Ungeschriebenes Gym-Gesetz

7 Regeln, die nicht gebrochen werden dürfen!


Als soziales Wesen bewegt sich der Mensch immer in Gruppen. Damit das Zusammenleben auch einwandfrei funktioniert, haben sich über die Jahre hinweg Verhaltensmuster etabliert, die jedem Individuum eine Orientierung geben sollen. Diese Verhaltensmuster können abhängig von Ort und Zeit variieren. Eine Person, die in Afrika geboren wurde und nur die Bräuche und Sitten ihres Stammes kennt, verhält sich anders als eine Person, die in der westlichen Welt aufgewachsen ist. Unabhängig davon, welchen Hintergrund man hat, befindet man sich immer in einem System, in dem bestimmte Regeln gelten. Das gilt für den Kindergarten, die Schule, den Job und auch für das Fitnessstudio.

Obwohl es den meisten Menschen leicht fällt zu akzeptieren, dass in öffentlichen Einrichtungen klare Regeln gelten, bildet das Fitnessstudio unerklärlicherweise oft eine Ausnahme.

Während man sich in öffentlichen Verkehrsmitteln zu benehmen weiß, auf das Rauchverbot in Restaurants achtet oder die Bücherei nur leise betritt, werden beim Check-In im Gym alle Manieren über Bord geworfen.

Dabei könnte es doch so einfach sein. Wenn man sich nur ins Gedächtnis rufen würde, dass man all die Sachen, die man in den eigenen vier Wänden oder auf der Arbeit niemals machen würde, auch im Studio außen vor lässt, wäre allen Athleten geholfen. Klingt simpel, oder?

Leider benötigen die meisten Hobbysportler klare Grenzen. Aus diesem Grund bilden die folgenden Regeln den Mindeststandard, der befolgt werden sollte, damit auch das Studio zu einem Ort wird, an dem man zivilisiert leben kann.

#1 – Hör‘ auf nach Frauen zu geiern!

Auch wenn viele Hobbysportler eigentlich nur wegen der Frauen und nicht wegen dem Wunsch nach mehr Muskelmasse das Studio besuchen, bedeutet das nicht, dass der weibliche Gegenpart dasselbe Ziel verfolgt.

Gerade dann, wenn das Zielobjekt optisch sehr ansprechend ist, kann man davon ausgehen, dass die Dame bereits einen Verehrer Zuhause sitzen hat und wirklich im Studio ist, um zu trainieren.

Nachdem man nun bereits eine Stunde versucht hat, seinen unwiderstehlichen Vibe zu übermitteln und sich schließlich testosterongeladen dazu überwindet, den ersten Kontakt zu suchen, wird man in den meisten Fällen eine Abfuhr erhalten, noch bevor der erste Satz gesprochen wurde.

  • Wie macht man es besser?

Wenn man das Training liebt, ergibt es natürlich Sinn, seine bessere Hälfte auch im Studio zu suchen, weil man direkt weiß, dass ein gemeinsames Hobby verfolgt wird. Es geht jedoch um das in Kontakt treten. Wer schon sabbernd kaum ein Wort vor Geilheit herausbekommt, wird keinen Treffer landen.

Im Idealfall beginnt man das Gespräch nicht mit einem Kompliment über den Körper. Ein viel banaleres Thema zum Anfang wird den Einstieg erleichtern – die verzwickte Parkplatzsituation oder das aktuelle Wetter beispielsweise.

Erkennt man die Angebetete dann das nächste Mal im Studio, hat man schon eine Basis, auf der aufgebaut werden kann. Schritt für Schritt natürlich. Dass man nicht mit der Tür ins Haus fällt, hat auch den Vorteil der Verwirrung. Sie wird sich fragen, warum nicht direkt nach der Nummer gefragt wurde und entwickelt dadurch eventuell mehr Interesse.

#2 – Teile nicht deine „Trainingsweisheiten“!

Es ist in den wenigsten Fällen sinnvoll, seine Weisheiten im Studio breitzutreten.

Dafür gibt es lediglich zwei Situationen, in denen man die Erlaubnis hat, sein Fachwissen zu beweisen:

  1. Eine Person fragt direkt nach einem Rat.
  2. Eine Person befindet sich in akuter Lebensgefahr.

Wenn man also das nächste Mal einen Sportler sieht, der nur halbe Beugen ausführt oder die Hantel beim Bankdrücken bouncen lässt, sollte man einfach darüber hinwegsehen. Für jede Person, die man belehrt, gibt es eine Million weitere, bei denen es nicht funktioniert. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen.

Zusätzlich weiß man auch nicht, mit welchem Ziel diese Personen trainieren. Vielleicht gibt es einen Grund für die komplett überladenen und halben Kniebeugen? Das ist eine anerkannte Methode unter Powerliftern, auch wenn es natürlich im örtlichen Studio eher ein Ego-Ding ist.

  • Wie macht man es besser?

Der beste Weg, um Menschen etwas beizubringen, ist der, selbst motivierend auf sie wirken. Wenn man einen Körper entwickelt, der andere Sportler inspiriert, werden die Menschen von ganz alleine fragen, wie man es so weit gebracht hat.

Man muss sich nur einmal selbst hinterfragen. Wie oft hat man schon einen perfekt trainierten Sportler gesehen und sich nicht gefragt, wie er trainiert oder was auf seinem Teller landet? Dieser Typ sollte man sein!


Man sollte Tipps und Ratschläge anderen Trainierenden nur dann entgegenbringen, wenn man explizit gefragt wird oder aufgrund von Gefahr unbedingt gehandelt werden muss.


#3 – Respektiere den persönlichen Freiraum!

