7 Wahrheiten über den Kraftsport: Was du wirklich wissen musst!


Es liegt in der Natur des Menschen, Dinge unnötig zu verkomplizieren. In Bezug auf den Kraftsport im Speziellen sieht das Ganze logischerweise nicht anders aus. Für gewöhnlich suchen Anfänger direkt zu Beginn ihrer Trainingskarriere nach den exotischsten Trainingsprogrammen und setzen sich darüber hinaus die größtmöglichen Ziele, so unrealistisch sie auch im ersten Moment klingen mögen. Dabei würde es für die meisten ambitionierten Kraftsportler ausreichen, nach einigen wenigen Grundsätzen zu verfahren. Wir haben euch nachfolgend sieben davon aufgelistet!

#1 – Es geht nicht wirklich um das Trainingsprogramm, sondern um das, woran du glaubst!

Egal welchem Programm du folgst und wie viele Sätze oder Wiederholungen du machst, das Wichtigste ist immer die Überzeugung, mit der du an die Sache herangehst. Selbst ein durchschnittliches Trainingsprogramm kann großartig werden, wenn du dich ihm hundertprozentig hingibst. Wenn du voll und ganz hinter deiner Trainingsmethode stehst, dann kann dich nichts mehr aufhalten. Die meisten Trainingsprogramme habe alle die gleichen Basisübungen, daher geht es nicht wirklich um das Programm an sich. Der Schlüssel zum Erfolg ist, mit vollem Einsatz dabei zu sein.

#2 – Setze dir kleine Ziele und erreiche Großes!

Viele Menschen überschätzen ihre Fähigkeiten zur disziplinierten und nachhaltigen Umsetzung bestimmter Trainingsprinzipien. Man kann auch sagen, dass sie die Schwierigkeit des Weges zum Erfolg unterschätzen. Ihre Ziele, der Grad ihres Engagements und ihre Leistung passen nicht zusammen. Dieses Problemen haben wir alle einmal. Ein typisches Beispiel ist der 60 Kilo schwere Anfänger, der sich gerade erst im Studio angemeldet hat und jetzt über den Sommer 20 Kilo Muskelmasse zulegen und 100 Kilo auf der Bank drücken will.

Die Begeisterung ist zwar bewundernswert, aber du wünschst dem Teenie wenigstens ein bisschen mehr Realitätsbewusstsein. Jetzt können wir alle darüber lachen, vor allem deshalb, weil wir alle schon einmal an dem Punkt waren – nur bleiben viel zu viele in dieser Traumwelt stecken. Ihr Ehrgeiz und ihre Leistung sind nicht auf einer Stufe mit ihren Zielen.

Dieses Problem kann man folgendermaßen lösen!

Setze dir zunächst kleinere Ziele. Ein Fortschritt im Kraftraum, egal wie klein, ist immer noch ein Fortschritt. Jeder, der sich über Fortschritt beschwert, eventuell weil er nicht gerade groß ist, hat das Ganze noch nicht verstanden. Anstatt groß zu denken, mache kleine Schritte und sei etwas demütig!

Wenn du jetzt 150 Kilo beugst, setze alles daran, 155 Kilo zu beugen. Schaue niemals zu weit nach oben. Berechne nicht, wo du möglicherweise sein könntest. Finde heraus, was du realistischerweise als nächstes erreichen kannst, dann wirst du auch die 155 knacken und schon bald 160 auflegen können. Konzentrierst du dich weiter auf die kleinen Fortschritte und bringst das Engagement auf, das du jeden Tag und jede Woche aufbringen musst, dann wirst du auch schon bald die 170 Kilo beugen.

Den größten Erfolg feiern diejenigen, die den Weg zum Ziel mit Leidenschaft gehen und sich darauf fokussieren, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Der Schlüssel zum Erfolg ist, sich auch auf die unangenehmen und lästigen Seiten des Trainings einzulassen. Das Dehnen, die Rotatorenarbeit, die ungeliebten Nebenübungen. Viele Menschen visualisieren sich nur als Mr. Olympia und schwärmen sich selbst gedanklich die dazugehörigen Szenarien der Bewunderung, Anerkennung und Wertschätzung durch das soziale Umfeld vor. Der beschwerliche Weg dorthin wird hingegen ausgeblendet.


