Das 20-Prozent-Experiment: Wie produktiv bist du im Gym?


Es wird dir selbst vielleicht nicht unbedingt auffallen, aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht gerade gering, dass auch du von Zeit zu Zeit einen ambitionierten Studiobesucher vom Training abhältst und ihm damit gehörig auf die Nerven gehst. Fakt ist nämlich, dass es bedauerlicherweise zu viele solcher Menschen in den Gyms dieser Welt gibt. Kaum im Fitness Studio angekommen, werfen sie ihr Handtuch auf das nächstmögliche Gerät, um dann im nächsten Schritt und noch vor dem ersten Durchgang ein halbstündiges Gespräch mit der Dame hinter der Theke zu führen. Zwischen den Sätzen muss dann natürlich das Handy herhalten, um sich bei Laune zu halten. Beim Lesen der aktuellsten Neuigkeiten wird nur gerne vergessen, dass eine Pause keine zehn Minuten dauern sollte. Wenn du keine derartige Person sein und immer das Maximale aus deinem Workout herausholen möchtest, haben wir nachfolgend einen Ansatz für dich!

Bist du eine Biene oder eine Stechmücke? – Diese Frage gilt es zunächst für sich selbst zu beantworten. Es gibt im Englischen das alte Sprichwort, dass die Biene gepriesen, die Stechmücke hingegen totgeschlagen wird. Auch wenn es nicht so scheinen mag, gibt es hier einen Zusammenhang mit dem Fitness Studio.

Der Kernpunkt ist, dass beide erwähnten Tiere ziemlich beschäftigt sind. Während die Biene aber Honig macht, fliegt die Stechmücke nur herum und benimmt sich wie ein Arschloch, um es beim Namen zu nennen. Du kennst sicher niemanden, der gerne von einem Insekt gestochen wird und danach Freudensprünge macht.

Unter dem Stich geht es schlichtweg um Produktivität. Beschäftigt zu sein bedeutet nicht automatisch, dass man auch produktiv ist. Im Gym zählt das sogar doppelt, zumindest aus der Sicht eines ambitionierten Trainierenden.

Das Experiment

Zuerst musst du herausfinden, wie lange du für ein typisches Workout brauchst. Nimm die Zeit in Minuten und ziehe 20 Prozent ab. Wenn das nächste Mal diese Trainingseinheit auf dem Plan steht, musst du versuchen, sie schneller zu beenden als zuvor.

Brauchst du normalerweise 120 Minuten für ein Workout, ziehst du 24 Minuten ab. Deine zu schlagende Zeit würde demnach 96 Minuten betragen. Eine bislang einstündige Trainingseinheit wäre jetzt nur noch 48 Minuten lang, sprich du müsstest zwölf Minuten schneller sein. Das Prinzip sollte klar sein.


Wir kennen alle die Menschen, die im Gym mehr mit ihrem Smartphone als mit dem Training beschäftigt sind.


Warum sollte man so vorgehen?

  • Weil du keine Stechmücke sein möchtest: Du willst nicht beschäftigt sein, gleichzeitig aber nichts gebacken bekommen. Eventuell quatschst du zu viel oder verlierst dich im magischen Land des Smartphones. Hin und wieder sieht man tatsächlich auch Personen, die während sie pausieren ein Buch lesen. Sei keiner dieser Menschen!
  • Weil du ein paar Pfunde zu viel mit dir herumschleppst und momentan außer Form bist: … 12-minütige Pausen zwischen Sätzen mit Bizeps Curls werden deine Fitness definitiv nicht verbessern.
  • Weil deine Arbeitskapazität zu wünschen übrig lässt: In der Lage zu sein, mehr Arbeit in der gleichen Zeit zu bewältigen, kann als Progression verbucht werden. Fortschritt wiederum ist immer gut, ambitionierte Kraftsportler lieben ihn!

Was dir vermutlich auffallen wird!

Wahrscheinlich wirst du feststellen, ein fantastisches Workout gehabt zu haben. Im Ernst, es ist durchaus möglich, dass die neue Zeitvorgabe überhaupt keine Auswirkungen auf die Übungen, Sätze und Wiederholungen hat, die du auszuführen geplant hattest. Du hast ganz einfach den Ballast aus deiner Einheit eliminiert.

Darüber hinaus wird dein Fokus geschärft. Man sagt, dass es wirkliches „Reality TV“ nicht gibt, da wir unser Verhalten unterbewusst ändern, wenn wir wissen, dass eine Kamera läuft. Dasselbe kann man wohl auch von Uhren sagen. Bist du dir bewusst, dass der Countdown auf deinem Smartphone unweigerlich abläuft, wirst du dich automatisch konzentrieren. Ganz egal, wie anziehend der Squat-Booty des Mädels ist, das gerade neben dir Kniebeugen macht.

Wenn ein Zeitlimit dein Workout akut negativ beeinflusst, dann ist das womöglich ein Zeichen dafür, dass deine Kondition nicht die beste ist. Behalte das Limit bei, versuche es weiter und der Rest wird sich von selbst erledigen.

Solltest du besonders hartgesotten sein und das Experiment ein wenig anspruchsvoller gestalten wollen, haben wir für dich eine kleine Regelverschärfung. Sobald die vorher kalkulierte Zeit für dein Workout abläuft, musst du zwingend stoppen und das Gym verlassen, auch mitten im Satz. Da wir alle das Training lieben und es einer sehr unbequemen Strafe gleicht, eine geplante Einheit zu kastrieren, wird ein derartiges Szenario mit großer Wahrscheinlichkeit maximal ein Mal eintreten. Du wirst schnell herausfinden, was bei dir für den Ballast steht und wie du ihn beseitigen kannst!


Quelle: t-nation.com/training/tip-the-20-percent-experiment

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