US-Drogerien verkaufen Präparate ohne Wirkstoffe


Die New Yorker Staatsanwaltschaft beschuldigte am Montag den 2.Februar.2015, 4 große Einzelhandelsketten des Verkaufes betrügerischer und gefährlicher, pflanzlicher Präparate und forderte diese auf, die betroffenen Produkte umgehend aus dem Sortiment zu nehmen.

Laut Behörden wurden die meistverkauften Marken von GNC, Target, Walgreens und Walmart geprüft und festgestellt, dass in vier von fünf Produkten keines der auf dem Etikett deklarierten Kräuter enthalten war! Die Tests legten offen, dass in vielen Pillen, in denen eigentlich Heilkräuter enthalten sein sollten, lediglich billige Füllstoffe wie pulverisierter Reis, Spargel und Zimmerpflanzen enthalten waren. In einigen Fällen wurden sogar für Allergiker gefährliche Inhaltsstoffe gefunden.

Dieses Ergebnis ist natürlich ein gefundenes Fressen für alle Kritiker, die sich schon lange über die Qualität und Sicherheit von Nahrungsergänzungsmitteln, die von der strengenRegulierungsaufsicht zu verschreibungspflichtigen Medikamenten angewendet befreit sind, beschwert haben. Dies war das erste mal, dass dieFDA unangekündigt die Produkte großer Handelsketten analysiert hat.

Gerade der Hersteller GNC ist in den USA bei Bodybuildern sehr beliebt, da dieser Bodybuildingtypische Supplements selbst herstellt und verkauft.

Gerade der Hersteller GNC ist in den USA bei Bodybuildern sehr beliebt, da dieser Bodybuildingtypische Supplements selbst herstellt und verkauft.


Kuriose Inhaltsstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln

In einer beliebten Marke für Ginseng-Pillen bei Walgreens, welche der “körperlichen Ausdauer und Vitalität” dienen sollen, war lediglich Knoblauchpulver und Reis enthalten.

Walmart ist in den USA einer der größten Supermarkt-Ketten

Walmart ist in den USA einer der größten Supermarkt-Ketten

Der Einzelhändler mit dem erschreckendsten Ergebnis war Walmart, wo nur 4 Prozent der untersuchten Produkte die DNA aus den auf den Etiketten aufgeführten Pflanzen enthielt.

Hier fanden die Behörden in einem Gingko-Biloba-Produkt Rettich in Pulverform, Zimmerpflanzen und Weizen. Und das obwohl auf dem Etikett stand “Weizen und Glutenfrei”!

Drei von sechs pflanzlichen Produkten enthielten bei Target falsche Inhaltsstoffe. So wurde in Gingko-Biloba-, Johanneskraut- und Baldriantabletten pulverisierter Reis, Bohnen, Erbsen und wilde Karotten nachgewiesen.

Bei GNC enthielten Pillen Zutaten, die so nicht auf dem Etikett deklariert gewesen sind. So waren in einigen Präparaten, die für Allergiker gefährlichen pulverförmigen Hülsenfrüchte, Erdnüsse und Soja, enthalten.

Die Staatsanwaltschaft schickte nach dem Erhalt dieser katastrophalen Analyse eine Unterlassungserklärung an die Einzelhändler. Zeitgleich verlangte sie eine Erklärung, in der die Unternehmen offen legen, wie sie nachprüfen, welche Vorkehrungen getroffen werden um Nahrungsergänzungsmittel zu prüfen.

“Etikettenschwindel, Kontamination und falsche Werbung sind illegal”, sagte Eric T. Schneiderman, der Generalstaatsanwalt. “Sie stellen unannehmbare Risiken für die New Yorker Familien dar. Besonders für Allergiker sind versteckte Zutaten gefährlich.”

Bereits 2013 wurde die Staatsanwaltschaft aufgefordert Nahrungsergänzungsmittel zu prüfen, nachdem die New York Times einen Artikel veröffentlichte, der darüber berichtete, dass ein Drittel aller in einer Überprüfung der University of Guelph in Canada untersuchten pflanzlichen Präparate nur billige Füllstoffe enthielten und nicht die auf dem Etikett angegebenen Zutaten.

Die Vertreter der Industrie argumentierten, dass alle Probleme von einer handvoll Unternehmen am Rande der Industrie verursacht werden. Aber laut der New York Times wurden bei der Untersuchung gezielt Eigenmarken der Drogerien und Einzelhandelsketten durchleuchtet, was darauf hindeutet, dass die Probleme weit verbreitet sind.

“Wenn diese Daten korrekt sind, dann ist es ein unglaublich vernichtendes Urteil für die gesamte Branche”, sagte Dr. Pieter Cohen, Assistant Professor an der Harvard Medical School und Experte für Nahrungsergänzungsmittel. In Reaktion auf die Ergebnisse sagte Dr. Pieter Cohen: “Es geht um Produkte von riesigen Mainstream-Einzelhändlern wie Walmart und Walgreens. Hier vertraut der Kunde darauf, dass die Ware höchsten Qualitätsstandards entspricht.”

