Kleiner Bodybuildingkosmos?

Tim Gabel reagiert auf Markus Rühl


Innerhalb der letzten Jahre veränderte sich die Szene zunehmend in die wissenschaftliche Richtung. Während man früher einfach ins Studio ging und das nachahmte, was langjährige Athleten machten, sind für heutige Trainingsanfänger Begriffe wie „Volumen“, „Frequenz“ und „Mobility“ längst keine Fremdwörter mehr. Glaubt man hingegen Markus Rühl, sei ist dieser Hype in vielen Fällen derart extrem, dass das eigentliche Workout in den Hintergrund gerate. Damit vertritt der deutsche IFBB Pro eine Meinung, die oftmals im Kontrast zu den Lehren von Mischa Janiec, BroSep oder auch Tim Gabel stehen. Umso spannender ist es, dass der zuletzt Genannte nun auf ein Trainingsvideo des früheren Mr. Olympia Teilnehmers reagierte!

Manch einer würde jetzt erwarten, dass Tim Gabel hart mit Markus Rühl ins Gericht geht und dessen oftmals humorvoll gemeinten Kultsätze wie „Schwer und Falsch“ oder „Viel hilft viel“ auf die Goldwaage legt. Wie der junge Natural Bodybuilder aber bereits zu Beginn seiner Reaktion klar macht, werde dies nicht der Fall sein. Ganz im Gegenteil, so habe er einen enormen Respekt vor dem IFBB Pro und dessen unglaublicher Leistung auf der Bühne.

Bis zum heutigen Tage habe sich Markus voll und ganz dem Bodybuilding gewidmet und sehr viel für den Sport getan. Da sich Tim im Vorfeld aber schon darüber im Klaren war, nicht in allen Punkten mit der Bodybuilding Legende konform zu gehen, habe er sich vor der Reaktion gescheut. Da die Zuschauer jedoch unbedingt hören wollten, was er zur Trainingsphilosophie des IFBB Pros zu sagen hat, habe Tim letztlich doch ein solches Video veröffentlicht.

Obwohl der ZEC+ Athlet die Aussage des Old School Bodybuilders, dass Gewichtheberschuhe aus einer „Fotze keinen Mann machen“ würden, durchaus unterhaltsam finde, verdeutliche es genau das, was an dem IFBB Pro zu kritisieren sei. Zwar stimmt der Stuttgarter zu, dass der „Science Hype“ oftmals überhand nehme, doch die Pauschalaussagen, dass alle einfach nur mehr Muskeln haben wollen, halte er für falsch und potentiell gefährlich.


No Fitness Hipster: Fan lässt sich Markus Rühl Tattoo stechen!


Viele Zuschauer, die nicht mit der Gabe der Intelligenz gesegnet seien, würden die Inhalte meist blind „nachplappern“ und über Personen, die sich ausgiebig erwärmen und dann mit leichtem Gewicht trainieren, vorschnell urteilen. Es könne beispielsweise sein, dass eben jene Sportler verletzungsbedingt so agieren und erst langsam zurück zu alter Stärke finden müssten. Tim Gabel zufolge hätte es Markus Rühl eigentlich nicht nötig, die „Fitness Hipster“ zu verurteilen.

Auch der Aussage, dass man beim Training nicht immer nur über Wiederholungszahlen nachdenken und stattdessen lieber intuitiv arbeiten solle, könne Tim so unterschreiben. Jene Athleten daraufhin aber als „schwul“ zu benennen, störe den jungen Stuttgarter hingegen wieder. Zudem betitelt Markus die immer beliebter werdenden Faszienrollen später als „schwule Nudelrolle“, was ebenfalls absolut unangebracht sei. Es sei inzwischen nämlich mehrfach belegt, dass der Fokus auf die Faszien für alle Sportler zahlreiche Vorteile mit sich bringen würde.

„Mich fucked das ab, dass er das dann direkt als schwul betitelt, nur weil es in seinen kleinen Bodybuildingkosmos nicht ‚reinpasst!“

Dennoch stimmt Tim Gabel der deutschen Bodybuilding Legende wieder zu, als dieser betont, dass die Vielfalt der Schlüssel zum Erfolg sei. Auch am Training des Hardcore Athleten habe er nur wenig auszusetzen. Obgleich die Technik hier und da nicht ganz nach Lehrbuch sei, gebe Markus bei jeder einzelnen Wiederholung Vollgas und scheue sich, anders als viele andere Sportler, nicht vor hoher Intensität.

Am Ende betont Tim Gabel nochmals, dass er Markus Rühl hier nicht in die Mangel nehmen wolle, sondern ihn für seine Leistungen als Bodybuilder sehr respektiere. Auch als Person sei „The German Beast“ extrem sympathisch und habe darüber hinaus viel Humor. Der einzige Kritikpunkt sei die oft zu engstirnige Sicht, die sich ausschließlich auf Muskelaufbau und Bodybuilding beziehe. Ob diese allerdings nur eine Rolle oder aber die tatsächliche Überzeugung des IFBB Pros ist, wisse Tim nicht. Nichtsdestotrotz würde sich der Stuttgarter wünschen, dass Markus Rühl ab und an ein wenig weiter über den Tellerrand des Bodybuildings hinausschaue!

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