Alpha-Cedrene

Neues Anabolikum aus Zedernöl


Menschliche Wesen können dank speziellen Rezeptoren in der Nase den Stoff Alpha-Cedrene, eine Substanz aus Zedernöl, riechen. Muskelzellen besitzen die dieselben Rezeptoren und – so seltsam sich das auch anhören mag – wenn sie durch Alpha-Cedrene stimuliert werden, können sie Muskeln größer und stärker machen. 

MOR23, OR10J5 und Muskeln

Mäuse besitzen rund 900 verschiedene Rezeptoren in ihrer Nase mit denen sie spezifische Substanzen riechen können. Wir Menschen haben lediglich 400 verschiedene Rezeptoren. Diese selben olfaktorischen Rezeptoren findet man jedoch auch an anderen Stellen im Körper und aktuelle Studien konnten zeigen, dass sie lebensnotwendige Funktionen besitzen.

Die Rezeptorart, mit der Mäuse Alpha-Cedrene riechen können, nennt sich MOR23 und kommt beispielsweise auch in ihrer Leber vor. Die Stimulation von MOR23 durch Alpha-Cedrene kann möglicherweise vor einer Fettleber schützen, wie Süd-Koreanische Wissenschaftler von der Yonsei University im Jahre 2017 berichteten.


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Menschen besitzen einen Rezeptor, der MOR23 sehr ähnlich ist. Sein Name ist OR10J5. Und da bereist bekannt war, dass die Stimulation von MO23 bei Mäusen die Muskelregeneration und Muskelwachstum induziert, fragten sich die koreanischen Forscher, ob sie Muskeln mit Hilfe von Alpha-Cedrene stärker und größer machen könnten.

Die Studie

Die Koreaner gaben Mäusen täglich eine große Dosis Alpha-Cedrene über 10 Wochen. Wenn man die Dosierung auf Menschen umrechnet, würde sie 1 bis 1,5 g Alpha-Cedrene pro Tag entsprechen. Die Toxizität von Alpha-Cedrene wurde bisher nicht besonders umfassend untersucht, aber im Jahre 2008 schlussfolgerte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dass Europäer lediglich ein paar Milligramm dieses Stoffs am Tag über natürliche Quellen aufnehmen. Diese Menge gilt als sicher, aber mehr sagt die EFSA leider nicht zur Sicherheit von Alpha-Cedrene.

Die Ergebnisse

Im Vergleich zum Placebo (Vehicle), führte die Einnahme von Alpha-Cadrene zum Anstieg der Muskelmasse.

Die Supplementation mit Alpha-Cedrene führte zu keinem Gewichtsanstieg der Tiere. Allerdings machte es sie stärker und muskulöser. Die Effekte scheinen ähnlich zu sein wie die von Beta-2 Agonisten (z.B. Clenbuterol).

 

Der Mechanismus

In Versuchen an Muskelzellen konnte Alpha-Cedrene die Bildung von Muskelfasern stimulieren. Dieser Effekt verschwand, als die Forscher das Gen für MOR23 ausschalteten. Als die Forscher dann die Muskelzellen der Mäuse untersuchten, an denen sie experimentiert hatten, sahen sie, dass Alpha-Cedrene die Aktivität der anabolen Signalmoleküle, wie mTOR und AKT gesteigert hat. Zusätzlich dazu hat Alpha-Cedrene die Konzentration von IGF-1 gesteigert und die Konzentration von Myostatin gesenkt.


Alpha-Cedrene steigerte in Studien an Mäusen mTOR und IGF-1 und senkte Myostatin.


Myostatin ist ein Gen, welches Menschen und Tiere vor exzessivem Muskelwachstum schützt. Eine Unterdrückung dieses Gens führt zu einem stärkeren Aufbau von Muskulatur.

Schlussfolgerung

Die Forscher zogen folgende Schlussfolgerungen:

„Gegeben dem aktuellen Mangel an Behandlungsmöglichkeiten für muskuläre Atrophie, spekulieren wir, dass Alpha-Cedrene möglicherweise als potentielle Therapiemaßnahme gegen krankheitsbedingten Muskelverlust und Schwäche untersucht werden sollte. […] Sollte sich eine Herangehensweise basierend auf Alpha-Cedrene beim Menschen als effektiv herausstellen, könnte es möglicherweise allein, zusammen oder in Kombination mit  Bewegungstherapie und anderen ernährungsphysiologischen und pharmakologischen Maßnahmen angewendet werden. […] Zusammenfassend verdeutlicht die vorliegende Studie eine neue Methode, um den Verlust von Muskelmasse und Kraft zu verhindern oder zu behandeln.“ 

Doch wie mit so vielen Substanzen, die zu diesem Zwecke entwickelt wurden, könnte Alpha-Cadrene in Zukunft auch von Bodybuildern zum Muskelaufbau angewendet werden. Bevor das passiert sollten jedoch weitere Studien abgewartet werden, die die Ergebnisse der Mäusestudien am Menschen bestätigen, sowie die Sicherheit von entsprechenden Dosierungen sicher stellen. Studien an Zellen und Mäusen sind immer nur erste Hinweise auf das Vorhandensein der Wirkung eines bestimmten Stoffes. Erst wenn diese erfolgreich sind, kann eine Untersuchung am Menschen zugelassen werden. Doch wir sind gespannt, ob wir in Zukunft mehr von Alpha-Cadrene hören können.


Primärquelle: ergo-log.com/alpha-cedrene.html

Literaturquellen:
Tong, Tao, Minji Kim, and Taesun Park. „α‐Cedrene, a Newly Identified Ligand of MOR23, Increases Skeletal Muscle Mass and Strength.“ Molecular nutrition & food research (2018): 1800173.

Kang, NaNa, and JaeHyung Koo. „Olfactory receptors in non-chemosensory tissues.“ BMB reports 45.11 (2012): 612.

Tong, Tao, et al. „Olfactory receptor 10J5 responding to α-cedrene regulates hepatic steatosis via the cAMP–PKA pathway.“ Scientific reports 7.1 (2017): 9471.

Griffin, Christine A., Kimberly A. Kafadar, and Grace K. Pavlath. „MOR23 promotes muscle regeneration and regulates cell adhesion and migration.“ Developmental cell 17.5 (2009): 649-661.

Pavlath, Grace K. „A new function for odorant receptors: MOR23 is necessary for normal tissue repair in skeletal muscle.“ Cell adhesion & migration 4.4 (2010): 502-506.

European Food Safety Authority (EFSA). „Flavouring Group Evaluation 25,(FGE. 25)‐Aliphatic and aromatic hydrocarbons from chemical group 31‐Scientific Opinion of the Panel on Food Additives, Flavourings, Processing Aids and Materials in Contact with Food.“ EFSA Journal 6.12 (2008): 918.

 

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