Shanique Grant

Die Zukunft des Frauen-Bodybuildings?


Unweigerlich ist die Frage im Titel nicht gerade korrekt formuliert, denn das Bodybuilding der Frauen ist über die vergangenen Jahre hinweg sukzessive aus dem Sport verbannt worden. Mittlerweile können massiv muskelbepackte Athletinnen nämlich nur noch bei der Tampa Pro starten. Bei allen anderen Wettkämpfen, inklusive Mr. Olympia und Arnold Classic, haben die Damen maximal die Möglichkeit, sich in der Women’s Physique zu messen. Der Unterschied zu Bikini, Figur und Fitness ist zwar noch immer riesig, doch vergleicht man die Teilnehmerinnen, die sich in dieser Klasse melden, beispielsweise mit einer Iris Kyle, werden die Differenzen deutlich. Nichtsdestotrotz gibt es auch in der recht neuen weiblichen Kategorie eine Person, die eine Ära starten könnte!

Mit dieser einleitenden Vorstellung gemeint ist Shanique Grant, deren Namen eventuell nicht jedem auf Anhieb etwas sagt. Wer sich aber für Bodybuilding interessiert, wird in den sozialen Medien mit Sicherheit schon einmal über ein Bild der US-Amerikanerin gestolpert und vor Neid erblasst sein, denn die 23-Jährige ist eine mehr als nur imposante Erscheinung. Insbesondere die Ausmaße ihrer Schultern und die nahezu perfekten Proportionen lassen auch ambitionierte Kraftsportler zum Teil alt aussehen.

Trotz der für ihr Alter außerordentlich weit fortgeschrittenen Entwicklung, lief in der Karriere von Shanique Grant bislang mehr schief, als man denken würde. Auf einen Auftritt beim Mr. Olympia wartet die amerikanische Athletin weiterhin, was jedoch nicht etwa an der fehlenden Qualifikation liegt. Vielmehr waren es unglückliche Umstände, die dafür sorgten, dass die 23-Jährige gleich zwei Mal nicht in Las Vegas starten konnte. Im August 2016 wurde die aus Chicago stammende Bodybuilderin nachts von drei Frauen angegriffen und mit einem Messer verletzt. Aufgrund von Schwellungen, Nervenschäden und Beeinträchtigungen im Muskelgewebe musste sie ihre Teilnahme am prestigeträchtigen Event absagen.


Shanique Grant bei ihrem Arnold Classic Sieg im März 2018.


Auch im folgenden Jahr sollte es kein Happy End geben. Obwohl Shanique Grant sich die Qualifikation sichern konnte, war ihr ein Start beim Mr. Olympia 2017 erneut vergönnt. Eine Netzhautablösung war der Grund dafür, dass die junge Bodybuilderin ihre Vorbereitung nicht im notwendigen Maß durchziehen konnte und wiederholt absagen musste. Diese Umstände hielten die US-Amerikanerin allerdings nicht davon ab, im vergangenen März an der Arnold Classic teilzunehmen und in Columbus ihren ersten großen Titel einzufahren. In der Women’s Physique war die 23-Jährige quasi konkurrenzlos.

Der Triumph bei der Arnold Classic gab Shanique Grant definitiv noch einen Schub, kann sie doch nun mit einer gehörigen Portion Rückenwind in ihr erstes Olympia Wochenende gehen. Zumindest Stand jetzt steht einer Teilnahme in diesem Jahr nichts im Weg. Die amerikanische Bodybuilderin geht ohnehin als Favoritin auf einen Sieg ins Rennen, denn Juliana Malacarne, die amtierende Titelträgerin in der Women’s Physique, wird im kommenden September nicht antreten. 

Gemessen an den körperlichen Ausmaßen von Shanique Grant und der Tatsache, dass das Frauen-Bodybuilding so nicht mehr existiert, kann man die US-Amerikanerin sicherlich als Zukunft dieses Sports sehen. Nach der Änderung ihres Spitznamens ist aber die Frage, ob man die 23-Jährige überhaupt noch so bezeichnen sollte. Die einstige Figur Athletin selbst nennt sich mittlerweile nicht mehr „The Future“ , sondern „The Present“ und macht damit unmissverständlich klar, dass sie in der Gegenwart angekommen ist und eine Ära prägen will!

2 comments

  1. therealsimsi

    Also der Spitzname sagt was anderes..,

    Gesendet am 23. August 2018
    • Danny

      Genau darauf wird im Artikel eingegangen ;)

      Gesendet am 23. August 2018

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