Jeder kennt diesen Typen, der sofort bereitsteht, wenn man sich gerade für einen schweren Satz auf der Bank positioniert. Oder den, der plötzlich seine Gewichte auf die Stange laden möchte, obwohl man sie selbst noch nutzt.

Wer noch nie an seine Grenzen gegangen ist, wird einen ungestörten Fokus nicht zu schätzen wissen. Trainiert man aber schwer, weiß man, dass pure Konzentration notwendig für nervenaufreibende Sätze ist.

Gut zu erkennen ist das bei Gewichthebern. In einem waschechten Gewichtheberstudio wird jedem Athleten Platz gelassen. Kein Gewichtheber würde in das Blickfeld eines anderen laufen, wenn er sieht, dass dieser sich gerade auf einen Maximalversuch vorbereitet.

  • Wie macht man es besser?

Natürlich muss man sich nicht an der Samurai-Etikette eines olympischen Gewichthebers orientieren. Trotzdem sollte man eine gewisse Sensibilität dafür entwickeln zu erkennen, in welchen Situationen etwas Zurückhaltung angebracht ist.

Das Studio ist ein öffentlicher Ort, an dem jeder Anwesende sich an Regeln zu halten hat. Regeln, die man auch in einer Poststation oder im Supermarkt beachten würde. Deshalb sollte man im Zweifel immer etwas Abstand halten.

#4 – Räum‘ deine Sachen auf!

Gewichte und Hanteln überall im Studio zu verteilen, ist die wohl schlimmste Angewohnheit, die heutzutage bei vielen zur Normalität geworden ist. Lustig dabei ist, dass Sportler, die es im Studio nicht auf die Kette bekommen aufzuräumen, in den eigenen vier Wänden oftmals penetrant auf Ordnung achten.

Die Gewichte unsortiert herumliegen zu lassen ist nicht nur gefährlich, sondern erweckt auch den Eindruck, dass ein Gerät oder eine Hantel noch in Benutzung ist, obwohl ein anderer Sportler sie vielleicht schon verwenden könnte.

  • Wie macht man es besser?

Das ist nicht schwierig. Wer es Zuhause schafft aufzuräumen, bekommt das auch im Studio hin. Man muss nicht päpstlicher sein als der Papst und den Dreck von anderen wegräumen. Wenn aber jeder Athlet seine Hanteln zurücklegt, ist jedem geholfen!

#5 – Zeig‘ nicht jedem, wie Hardcore du bist!

Warum? Weil du es nicht bist. Klar, wenn man einen schweren Satz Kreuzheben ausführt, wird man das Gewicht nicht federleicht und ohne ein kleines Grunzen auf den Boden senken lassen – das ist in Ordnung. Nicht in Ordnung ist die Tatsache, dass einige Athleten es lieben, ihr Workout zu einem dramatischen und barbarischen Akt zu machen.

Blickt man auf einige der stärksten und erfolgreichsten Athleten, erkennt man, dass alle von ihnen zwar wild und extrem, aber gleichzeitig auf eine ruhige Art und Weise trainieren. Keinem dieser Ausnahmesportler wird es einfallen, unglaublich laut zu schreien. Die meisten von ihnen richten ihre Energie nach innen anstatt nach außen.

  • Wie macht man es besser?

Kein Gejohle, kein Schreien, kein Stampfen – auch nicht zum Beeindrucken. Wirklich beeindruckend sind die Athleten, die hohe Gewichte bewegen und dabei einen entspannten Gesichtsausdruck an den Tag legen.


Es ist nicht angebracht, immer und immer wieder darauf aufmerksam zu machen, wie „Hardcore“ man doch ist.


#6 – Sei ein Meister der persönlichen Hygiene!

Die Studiohygiene ist ein vielseitiges Thema. Unter anderem geht es um die Duschfrequenz, gewaschene Kleidung, die Nutzung von Deo und Parfum oder auch die Fußpflege.

Jeder wird sich wohl schon an das eine oder andere Workout erinnern, bei dem ein Kerl so stark gestunken hat, dass man sich kaum auf sein eigenes Training konzentrieren konnte und dachte, dass man beim nächsten Atemzug erkrankt.

Gestank ist nicht nur peinlich für einen selbst, sondern stört auch alle anderen Sportler.

  • Wie macht man es besser?

Die Antwort ist offensichtlich. Tägliches Duschen, ein effektives Deo, einmaliges Benutzen von Sportkleidung – mehr benötigt es nicht!

#7 – Mach‘ das Studio nicht zu deinem persönlichen Fotostudio!

Nimmt man Videos auf, um seine Technik zu analysieren, ist das vollkommen akzeptabel. Wichtig dabei ist nur, dass man niemanden mit seinen Aufnahmen stört. Anders sieht die ganze Sache aus, wenn das Studio dazu genutzt wird, um einen hollywoodreifen Blockbuster zu drehen.

  • Wie macht man es besser?

Ist man wirklich der Instagram-Fitness-Influencer, für den man sich hält, hat man sicherlich genug mit Kooperationen und Werbeeinnahmen verdient, um sich ein professionelles Fotostudio zu mieten. So stört man auch nicht die Athleten, die wirklich trainieren wollen.

Es gibt einen Charakterzug, der sich „Liebenswürdigkeit“ nennt. Wenn man auf die Gefühle anderer Menschen achtet, ihre Wünsche über die eigenen stellt und Konflikten gerne aus dem Weg geht, ist man liebenswürdig. Leider fehlt es vielen aggressiven, zielorientierten Sportlern an genau diesem Charakterzug. Wenn man sich jetzt angesprochen fühlt, sollte man hinterfragen, ob man wirklich nur körperlich oder auch persönlich bewundert werden möchte. Denn einem Arschloch nützt auch der beste Körper nichts.


Quelle: t-nation.com/opinion/the-7-gym-rules-never-to-break

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