Veraltetes System?

41 Gewichtheber von den Europameisterschaften ausgeschlossen!


Während der Gebrauch von leistungssteigernden Substanzen in keinem Sport so offensichtlich ist wie im Bodybuilding, dürfte es mittlerweile kaum eine Überraschung sein, wenn auch Athleten anderer Sportarten des Dopings überführt werden. Immer wieder geraten Sportler verschiedenster Disziplinen ins Visier der Anti-Doping-Organisationen, so auch zahlreiche Gewichtheber, die sich für die diesjährigen Europameisterschaften qualifiziert haben. Doch der Grund dafür ist womöglich nicht einmal das Doping selbst.

Ganze 41 qualifizierte Athleten aus 18 Ländern wurden von dem Wettbewerb ausgeschlossen, der diese Woche im georgischen Batumi begann. Doch dabei könnten sie tatsächlich sogar völlig unschuldig sein. Grund für die Sperre ist, dass sie ihren Aufenthaltsort nicht in das Management-System der Welt-Antidoping-Agentur (ADAMS) einzugeben. Das System wurde 2005 eingeführt, um stets einen Überblick darüber zu haben, wo sich die Athleten befinden, sodass unangekündigte Kontrollen jederzeit durchgeführt werden können.

Zwar soll die WADA gewusst haben, dass manche ihrer Sportler Probleme mit der Handhabung der Datenbank hatten, doch wies sie die Anschuldigungen zurück mit der Behauptung, es habe keine offiziellen Beschwerden von Athleten gegeben, die an den Europameisterschaften im Gewichtheben teilnehmen sollten. Auf beiden Seiten scheint demzufolge Verwirrung zu herrschen und man könnte vermuten, die Athleten haben ihren Aufenthaltsort nicht angegeben, um unbemerkt betrügen zu können.


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Der vierfache Olympiateilnehmer Tom Goegebuer sagte in einem Statement über den Vorfall:

„Es ist richtig, dass wir die Betrüger entlarven, aber es ist nicht richtig, dass wir so viele unschuldige Athleten verloren haben. Ich bin sauer, dass dieses System nicht verbessert wird und nicht nutzerfreundlich ist. Ich habe das System erstmalig 2006 genutzt und heute sieht es immer noch genau gleich aus mit dem Unterschied, dass es länger dauert sich einzuloggen. In der Welt der Informatik und Software ändern sich Dinge so schnell und das System der WADA sollte über die Zeit auch besser werden, aber das tut es nicht“.

Viele Athleten, die sich unbemerkt des Dopings behelfen, werden nun an den Meisterschaften teilnehmen und einige unschuldige Sportler werden ihre Chance aufgrund der veralteten Software verpassen. Das traurige dabei ist jedoch, dass diese 41 Athleten erst vorort in Georgien erfahren haben, dass ihnen die Teilnahme versagt ist.

Die internationale Gewichtheber-Vereinigung (IWF), die die Macht über die Veranstaltungen inne hat, zeigte kein großes Mitleid für die Athleten, die sich nicht in das System eingeloggt haben. Schon 2016 kündigte man eine Überholung des Systems an, die aber nicht angegangen wurde. Aufgrund des aktuellen Vorfalls ist die Forderung erneut laut geworden und die WADA verspricht nun endgültig Verbesserungen.

Auch wenn es allem Anschein nach die verbleibenden 360 Athleten geschafft haben, das veraltete System korrekt zu nutzen, ist nicht auszuschließen, dass sich unter den 41 ausgeschlossenen Teilnehmern auch unschuldige Sportler befinden, die keine leistungssteigernden Mittel missbraucht haben. Doch da man es ihnen nicht nachweisen kann, ist ihr Ausschluss folgerichtig. Mit einem verbesserten System können solche Konflikte allerdings in Zukunft vermieden werden. 


Primärquelle:
insidethegames.biz/index.php/articles/1077673/exclusive-more-than-40-weightlifters-banned-from-european-championships-amid-wada-data-controversy



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