5 Wege, wie du sinnlos Zeit im Studio verschwendest!


Immer wieder kommt es vor, dass man sich als motivierter Athlet in Situationen wiederfindet, in denen man sich für seinen Trainingsaufwand rechtfertigen muss. Die Allgemeinheit geht davon aus, dass es für außerordentliches Muskelwachstum keiner großen Anstrengung bedarf. Im Kopf vieler Menschen ist der Glaube verankert, dass man nur den Weg ins Studio antreten und an ein paar Gerätschaften tätig werden muss, um dicke Oberarme und ein breites V-Kreuz zu erhalten. Niemand außerhalb der Szene weiß, wie aufwändig das Projekt Muskelwachstum eigentlich ist. Dabei gleicht der Gang ins Studio einer Schlacht, die taktisch jeden Tag aufs Neue geplant sein muss.

Selbst Trainingsanfänger und sogar fortgeschrittene Sportler tendieren dazu, das Training stiefmütterlich zu behandeln und denken, dass sie mit ihrer reinen Anwesenheit im Gym genug Muskelreize setzen, um zu wachsen.

Fakt ist aber, dass ein Großteil aller Hobbyathleten seine Zeit verschwendet. Zeit, die eigentlich dazu genutzt werden könnte, genau dafür zu arbeiten, wofür man das Studio ursprünglich besucht hat.

In einer so schnelllebigen Zeit ist es schon schwierig genug, ausreichend Freiräume für die körperliche Betätigung zu schaffen. So macht es nur Sinn, dass die Zeit, die im Studio verbracht wird, auch effektiv genutzt wird.

Natürlich wird man von sich selbst behaupten, dass man in seinen Workouts immer fokussiert ist und nicht im Ansatz daran denkt, wertvolle Zeit zu verschwenden. Aber Hand aufs Herz: wie viel Zeit geht für Smalltalk, Social Media und kleine Tagträume verloren?

Der Kontakt zu Freunden und Gleichgesinnten gehört im Sport dazu. Zieht dabei aber mehr als eine Stunde ins Land, bevor man die erste Hantel in der Hand hält, läuft etwas falsch. Schnell wird ein Schuldiger gesucht, der für den mangelnden Fortschritt verantwortlich ist.

Bevor man aber kleinste Details seiner Trainings- und Ernährungsplanung hinterfragt, sollte man zuerst einen Blick auf die Dinge werfen, die ein erfolgsversprechendes Workout torpedieren. Dafür können erfahrungsgemäß mehrere Übeltäter ausgemacht werden.

#1 – Das Smartphone

Den wohl größten negativen Einfluss auf ein fokussiertes Workout liefert der kleine elektronische Freund. In einer Zeit, in der Menschen nicht mehr ohne ihren kleinen Computer in der Hosentasche leben können, fällt es schwer, ihn in der Umkleidekabine zu lassen.

Ohne Frage kann ein Smartphone atemberaubende Dinge vollbringen, aber benötigt man es wirklich in jeder Situation? Müssen Benachrichtigungen immer und immer wieder gecheckt werden? Noch fragwürdiger: ist man wirklich so gelangweilt im Studio, dass man kontinuierlich vom Smartphone unterhalten werden muss?

Viel besser: wenn man sich zu den Menschen zählt, die nicht ohne ihr Smartphone leben können, kann man davon ausgehen, dass es im Training zeitraubend wirkt. Das Texten und Posten während des Workouts wird dafür sorgen, dass andere Studiobesucher nicht begeistert sein werden, wenn Maschinen und Hanteln dadurch ständig blockiert sind.

Zusätzlich bremst man seine eigenen Erfolge aus und verschwendet kostbare Zeit, die sinnvoller genutzt werden könnte. Auch wenn man es nicht gerne hört, sollte man in dieser Situation das Telefon im Auto oder in der Umkleide lassen und sich lieber darauf fokussieren, Grenzen im Training zu überschreiten.

Das Smartphone lenkt ab und verhindert den Fokus auf das Training.

#2 – Planlose Einheiten

Geht man täglich zur Arbeit und improvisiert? Kommt man ins Büro, schaut sich um und macht eben das, was einem am besten gefällt? Das ist in den wenigsten Situationen der Fall. Wieso sollte man dann im Studio anders handeln und ohne Plan trainieren? Würde man ein Haus bauen, ohne vorher die genauen Zeichnungen ausgearbeitet zu haben?

Ein Trainingsplan muss nicht bis ins kleinste Detail ausgearbeitet sein und kann Freiraum für spontane Anpassungen lassen. Trotzdem ist ein Grundgerüst entscheidend. Ohne ein Ziel wird die Zeit im Studio verschwendet.

Möchte man Kraft aufbauen? Seine Muskeln zum Wachsen bringen? Fett verlieren? Sätze, Wiederholungen, Volumen und Frequenz basieren auf dem gesteckten Ziel. Nur wenn dieses klar und deutlich formuliert ist, kann man sich im Training auch darauf fokussieren.

