SARMs – Effekte einer 12-wöchigen Kur mit Ostarine (MK-2866)


SARMs (Selektive Androgenrezeptor Modulatoren) nennt man die potenziellen Nachfolger der anabolen Steroide. Sie sind eine Erfindung von James Dalton, der bereits im Jahr 2011 die Ergebnisse einer Studie veröffentlichte, in der er das SARM Ostarine (MK-2866) an 120 gesunden Männern und Frauen testete. Es konnte Nebenwirkungen festgestellt werden, doch die damals neue Substanz funktionierte!

SARMs passen in den Androgenrezeptor, weisen jedoch nicht die gleiche Struktur wie anabole Steroide auf. Die Enzyme, die anabole Steroide also eigentlich in Verbindungen umwandeln, die Nebenwirkungen auslösen, können mit SARMs nichts anfangen. Deshalb sollten die neuen Substanzen weniger Nebenwirkungen haben. Zumindest hofften das die Wissenschaftler.

James Dalton, das Gehirn hinter dem pharmazeutischen Forschungsunternehmen GTx, ist “der Mann”, wenn es um SARMs geht. Er und seine Kollegen entwarfen das in der chemischen Sportswelt bekannte Andarine (S4) und stecken auch hinter der Substanz Ostarine (auch GTx-024, Enobosarm oder eben MK-2866).

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Bei einer Dosierung von 3mg konnte Ostarine die fettfreie Körpermasse um 1,4kg erhöhen, was ein statistisch signifikanter Effekt war. Zusätzlich dazu verbesserte sich die Kraft der Probanden, die Training auf einer Treppensteigemaschine absolvieren sollten. Die Teilnehmer der Studie führten jedoch gar kein regelmäßiges Training aus.

Die Fettmasse der 3mg Gruppe wurde im Schnitt um 300g gesenkt. Auch das war ein statistisch signifikanter Effekt.

Die Ärzte hofften, dass SARMs bei Männern nicht die eigene Testosteronproduktion unterdrücken. Wie die nachfolgende Grafik zeigt, welche nur die Daten der männlichen Teilnehmer enthält, war dies dennoch der Fall. Ostarine unterdrückte die eigene Testosteronsynthese jedoch nur in sehr geringem Ausmaß.

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Ostarine verringerte auch die Werte des “guten” Cholesterins (HDL). Dieser Effekt war zwar ebenfalls nicht sehr groß, scheint einige Forscher jedoch dennoch zu beunruhigen, da es demnach doch ungewünschte Nebenwirkungen gebe.

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Es scheint zudem wahrscheinlich, dass Ostarine – wie auch viele andere 17-Alpha-Methyl Steroide, in gewissem Maße der Leber schadet. In der Studie von Dalton erhöhte sich der ALT Wert, welcher einen Leberschaden zeigen kann, im Blut der Probanden um 20 Prozent. Die Forscher untersuchten zusätzlich, ob Ostarine das Haarwachstum bei Frauen beschleunigen könnte, was aber nicht der Fall war.

Abschließend kann man sagen, dass die Ergebnisse der damaligen Studie definitiv nicht schlecht aussehen. Man muss jedoch anmerken, dass hier mit einer Höchstdosierung von 3mg gearbeitet wurde und man durch aktuell erhältliche Präparate nahezu das zehnfache davon konsumieren würde, was auch von den Herstellern so empfohlen wird. Sollten diese zwielichtigen Unternehmen es überhaupt geschafft haben, Ostarine und andere SARMs in ihren Laboren nachzubauen, dann muss man beim Konsum dieser Produkte wohl mit schwerwiegenderen Nebenwirkungen als denen in der hier behandelten Studie rechnen!

SARMs sind keine Supplements, sondern investigative Forschungsmedikamente, für die von den Suppelement Herstellern Dosierungen empfohlen werden, die noch niemals am Menschen getestet wurden. Sie sind verboten und können äußerst negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben!


Quelle: ergo-log.com/enobosarmtrial.html
Referenzstudie: ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22031847




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