Koffein für eine bessere Griffkraft?


Während man beispielsweise längere Sätze beim Wadenheben oder Rudern ausführt, ist oftmals das Brennen im Muskel ein limitierender Faktor. Vor allem die Unterarme und die Griffkraft leiden bei vielen Übungen deutlich und bevor man den Zielmuskel richtig augereizt hat, kann schon einmal die Griffkraft versagen. Eine niedrige Dosis an Koffein schafft dem Anschein nach Abhilfe!

Koffein

Koffein kann den Stoffwechsel zumindest ein wenig anheben. Es erhöht die Produktion natürlicher Stimulanzien wie Adrenalin oder Noradrenalin und macht Zellen zudem sensibler darauf. Was weniger bekannt ist: Koffein hat auch einen schmerzstillenden Effekt. Zumindest bei Sportlern fördert es die Produktion von Beta-Endorphin, einem natürlichen Schmerzmittel.

Studie

Diesen Effekt konnte eine Studie von Forschern der Yale Universität aus dem Jahr 2000 demonstrieren. Im besagten Experiment nahmen junge und fitte Männer teil, denen eine relativ hohe Menge an Koffein von 6mg pro Kilo Körpergewicht verabreicht wurde.

Bei einer 80kg schweren Person würde dies 480mg Koffein bedeuten. 1,5 Stunden nach der Einnahme fuhren die Männer für zwei Stunden auf 65% ihrer maximalen Sauerstoffaufnahme Fahrrad. Das ist in etwa so schnell, dass man sich nebenbei nicht mehr wirklich gut unterhalten kann.

Ergebnisse

Die Forscher fanden heraus, dass die Stimulans die Produktion von Beta-Endorphin steigerte.

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Auf Basis der alten Studie würde man erwarten, dass Koffein außerdem dabei helfen könnte, bei Athleten den Schmerz während des Trainings zu reduzieren. Sie gaben also fünf Männern und fünf Frauen jeweils einen Kaugummi mit 100mg Koffein, welches schnell absorbiert wurde.

Die Forscher ermittelten dabei nicht die täglich übliche Menge an verzehrtem Koffein. Laut aktueller Studienlage ist dies aber auch kein Faktor bezüglich des schmerzstillenden Effekts während Trainingseinheiten.

Die ingesamt zehn Probanden wurden von den Wissenschaftlern angewiesen, gerade zu stehen und Gewichte mit ausgestreckten Armen so lange zu halten, bis allmählich die Griffkraft nachlässt. Sie sollten also versuchen, die Gewichte so lange wie möglich zu halten. Die Forscher führten dieses Experiment zwei Mal durch. Beim ersten Mal bekamen die Probanden wie gesagt einen Kaugummi mit Koffein, beim zweiten Mal nicht.

Die nachfolgende Grafik zeigt, von wie viel Schmerz die Teilnehmer berichteten:

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Wenn sie nicht auf dem Kaugummi kauten, ließen die Probanden im Schnitt nach 100 Sekunden los. Sobald sie den Koffein Kaugummi im Mund hatten, konnten sie die Gewichte für 105 Sekunden halten. Dieser Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant. Die Anzahl der Probanden war zu gering, wohingegen deren Muskelleistungsbereich zu groß war.

Schlussfolgerung

Die Forscher schlussfolgern, dass man für viele Aktivitäten, die im Bereich des Kraftsports zum Einsatz kommen, eine Langhantel, Kurzhantel oder anderes Equipment für eine gewisse Zeit halten können müsse. Diese Erkenntnis ist jetzt nicht wirklich weltbewegend.

Die Ergebnisse ihrer Studie deuten laut den Forschern zudem darauf hin, dass geringe Mengen an Koffein die Beschwerden reduzieren können, die man beim längeren Halten diverser Objekt bekommt. Eine Verbesserung der Griffkraft durch den Konsum von Koffein scheine naheliegend!


Quelle: ergo-log.com/caffeinegrip.html
Referenzstudie: dx.doi.org/10.1519/JSC.0b013e3181d9901f

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