Studienkonflikt

Betain doch kein Wundermittel?!


In den letzten Wochen rückte ein Stoff in den Fokus, den wir in den letzten Jahren immer häufiger in Pre Workout Boostern finden konnten. Sein Name: Trimethylglycin, auch als Betain bekannt. Das Derivat der Aminosäure Glycin besitzt einen osmolytischen Effekt, ähnlich dem des Kreatins. Damit kann es mehr Flüssigkeit in die Muskelzellen schleusen und so den Pump verbessern. Doch einige Studien schreiben dem Stoff, der seinem Namen der roten Rübe verdankt, noch einige weitere Kräfte zu.

Ein Beitrag auf der Facebook- und Instagramseite des Forschers, Trainers und Wissenschaftsautors Menno Henselmans sorgte kürzlich für einiges an Diskussionsbedarf. Dargestellt wurde eine Infografik, die eine Studie repräsentiert, in der darauf hingedeutet wird, dass die Einnahme von Betain bei Frauen zu einem gesteigerten Fettverlust führt. Augenscheinlich sollte die Studie eigentlich den Effekt des Betains auf den Muskelaufbau und die Trainingsleistung der Probandinnen erforschen. Diese waren zwar nicht signifikant, doch fand man stattdessen heraus, dass die Betain-Gruppe gegenüber der Gruppe, die kein Betain bekam, sehr viel mehr Fett abbaute.

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Der Fitness YouTuber Brosep teilte diesen Beitrag und deutete darauf hin, dass sein in Zusammenarbeit mit Rocka Nutrition hergestelltes Pre Workout Supplement Science Pre genau die Dosierung von Betain enthält, die auch die Forscher in der Studie verwenden. Zwar war der Gedanke hinter dem Einsatz des Stoffes in dem Booster wahrscheinlich eher der Pump, doch der 24-jährige Kölner wollte mit seinem Beitrag sicherlich auf einen zusätzlichen Nutzen hinweisen. Auch wir haben über diese Studie und den Post Henselmanns berichtet. 


Christian Wolf schießt erneut gegen Brosep?


In Antwort auf den Beitrag von Brosep meldete sich der MORE Nutrition Frontmann Christian Wolf zu Wort, der das Design der Studie mit Skepsis betrachtete. Laut ihm hätten die Autoren nicht berücksichtigt, dass Betain das Zellvolumen erhöht, wodurch Verfälschungen der Körperfettanalyse zustande gekommen sein können. Die Ergebnisse der Studie klingen sicherlich sehr imposant und für viele womöglich etwas zu schön, um wirklich wahr zu sein. Doch einen Punkt, den weder Wolf, Brosep oder wir dabei bisher beachtet haben ist, mit welchen finanziellen Interesse die Autoren dieser und anderen Studien gearbeitet haben.

Einen knappen Monat nach dem angesprochenen Beitrag auf den Social Media Plattformen von Menno Henselmans meldete man sich erneut zu diesem Thema zu Wort und relativierte das zuvor Geschriebene. Man schaute sich nämlich genauer an, wie die finanziellen Mittel aufgebracht wurden, denen den Forschern dieser und weiterer Studien zur Verfügung standen. Dabei fand man heraus, das viele Studien, die einen positiven Effekt Betains zeigen, von einem Unternehmen gesponsert wurden, welches Betain vertreibt. Die Rede ist von Danisco, einem  dänischen Biotechnologiekonzern mit Hauptsitz in Kopenhagen. Alle unabhängigen Studien hätten dagegen keinen Effekt auf die Kraftleistung und Körperkomposition zeigen können. Das Team um Henselmans entschuldigt sich bei seinen Followern und rät ihnen dazu, das Geld für Betain lieber zu sparen.

Damit ist nicht auszuschließen, dass die Forscher der Positivstudien im finanziellen Interesse ihres Geldgebers Danisco gearbeitet haben. Da unabhängige Studien keinerlei Effekte auf die Kraftleistung und Zusammensetzung des Körpers zeigen konnte, ist es sogar eher wahrscheinlich, dass die Vorteile einer Betaineinnahme tatsächlich nur in der Zellhydration liegen. Weiterhin ist es ein wichtiger Methylgruppendonator für die Biosynthese von Kreatin, Methionin, Lecithin und Carnitin, doch ausreichende Mengen kann der Körper selbst produzieren, solange ihm genügend Glycin zur Verfügung steht. Betain für den Pump – ja. Betain für den Fettabbau – wohl eher nein.

Henselmanns entschuldigt sich bei seinen Followern und gibt den Rat, sich das Geld für Betain zu sparen.

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