Phil Heath: Mit weniger Masse zum 8. Titel?


Es ist unverkennbar, dass die Athleten im professionellen Bodybuilding zu immer mehr Masse tendieren und die Form dabei des Öfteren zu wünschen übrig lässt. Vor allem in der offenen Klasse ist das zu beobachten. Spätestens seit Dorian Yates, wenn nicht sogar schon während der Blütezeit von Lee Haney, liegt der Fokus der meisten IFBB Pros vermehrt darauf, die eigenen Muskelberge konstant weiter zum Wachsen zu bringen – ohne Rücksicht auf Verluste. Nimmt man zum Beispiel Dexter Jackson aus, der im Jahr 2008 unerwartet Mr. Olympia wurde, ist diese Entwicklung eigentlich durch die Bank weg zu beobachten. Umso überraschender muten deshalb die aktuellen Aussagen von Phil Heath an!

Dass in puncto Form nahezu niemand Phil Heath gefährlich werden kann, wurde innerhalb der vergangenen Jahre zweifellos deutlich. Obwohl Kai Greene nah dran war, den mittlerweile siebenmaligen Champion vom Thron zu stoßen, zeigen gerade hochauflösende Bilder und Videos, dass alle Siege vom amtierenden Titelträger mehr als nur vertretbar waren. Auch im Vorjahr gewann der US-Amerikaner verdient, trotz der Tatsache, dass er so seine Probleme mit der Mittelpartie hatte. Eine dringend notwendige Operation, bei der gleich zwei Hernien behandelt worden sein sollen, dürfte diesbezüglich jedoch Abhilfe geschafft haben.

Bei einem Schultertraining, aufgenommen und zur Verfügung gestellt von NPC News Online, zeigt Phil Heath nun nicht nur, dass er zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung bereits außerordentlich gut in Form ist. Besonders auffällig ist auch, dass der 38-Jährige beim Mr. Olympia 2018 speziell im Bauchbereich wohl keinerlei Angriffsfläche bieten möchte. Durch sein Tanktop ist zu erkennen, dass der amtierenden Champion vom operativen Eingriff, der im Herbst 2017 stattfand, durchaus profitiert zu haben scheint. Über das gesamte Workout hat er seine Mittelpartie unter Kontrolle und lässt den im Vorjahr so stark kritisierten „Bubble Gut“ fast in Vergessenheit geraten.



In seiner Instagram Story bringt Phil Heath seine Follower quasi parallel zum Trainingsvideo mit NPC News Online auf den neusten Stand. Demnach wiege er derzeit ungefähr 260 Pfund (118 Kilo), was in Anbetracht der verbleibenden Zeit in der Vorbereitung und der momentanen Form ein sehr gutes Gewicht sei. Bei seinem Sieg im Vorjahr habe der amerikanische IFBB Pro mit 241 Pfund (109 Kilo) für seine Verhältnisse eher wenig gewogen. Auch wenn viele Fans 2011 noch immer als sein bestes Jahr betrachten, misst sich der siebenfache Mr. Olympia an seinem Sieg im Jahr 2013, als er seiner Ansicht nach die beste Balance erreicht habe.

Der Fakt, dass er beim Mr. Olympia 2017 auch mit „nur“ 241 Pfund habe gewinnen können, zeige Phil Heath zufolge, dass Gewicht keine Rolle spiele. Wie der 38-Jährige weiter ausführt, würden sich die meisten Athleten zu viele Sorgen um die Waage machen, dabei seien es grundsätzlich die Details in der Muskulatur, die über Sieg oder Niederlage entscheiden würden. Gemäß diesen Aussagen wird klar, dass der US-Amerikaner im kommenden September nicht auf Biegen und Brechen möglichst schwer auf die Bühne steigen, sondern mit einer brachialen Form überzeugen möchte. Im heutzutage vorherrschenden „Massewahn“, der das professionelle Bodybuilding prägt, ist ein derartiger Kommentar, der auch noch vom amtierenden Champion kommt, durchaus erfrischend.

Allem Anschein nach gibt es zumindest zum jetzigen Zeitpunkt keine Anzeichen dafür, dass Phil Heath in wenigen Wochen nicht seine achte Sandow Trophäe mit nach Hause nehmen wird. Der größte Favorit auf den Sieg beim Mr. Olympia 2018 verspricht nicht nur, sein bestes Paket aller Zeiten zu liefern. Vielmehr setzt er statt Masse auf eine bestechende Form, was für Konkurrenten wie Big Ramy oder Roelly Winklaar genau das richtige Rezept sein dürfte. Um Phil Heath im kommenden September schlagen zu können, muss die Konkurrenz also zusätzlich zur monströsen Muskulatur insbesondere die nötigen Details zeigen!

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