Der Einzelhändler Walgreens hat daraufhin angeordnet alle betroffenen Produkte bundesweit aus den Regalen zu entfernen – nicht nur im Staate New York.

Walmart hingegen sagte, es würde ausreichen die eigenen Lieferanten zu informieren, damit entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können.

Eine Sprecherin von GNC sagte, dass das Unternehmen mit dem Generalstaatsanwalt zusammenarbeite, aber dass es hinter der Qualität und Reinheit seiner Eigenmarke stehe. Das Unternehmen sagte außerdem, es habe alle Produkte “mit validierten und am weitesten verbreiteten Testmethoden” geprüft.


Wie ist das alles möglich?

Die FDA kontrolliert Nahrungsergänzungsmittel in den USA. Allerdings nur bei konkreten Hinweisen.

Die FDA kontrolliert Nahrungsergänzungsmittel in den USA. Allerdings nur bei konkreten Hinweisen.

Auch in den USA gibt es gewisse Kontrollorgane. Die FDA (U.S. Food and Drug Administration) ist so etwas wie das Gesundheitsamt in den USA. Damit die FDA ein Supplement überprüft, muss ein Verdachtsfall vorliegen. Das bedeutet, jemand muss glaubhaft darstellen, dass in einem Nahrungsergänzungsmittel nicht das drin ist, was auf dem Etikett deklariert wurde. Erst dann schreitet die FDA zur Tat.

Zwar müssen auch in den USA Supplementhersteller gewährleisten, dass ihre Produkte ungefährlich und korrekt deklariert sind, doch wird dies nicht vor Verkaufsstart des Produktes staatlich geprüft. Das System ist also im wesentlichen erst einmal ein Ehrenkodex. Ein Hersteller darf solange behaupten seine Produkte wären sicher und darf dieses verkaufen bis die Behörden (die FDA) das Gegenteil bewiesen haben.


Wie kam das ganze heraus?

Im Rahmen der Untersuchung kaufte der Generalstaatsanwaltschaft 78 Packungen pflanzlicher Nahrungsergänzungsmittel. Hierbei handelte es sich um die führenden Marken von Walmart-, Target-, Walgreens- und GNC-Märkten.

Die Tests wurden vond em renommierten Experten, James Schulte II der Clarkson University in Potsdam, New York mit der DNA Barcoding-Technologie(eine Art genetischer Fingerabdruck) durchgeführt. Bei den DNA-Tests wurden drei bis vier Proben von jedem der Nahrungsergänzungsmittel gekauft und anschließend getestet. Jede Probe wurde fünfmal getestet. Insgesamt wurden 390 Tests mit 78 Proben durchgeführt.

Die Technologie ermöglicht es Wissenschaftlern, Pflanzen und Tiere durch die Suche nach kurzen DNA-Sequenzen zu erkennen. Alle DNA-Sequenzen sind für jeden Organismus einzigartig. Durch dieses Verfahren können die Inhaltsstoffe von Nahrungsergänzungsmittel schnell und sicher analysiert  so wie auch identifiziert werden – ähnlich wie die Strichcodes auf Lebensmittelverpackungen. Dadurch kann also sicher festgestellt werden, welche Pflanzen in einem Nahrungsergänzungsmittel enthalten ist.

Dr. Cohen von der Universität in Harvard sagte, die Testergebnisse seien sehr erschreckend. Doch es sei gut möglich, dass bei diesem Test noch nicht einmal alle tatsächlichen Inhaltsstoffe entdeckt wurden.

Grund hierfür ist der Herstellungsprozess der Nahrungsergänzungsmittel. Bei der Herstellung kann es passieren, dass die DNA einzelner Zutaten zerstört wird. So ist es nicht mehr möglich nachzuweisen, was genau in einem Produkt enthalten ist.


GNC:

Hier wurden 6 pflanzliche Präparate der GNC-Eigenmarke “Herbal Plus” pro Geschäft gekauft und analysiert: Gingko Biloba, Johanniskraut, Ginseng, Knoblauch, Echinacea und Sägepalme. An vier Standorten mit repräsentativen Läden in Binghamton, Harlem, Plattsburgh & Suffolk.

Einzig das Knoblauchpräparat enthielt genau das, was auf dem Etikett deklariert wurde.

Eine Flasche Sägepalme wurde positiv auf die DNA der Sägepalme getestet, während drei keine Sägepalme enthielten.

Die verbleibenden vier Nahrungsergänzungsmittel lieferten gemischte Ergebnisse, aber keiner zeigte die DNA der auf dem Etikett gezeigten Pflanze.

Von 120 DNA-Tests mit 24 Produkten mit pflanzlichen Inhaltsstoffen stimmte die DNA nur bei 22 % der auf der Verpackung beschriebenen Produkte überein.

Identifizierte Verunreinigungen waren: Spargel, Reis, Primel, Luzerne / Klee, Fichte, Ranuncula, Zimmerpflanze, Allium, Hülsenfrucht, Sägepalme und Echinacea.


Target:

Viele Produkte enthielten gar keinen oder ganz andere Wirkstoffe.