Man sollte sich immer kleine Ziele setzen und beständig an ihnen arbeiten. Dann kommt der Erfolg von ganz allein.


#3 – Es sind die unspektakulären Durchschnittstage, die das spektakuläre Resultat hervorbringen!

Je stärker du wirst, je länger du dabei bist, desto härter wird es. Es gibt keine lineare Entwicklung beim Training, zumindest bei den meisten Personen nicht. Erreichst du nach einer Weile einen bestimmten Punkt, wird es immer schwieriger, Fortschritte zu machen. Dave Tate sagte einmal, das durchschnittliche Leben eines Fitnessenthusiasten dauert etwa drei Jahre, anschließend macht er etwas Neues. Das ist in Ordnung, wir haben alle ein paar Hobbys, die wir nicht weiterverfolgt haben. Aber wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass nach drei Jahren das Training richtig hart wird und die körperliche Veränderungen sowie der Kraftzuwachs etwas ins Stocken geraten.

Es ist ganz normal etwas frustriert zu sein, wenn es zu einem Stillstand kommt. Wenn du positiv und zielstrebig bleibst, wird der große Durchbruch noch kommen. Die vielen durchschnittlichen Trainingstage, mit denen du bei fortgeschrittenem Trainingsstand leben musst, zahlen sich schließlich aus. Auf einmal brichst du nach Wochen des unspektakulären Trainings mit mäßigen Leistungen bisherige Rekorde und stellst neue auf. Dann beginnt der Zyklus wieder von Neuem und du sackst wieder in die Mittelmäßigkeit ab. Je länger du dabei bist, umso mehr durchschnittliche Tage wirst du haben, zusammen mit ein paar richtig schlechten Tagen. Du musst lernen, daran zu glauben und durchzuhalten.

#4 – Je größer die Werkzeugkiste, desto mehr Optionen hast du!

Es ist von Vorteil, wenn man möglichst viele Erfahrungen in verschiedenen Sportarten gemacht und diverse Trainingsmethoden kennengelernt hat. Als Multisportler hat man es leicht, sich auf andere Konzepte einzulassen, kann aus früheren Erfahrungen schöpfen und sie sinnvoll einbringen bei der Eingewöhnung in einen neuen Sport. Auch wenn man sich nicht immer mit allen Methoden anfreunden kann, schafft man sich doch nach und nach immer mehr Werkzeuge für seine Toolbox an und kann sich aus dieser bei Bedarf jederzeit bedienen.

Mit nur einer Denkweise ist man leicht festgefahren. Je größer aber der Werkzeugkasten ist, umso mehr Möglichkeiten hat man, wenn man sie braucht. Wenn du dich zum Beispiel an deiner Schulter verletzt und du keine Hantelstange auf deinem Rücken ablegen kannst, um zu beugen, wirst du eher auf alternative Optionen kommen als jemand, der noch nie Sport getrieben hat und nicht weiß, wie man am besten um ein Impingement-Syndrom herumtrainieren kann. Gleiches gilt für einen verschneiten Tag, an dem du nicht raus kannst, um den Prowler zu schieben oder wenn du auf Reisen bist und kein Studio in der Nähe hast. Oder wenn du im Alter irgendwann nicht mehr Bankdrücken kannst und dir Alternativen überlegen musst.

Mit einer großen Werkzeugkiste kannst du dich geschmeidig an neue Situationen anpassen, ohne an alten Überzeugungen festhalten zu müssen. Merke dir, dass du nicht alles jetzt anwenden musst. Je mehr du aber dazulernst, desto besser wirst du sein.

#5 – Was ein Mal funktioniert hat, funktioniert vielleicht kein zweites Mal!