Der Erfolg beginnt also schon am heimischen Schreibtisch, wenn man sich in einer stillen Minute aufschreibt, was man genau von seinem Training erwartet und welches Ziel am Ende des Tages erreicht werden soll.

#3 – Übermäßiges Ego

Eine Sache, die man in jedem Studio in hohem Übermaß finden kann, ist das gute, alte Ego. Jeder kennt die Gymbros, die versuchen, sich gegenseitig zu übertrumpfen, die Neulinge, die versuchen, wie alteingesessene Hasen zu trainieren, oder die Damen, die ihre knappen Leggings nicht aus funktionellen Gründen tragen.

Das Studio gleicht wahrhaftig einem Zoo, in dem jeder Sportler um Aufmerksamkeit und Dominanz buhlt. Das Lustige an der ganzen Sache ist, dass während der ganze Zirkus rund um das eigene Ego stattfindet, überhaupt nicht darauf geachtet wird, effektiv und schwer zu trainieren.

Auch wenn es schmerzhaft und unvorstellbar ist, muss das eigene Ego spätestens an der Studiotheke abgegeben werden. Jeder wird jetzt von sich behaupten, dass man das bereits macht und keinen großen Wert auf sein Ego legt.

Fakt ist aber, dass jeder ein bisschen davon mit sich trägt. Etwas mehr Gewicht auf die Stange zu laden als man eigentlich bewältigen kann, abgefälschte Wiederholungen in den letzten Sätzen oder wichtige Aufwärmsätze überspringen. Kaum ein Athlet wird sich davon lossprechen können.

Wichtig ist, dass man nicht versucht, den Berg hinauf zu sprinten, sondern das Bodybuilding als Reise sieht, bei der man Schritt für Schritt seinem Ziel näher kommt.

Das Studio ist nicht der richtige Ort, um die Damenwelt zu beeindrucken.

#4 – Das Studio als Club

Lässt man seinen Blick durch das Studio schweifen, besteht der einzige Unterschied zwischen den Trainingsräumen und der örtlichen Bar lediglich darin, dass die Bar Alkohol ausschenkt.

Nicht selten kommt es einem vor, als ob ein Großteil der männlichen Studiobesucher sich zum munteren Abhängen zusammenfindet, um gemeinsam Ausschau nach attraktiven Damen zu halten. Dabei wird oft gar nicht bemerkt, dass damit der Raum blockiert wird, den Athleten, die wirklich trainieren wollen, benötigen.

Zwischen einzelnen Sätzen ist ein kleiner Smalltalk vollkommen in Ordnung. Nicht selten ist das Studio ein Ort, an dem Beziehungen und Freundschaften entstehen. Das darf aber in keinem Fall die Hauptmotivation für den Besuch werden.

Man muss kein Einsiedler werden und mit Scheuklappen durch den Trainingsbereich wandern. Mit ein wenig Intelligenz wird man wissen, wann hart trainiert werden muss und wann genügend Zeit vorhanden ist, um sich seiner Sozialisierung zu widmen.

#5 – Exorbitante Pausenzeiten

Wenn es um die Gestaltung der Trainingsparameter geht, werden die Pausenzeiten letztendlich vom Ziel des Trainings bestimmt. Warum aber gibt es so viele Hobbysportler, die sich augenscheinlich mehr im Pausenmodus als unter Hantel befinden?

Verlängerte Pausenzeiten helfen dem Körper dabei, sich mehr zu erholen, sodass die Kraft im nächsten Satz wieder vollständig verfügbar ist. Aber wie viel ist dabei genug?

Besteht das Ziel in der Entwicklung von Muskelmasse, bieten sich kurze und moderate Pausenzeiten an. Die Muskelfasern müssen über die Sätze hinweg ermüdet werden, damit Reize gesetzt werden, die sie in der Regenerationsphase dazu zwingen, zu wachsen.

Wer mehr als vier Minuten pausiert, wird den Hauptteil seiner Anstrengungen lediglich auf die Kraftentwicklung legen. Auch hier sollte man sich nicht seinem Ego beugen und deshalb länger pausieren, weil man dadurch im nächsten Satz mehr Gewicht bewegen kann. Für erfolgreichen Muskelaufbau startet man spätestens nach zwei Minuten in den nächsten Satz.

Erfahrungsgemäß sind viele anfänglich motivierte Hobbysportler nach kurzer Zeit mit ihren Erfolgen unzufrieden. Schnell wird dann nach komplexen Systemen und trendigen Trainingsplänen gesucht, ohne zu Bedenken, dass der Hund eventuell woanders begraben liegt. Wer ehrlich mit sich selbst ist und sein Training hinterfragt, wird feststellen, dass eventuell wenig Effektivität in den einzelnen Workouts zu finden ist und man sich lieber darum kümmern sollte, als direkt der nächsten Modeerscheinung nachzujagen.


Quelle: muscleandstrength.com/Articles/7-ways-youre-wasting-time

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