Viele Produkte enthielten gar keinen oder ganz andere Wirkstoffe.

Hier wurden 6 pflanzliche Präparate der Target-Eigenmarke “Up & Up” pro Geschäft gekauft und analysiert: Gingko Biloba, Johanniskraut, Baldrian-Wurzel, Knoblauch, Echinacea und Sägepalme. An drei Standorten mit repräsentativen Märkten in Nassau County, Poughkeepsie, und Syracuse wurden diese gekauft.

Drei Ergänzungsmittel enthielten nahezu genau das, was auf dem Etikett deklariert wurde und zeigten nahezu einheitliche Präsenz der markierten Inhalten: Echinacea, Knoblauch und Sägepalme. Die restlichen drei Ergänzungsmittel offenbarten DNA von Inhaltsstoffen, die nicht auf der Verpackung standen.

Von 90 DNA-Tests mit 18 Produkten mit pflanzlichen Inhaltsstoffen stimmte die DNA nur bei 41 % der auf der Verpackung beschriebenen Produkte überein.

Identifizierte Verunreinigungen waren: Lauch, Französische Bohnen, Spargel, Erbsen, Wilde Möhre und Sägepalme.


Walgreens:

Hier wurden 6 pflanzliche Präparate der Walgreens-Eigenmarke”Finest Nutrition” pro Geschäft gekauft und analysiert: Gingko Biloba, Johanniskraut, Ginseng, Knoblauch, Echinacea und Sägepalme. Von drei Standorten mit repräsentativen Läden in Brooklyn, Rochester und Watertown wurden diese bezogen.

Einzig das Saw-Palmetto-Produkt enthielt genau das, was auf dem Etikett deklariert wurde.

Die restlichen fünf Präparate enthielten gemischte Ergebnisse, wobei bei einer Probe von Knoblauchextrakt, die entsprechende DNA nachgewiesen werden konnte. Die restlichen Produkte enthielten keine DNA der auf dem Etikett deklarierten Pflanzen.

Von 90 DNA-Tests mit 18 Produkten mit pflanzlichen Inhaltsstoffen stimmte die DNA nur bei 18% der auf der Verpackung beschriebenen Produkte überein.

Identifizierte Verunreinigungen waren: Lauch, Reis, Weizen, Palm, Gänseblümchen, und Dracaena (Zimmerpflanze).


Walmart:

Hier wurden 6 pflanzliche Präparate der Walmart-Eigenmarke”Spring Valley” pro Geschäft gekauft und analysiert: Gingko Biloba, Johanniskraut, Ginseng, Knoblauch, Echinacea und Sägepalme. Von drei geografischen Standorten mit repräsentativen Läden in Buffalo, Utica und Westchester wurden diese bezogen.

Keines der Produkte enthielt die DNA der Pflanze, die auf dem Etikett deklariert wurde.

Eine Packung Knoblauchextrakt enthielt minimale Spuren von Knoblauch. Ebenso eine Packung Sägepalme.

Alle anderen Nahrungsergänzungsmittel enthielten keinerlei der deklarierten Inhalsstoffe!

Von 90 DNA-Tests mit 18 Produkten mit pflanzlichen Inhaltsstoffen stimmte die DNA nur bei 4% der auf der Verpackung beschriebenen Produkte überein.

Identifizierte Verunreinigungen waren: Lauch, Kiefer, Weizen / Gras, Reis Senf, Zitrusfrüchte, Dracaena (Zimmerpflanze) und Maniok (eine tropische Pflanze).


Warum uns das hier in Deutschland ebenfalls interessieren sollte?

supplement-skandal

Supplemente aus den USA werden auch in Deutschland verkauft, ohne vorher kontrolliert zu werden.

Auch uns deutsche Verbraucher sollte das Ergebnis dieser Analyse aufhorchen lassen. Hier in Deutschland kann man in wohl so gut wie jedem Supplement Shop amerikanische Nahrungsergänzungsmittel kaufen.

Diese amerikanischen Nahrungsergänzungsmittel werden bei der Einfuhr nach Deutschland nicht analysiert und geprüft. (Ausgenommen sind hierbei Produkte die ohnehin nicht nach Deutschland eingeführt werden dürfen, weil sie zum Beispiel gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen.) Es kann also sehr gut sein, dass in einem Präparat welches du hier in Deutschland kaufen kannst, ebenfalls nicht das drin ist, was auf dem Etikett drauf steht.

Wer Supplemente möchte, in denen zu 100 % drin ist, was drauf steht, sollte einmal die Eigenmarke von Micsbodyshop.de auschecken. “TNT – True Nutrition Technology” Produkte sind von einem unabhängigen Labor geprüft. Hinzu kommt, die Produkte stehen auf der Kölner Liste. Ebenfalls empfehlen können wir an dieser Stelle ZEC Plus Nutrition so wie ESN Produkte

Die Wahrscheinlichkeit dass auch wirklich das drin ist was drauf steht, ist bei  Produkten Made in Germany generell höher, als bei intransparenten internationalen Supplements.


Refernzen: 1.,Photo Header by  Reuters-David-Grey

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