Geld sparen durch mehr Sport

Amerikanische Versicherung macht Fitnesstracker zur Pflicht!


Als Kraftsportler oder Fitness-Fanatiker gehört das Tragen eines Fitnessarmbandes mittlerweile schon fast obligatorisch dazu. Wer keine intelligente Uhr am Arm trägt, die Schritte, Herzfrequenz, Routen und  Kalorienverbrauch aufzeichnet, der gehört mittlerweile eher zur Minderheit. Manche von den kleinen Geräten können sogar Frauen dabei helfen, ihren Zyklus besser vorherzusehen und zu planen. Kaum vorstellbar, wie wir jahrzehntelang ohne unsere kleinen Begleiter am Handgelenk auskommen konnten. Doch inzwischen ist das Tragen eines solchen Gerätes nicht mehr überall freiwillig. Eine Lebensversicherung aus den USA macht es für seine Kunden nun zur Pflicht.

Vitality“ ist ein Programm, welches seine Nutzer durch mehr Bewegung und ausgewogene Ernährung zu einer gesünderen Lebensweise animieren soll. Der Clou bei der Sache: Es kann von Versicherungen eingesetzt werden, um ihre Kunden so zu einem geringeren Risiko zu verhelfen. Im Falle einer Lebensversicherung liegt dieses Risiko darin, dass der Versicherte innerhalb des festgelegten Versicherungszeitraumes stirbt, eine schwere Krankheit erleidet oder einen bestimmten Zeitpunkt erlebt. Treten diese Fälle ein, wird ein festgelegter Geldbetrag an den Versicherten oder dessen Hinterbliebenen ausgezahlt. Daher ist es von großem Interesse für die Versicherung, den Versicherungsnehmer so gesund wie möglich zu halten, damit Tod oder schwere Krankheiten möglichst vermieden werden können.

Bewegung und eine gesunde Ernährung sind die größten Schlüsselkomponenten, über die man Krankheit und Tod bewusst und vor allem kostengünstig verhindern oder hinauszögern kann. Programme wie Vitality sind für eine Versicherung als pures Geld wert. Was verschiedene Versicherer schon als freiwillige Maßnahme anbieten, will das amerikanische Unternehmen John Hancock jetzt jedoch zur Pflicht machen.


US-Universität führt Pflicht für Fitness Tracker ein!


Damit Vitality nicht nur animiert, sondern auch kontrolliert, müssen gesundheitsbezogene Daten, wie beispielsweise sportliche Aktivität und Schritte, gesammelt werden. Da sich eine Versicherung jedoch nicht nur auf Berichte verlassen möchte, verpflichtet der Versicherer seine Kunden zum Tragen eines Fitnesstrackers. Im Gegenzug erhalten die Kunden eine Vergünstigung auf den zu zahlenden Beitrag sowie eine kostenlose Fitnessuhr. Laut John Hancock haben sich seit Einführung 2015 bereits 40% der Kunden für die freiwillige Teilnahme an Vitality entschieden und sind dabei im Schnitt doppelt so viele Schritte gegangen wie der durchschnittliche Amerikaner. Aufgrund dessen sei die Lebenserwartung um 13 bis 21 Jahre gestiegen, ein enormes Plus für eine Lebensversicherung.

Mit der Einführung der Pflicht, an Vitality teilzunehmen und einen Fitnesstracker zu tragen, setzt John Hancock zukunftsweisende Maßstäbe. Allerdings werden auch Fragen der Datensicherheit aufgeworfen. Mithilfe der Informationen ist es dem Versicherer möglich, den Tarif zielgerichteter auf den jeweiligen Kunden zuzuschneiden. Experten sehen dabei aber das Versicherungsprinzip in Gefahr. Versicherungsnehmer zahlen einen regelmäßigen Betrag in die Versicherung ein, wobei Schäden der einzelnen Person durch die zustande gekommene Summe der Masse abgedeckt werden. Zahlen nun Personen mit geringerem Risiko weniger ein und Personen mit höherem Risiko mehr, wäre das Prinzip zumindest teilweise aufgehoben. Auf der anderen Seite erhöht sich durch die Motivation, mehr für seine Gesundheit zu machen, auch das Wohlbefinden und die Lebensqualität jedes Einzelnen.

Durch die Einführung der Fitnesstracker-Pflicht geht John Hancock Wege, die viele Experten als zukunftsweisend betrachten. Bonusprogramme für Vorsorgemaßnahmen und sportliche Aktivität gehören bereits seit Jahren zum Standard. Doch durch die Digitalisierung unserer Gesellschaft können Versicherungen den tatsächlichen Impact sehr viel genauer bestimmen. Ohnehin tragen auch Otto-Normal-Verbraucher immer häufiger ein Gerät, um die körperliche Aktivität zu messen. Mit derartigen Gadgets gelingt es, sich selbst zu mehr Bewegung zu motivieren, wodurch am Ende die Gesundheit der Bevölkerung enorm profitieren kann. Im Gegenzug wird man durch geringere Versicherungsbeiträge belohnt. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob auch andere Versicherer und Versicherungsarten nachziehen werden.

Der amerikanische Versicherer John Hancock lockt auf Twitter mit einer kostenlosen Apple Watch.


Quelle: faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/lebensversicherung-bei-john-hancock-nur-mit-fitness-tracker-15798146.html

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