verändert nach Teck et al.)


Die Forscher sind besorgt um die Ergebnisse ihrer Studie:

„Trenbolon wird traditionell als risikoreich angesehen und ist selbst von erfahrenen Bodybuildern in den 1980er Jahren gemieden worden. Das steigende Interesse in der Internetsuche erfordert daher eventuell nähere Betrachtung. Aufgrund limitierter medizinischer Literatur und angeblich geringem Risiko für kriminelle Verurteilung wegen seiner Zulassung in der Veterinärmedizin mancher Länder heben Brennan et al. Trenbolon, über dessen illegalen Gebrauch 4500 Webseiten berichte, als spezielle Sorge heraus.“

Weiterhin behaupten die schottischen Wissenschaftler, dass die Suche nach Dianabol und Anavar (Oxandrolon) eventuell in Hinblick auf die Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen von Bedeutung ist. Beides sind orale Steroide, die ein höheres Risikopotenzial für die Lebergesundheit mit sich bringen und eventuell als „Einstiegsdrogen“ für injizierbare Steroide gelten würden. Die Autoren deuten außerdem darauf hin, dass die Internetrecherchen wahrscheinlich nicht dazu führen, dass weniger Steroide verwendet werden, da die meisten Websites sich für den Gebrauch der illegalen Substanzen aussprechen.

Während es bisher nicht möglich sei, eine Abschätzung darüber zu geben, wie das Suchvolumen nach anabolen Steroiden mit dem tatsächlichen Gebrauch korreliert, könnten die zeitabhängigen Trends des Interesses ein Hinweis darauf sein, wie sich die Gemeinschaft der Steroidkonsumenten entwickelt. Das schlussfolgern jedenfalls die Wissenschaftler. Die Studie bestätigt also, dass sich selbst Forscher damit auseinandersetzen, wie sich das Interesse an leistungssteigernden Mitteln entwickelt. Sicherlich wird nicht jeder, der einmal nach Steroiden googelt, gleich den Missbrauch begehen. Dennoch ist es interessant zu sehen, wie sich die Wissbegierde rund um anabole Substanzen entwickelt.


Primärquelle: ergo-log.com/summer-season-anabolics-season.html
Literaturquelle:
Teck, Joseph Tay Wee, and Mark McCann. „Tracking internet interest in anabolic-androgenic steroids using Google Trends.“ The International journal on drug policy 51 (2018): 52.



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