Es ist nicht leicht, einem Mann mittleren Alters zuzuschauen, der versucht das durchzuziehen, was er mit 16 Jahren getan hat. Der Ehrgeiz mag ja einerseits bewundernswert sein, andererseits aber ist es eine Tatsache, dass wir nicht mehr dieselben Personen sind wie früher – und unser Körper ebenfalls nicht.

Das lässt sich vielleicht auf folgende Weise gut verdeutlichen: Ein Athlet steigert sich mit einer bestimmten Ernährung und einem Trainingsplan von 80 Kilo auf 100 Kilo. Er steckt bei 100 Kilo fest, ohne dass ihm klar wäre, weshalb er sich nicht auf 105 Kilo steigern kann. Die Sache ist, dass er sich durch die Gewichtszunahme verändert hat. Was vorher möglich war, geht jetzt nicht mehr. Während du dich veränderst, musst du demnach auch dein Training, deine Ernährung und deinen Geist ändern. Du kommst nirgendwo hin, wenn du dich nicht entwickelst.


Nur weil du dich mit 4000 Kalorien auf 100 Kilo hochgearbeitet hast, geht es nicht zwangsläufig weiter so mit dem Fortschritt. Du bist nun schwerer, musst dementsprechend umdenken und Veränderungen vornehmen.


#6 – Wissenschaft ist Spielerei, nichts ersetzt den gesunden Menschenverstand!

Nichts ist unterhaltsamer als die scheinbar konstante Panikmache in treffend formulierten Headlines, die durch frei interpretierte Studien zustande kommen. Du wirst für alles einen wissenschaftlichen Beleg finden, egal woran du glaubst. Es gibt so viele Experten – vor allem wenn es um das Thema Ernährung geht –, die ständig etwas aus der Forschung zitieren, nur um zu beweisen, dass ihr Weg der richtige ist. Wie könnten sie auch Unrecht haben, wenn die Wissenschaft das begründet? Lustig wird es, wenn sich ein paar selbsternannte Ernährungsgurus ein virtuelles Battle liefern, in dem sie sich gegenseitig Studien an den Kopf werfen.

Betrachten wir zur Veranschaulichung ein Unternehmen, das anderen Unternehmen Statistiken durch Erhebungen und Forschungen vermittelt. Dabei ist es nicht selten so, dass die Studien rückwärts funktionierten. Das heißt, die auftraggebenden Unternehmen sagen, was für Ergebnisse sie brauchten, und bekommen dann die Daten, um das zu beweisen. Das ist auch nicht wirklich verwunderlich, wenn man bedenkt, wie viele gegensätzliche Informationen es gibt.

Das soll aber auch nicht heißen, dass die Wissenschaft komplett ignoriert werden sollte, aber glaube nicht, dass deine Überzeugungen kritikresistent sind. Es gibt immer große Grauzonen und auch viele Lügen.

#7 – Wenn deine Methode funktioniert, zeigt sich das an den Resultaten!

Es wird immer Personen geben, die nicht einverstanden sind, finde dich damit ab. Die Kraftsportszene ist voll großer Egos und diese großen Egos sind sehr zerbrechlich – insbesondere im Zeitalter des Internets. Aber all diejenigen, die wirklich überzeugt sind, lassen sich nicht abbringen.

Es gibt so viele Menschen, mit denen man nicht einverstanden ist, aber der Gedanke daran, immer recht haben oder andere dazu bringen zu müssen, mit einem einig zu werden, ist ziemlich dämlich und verursacht nichts als Stress.

Andere überzeugen zu wollen, ist schlichtweg unnötig. Folge einfach deiner Überzeugung und mache dein Ding. Wenn dein Ding gut ist, wird es sich in den Ergebnissen zeigen. Du solltest eher jemandem zeigen, wie man Fortschritte machen kann, anstatt krampfhaft verdeutlichen zu wollen, wieso sein Konzept nicht funktioniert.


Quelle: t-nation.com/training/7-truths-about-strength-training

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