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Wie man Supplement Etiketten richtig liest


Die raffinierten Methoden, mit denen sie Dich an der Nase herumführen

Hast Du Dir bei so vielen Lebensmittel- und Supplementherstellern, die so viele verschiedene gesundheitsbezogene Behauptungen aufstellen, nicht auch schon immer einen eigenen Shoppingexperten gewünscht, der dir all die Versprechungen und Inhaltsstoffe der Etiketten erklärt? Als Athlet der schon eine Menge an Eisen hin und her geschleppt hat und der schon eine Menge an Supplementen in sich hinein gestopft hat, sehe ich mich selbst als Experte in diesem Bereich und ich bin hier, um Dir beim Verständnis einiger dieser Versprechungen auf den Etiketten von Supplementen zu helfen (obwohl ich Dich leider nicht persönlich durch Gänge der Supermärkte führen kann – das würde gruselig werden).

Inhaltsstoffe-Supplemente


Hier sind also meine drei Schritte, um ein Produkt gut beurteilen zu können:

Schritt 1: Prüfe die Inhaltsstoffe

Die wichtigste Sache, die Du immer im Hinterkopf behalten musst ist, dass die Hersteller einen großen Spielraum für vage Behauptungen auf der Vorderseite des Etiketts haben. Beispielsweise die Behauptung, es wären 23 Gramm Protein in jeder Portion, enthält nicht die Information, welche Art von Protein in diesem Produkt verarbeitet wurde. Du wirst diese Angabe auch nur finden, wenn Du Dich in Sherlock Holmes Manier in der Zutatenliste auf die Suche machst. Dort wirst Du dann herausfinden, ob das Protein aus hochqualitativem Molkeproteinisolat oder eventuell – wie in den meisten Proteinriegeln – aus sehr billigem Sojaprotein stammt.

Ein weiteres Beispiel ist der Satz „keine künstlichen Aromen“, der dich im Glauben lässt, das Produkt wäre naturbelassen. Was Die dir allerdings nicht in dicken Großbuchstaben auf der Vorderseite der Verpackung sagen ist, dass im Produkt künstliche Süßstoffe wie Aspartam oder Sucralose sind. Oder, dass sie eventuell einfach mehr Zucker verwendet haben, als in eine Tasse Kaffee passen würde. Böse Geschichte.


Schritt 2: Die Tricks bei den Inhaltsstoffen

Supplemente, Zutaten, Nährwertangaben, Proteinpulver, die Behauptungen auf Etiketten…
Wie Du bereits gemerkt hast: Die auf jeder Verpackung vorne aufgeführten Behauptungen können einen ganz schön in die Irre führen und der einzige Ort, an dem man wirklich nachsehen sollte, ist die Zutatenliste. Die Inhaltsstoffe müssen der Menge jeder einzelnen Zutat nach sortiert aufgeführt werden, wobei die am meisten benutzte Zutat ganz vorne steht und die am wenigsten benutzte ganz hinten. Aber sei vorsichtig, die Hersteller haben natürlich auch Möglichkeiten diese Regel zu umgehen. Du findest zum Beispiel die Worte „Protein Mischung“, gefolgt von den Inhaltsstoffen in Klammern, beispielsweise: „(Molkeproteinkonzentrat, Milchproteinkonzentrat, Molkeproteinisolat, Sojaproteinisolat).“ Es kann nun passieren, dass weniger als ein Gramm des hochqualitativsten Inhaltsstoffs, dem Molkeproteinisolat, im diesem Produkt ist – und das ist sogar sehr wahrscheinlich so. Durch die Auflistung in einer „Protein Mischung“ vermeiden es die Hersteller, das Molkeproteinisolat ans Ende der Zutatenliste schreiben zu müssen und den Konsumenten damit womöglich abzuschrecken, dass tatsächlich nur eine Staubwolke dieser qualitativen Zutat vorzufinden ist.

Obwohl nicht alle Hersteller mit einer Mischung im Produkt zwangsläufig diese Regel zu ihren Gunsten benutzen, solltest Du vorsichtig mit Produkten sein, auf denen „Protein Mischung“ oder „Protein Matrix“ als Hauptquelle des Proteins deklariert wurde. Du kannst nämlich nie wissen, wie viel von jedem Stoff wirklich enthalten ist. Das ist wie wenn Dein Chef sagen würde, Du würdest ab sofort eine „firmeneigene Geld Matrix“ als Gehalt bekommen (bestehend aus 1-, 5- und 10-Euro Scheinen) und wenn Du dann deinen Geldbeutel öffnest ist nichts anderes drin als 1-Euro Scheine, ein 5-Euro Schein und ein zerissener 10-Euro Schein.


proprietary-blend-supplementeSchritt 3: Vorsicht mit „firmeneigenen Mischungen“ (Proprietary Blends)

Wenn wir über das Wort „firmeneigen“ (proprietary) sprechen, kommen wir automatisch zu Pre Workout-Boostern. Sie geben weitere Beispiele dieser potenziell irreführenden Behauptungen auf Etiketten.
Das Wichtigste, worauf man achten sollte, ist das Wort „firmeneigene Mischung“ (Proprietary Blend).
Die meisten Menschen glauben, dies wäre eine geheime Formel oder eine spezielle Mischung, die der Hersteller nicht offenlegen will. In Wirklichkeit ist diese Formulierung ein Versuch der Hersteller, die genauen Mengen der wichtigsten Zutaten zu verschleiern.

Man sieht beispielsweise „firmeneigene Mischung 4 Gramm“ (Proprietary Blend 4g) und diese enthält Kreatin, Beta-Alanin, Koffein, Arginin und einige andere Zutaten. Es ist durchaus möglich, dass diese Mischung 3 Gramm Kreatin und 500mg Koffein (oder anders gesagt das Äquivalent zu 5 Tassen Kaffee. Na, wer zittert schon?) enthält, was nur noch 500mg für alle anderen sechs Inhaltsstoffe bedeutet. Du denkst also, Du hast einen geilen, „firmeneigenen“ Kick? Du hast wohl eher nur einen simplen Koffeinkick. Mache einige Recherchen und schau‘ Dir an, wie viel du von welcher Zutat brauchst, um davon zu profitieren und dann suche Dir Produkte, die die Menge jeder einzelnen Zutat auf dem Etikett auflisten. Sei vorsichtig mit hinterhältigen „firmeneigenen Mischungen“.

Es ist immer am besten, Produkte mit transparenter Zutatenliste zu finden. Suche einen Hersteller, dem Du vertrauen kannst und hab‘ keine Angst davor, Ihnen unangenehme Fragen zu stellen, wie zum Beispiel wie viel Molkeproteinisolat wirklich in einer Portion enthalten ist. Ein seriöser Hersteller wird sich die Zeit nehmen, Deine Fragen zu beantworten, sofern er nichts zu verbergen hat. Ein letzter Hinweis noch: Es ist immer von Vorteil auf Produkte zu setzen, die von einem Unternehmen selbst hergestellt wurden.

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