Der wahre Grund für das Ausbleiben deines Erfolgs


Folgendes musst du zunächst wissen:

  • Wenn du erst einmal das Anfängerstadium hinter dir gelassen hast, kommen die Muskel- und Kraftzuwächse langsamer.
  • Hör auf, dir selbst etwas vorzulügen. Es gibt kein Trainingsprogramm, das deine mangelhafte Arbeitsdisziplin verbessert.
  • Selbst wenn du das „perfekte“ Programm findest, wird es nicht für dich arbeiten. Du bist es, der ein Programm umsetzen muss! Selbst mit nicht ganz so effektiven Programmen lassen sich mithilfe einer konsequenten und zielstrebigen Umsetzung immer noch überraschend gute Ergebnisse erzielen.
  • Es gibt einen Unterschied zwischen Motivation und Disziplin. Motivation ist das Verlangen, eine Aufgabe zu erledigen oder noch allgemeiner: eine Handlung auszuführen. Disziplin ist die Fähigkeit, sich selbst dann zur Ausführung einer Handlung oder Erledigung einer Aufgabe anzutreiben, wenn man sich nicht danach fühlt.
  • Entwickle deine Trainingsdisziplin! Geh‘ auch dann ins Studio, wenn du keine Lust hast. Ein „schlechtes“ Workout ist immer noch besser als ein ausgefallenes Workout. Letztlich wirst du dich richtig gut fühlen und stolz auf dich sein, wenn du erfolgreich gegen den inneren Schweinehund gekämpft und das Training durchgezogen hast.

Ein vorhersehbares Muster

Als du mit dem Training begonnen und deine Studiokarriere gestartet hast, ließen sich Leistungssteigerungen sehr leicht erzielen. Alles lief großartig und du wurdest schnell süchtig nach dem Sport. In fast jeder Einheit konntest du bei jeder Übung einen neuen persönlichen Rekord aufstellen. Nach einer gewissen Zeit und zunächst kaum bemerkbar verlangsamten sich deine Fortschritte. Monat für Monat schrumpften die vorzeigbaren Resultate.

Verständlicherweise fängst du in so einer Situation an, deine Trainingsmethoden genauer unter die Lupe zu nehmen. Du durchsiebst dein Trainingstagebuch, um Anhaltspunkte zu finden, die dir bei der Optimierung weiterhelfen könnten. Du fängst an, Artikel zu lesen, Videos zu schauen und dich mit deinen Trainingspartnern darüber auszutauschen, denn offensichtlich machst du ja etwas falsch.

Aber ist das wirklich der Fall und wenn ja, was genau musst du machen? Es ist wesentlich bequemer, den Fehler in der Wahl des falschen Trainingsprogramms zu suchen, als sich mit dem Umstand auseinanderzusetzen, dass man ein Programm schlecht umsetzt.

Magische Methoden, magische Übungen

Diese Suche nach äußeren Fehlern, die durch das Ausblenden von möglichen Defiziten der inneren Einstellung bedingt wird, zeigt sich dann typischerweise in der Form einer Suche nach „magischen“ Trainingsprogrammen und „magischen“ Übungen. Wann immer du auf Informationen über ein neues (oder auch nur scheinbar neues) Trainingssystem stößt, erweist es sich als sehr verlockend, sich der Illusion hinzugeben, dass man endlich die Antwort auf all die Fragen gefunden hat, die sich infolge schwindender Erfolge aufzuwerfen begonnen haben.

Vielleicht ist ja die täglich durchgeführte Kniebeuge die Lösung für alle Probleme? Oder Menzers HIT? Oder CrossFit? Oder Wendlers 5/3/1? Oder olympische Lifts, oder oder oder…

Obwohl diese Methoden und Übungen alle ihre Vorteile haben, sind sie sehr wahrscheinlich nicht die Lösung deines Problems. Wenn du jemals der Versuchung erlegen bist, dass deine ausbleibenden Fortschritte solcherlei äußeren Faktoren zuzuschreiben sind, musst du dir keine Vorwürfe machen, denn wir alle haben das schon einmal am einen oder anderen Punkt unsere Karriere getan. Es liegt schlicht in der Natur des Menschen, die Gründe für sein Scheitern außerhalb seiner selbst zu suchen. Oftmals führt diese menschliche Verhaltensweise dich aber bei der Problemdiagnose in die Irre.


Das beste Trainingssystem bringt nichts, wenn es an der Umsetzung hapert.


Zwei Wahrheiten über das Training

Es ist egal, welche Trainingsmethode du anwendest, welche Übungen du durchführst, wie du dich ernährst oder welche Supplements du nimmst – wenn du nicht auf lange Sicht konsequent und hart arbeitest, wirst du nicht mit den Resultaten belohnt werden, die du dir wünschst.

Der gemeinsame Nenner aller Faktoren, die zur Realisierung des Erfolgs berücksichtigt werden müssen, ist nicht die jeweils gewählte Methode, sondern du selbst! Es mag vielleicht besonders schwer fallen, diese Wahrheit zu akzeptieren, aber es gibt auch eine positive Seite: Du selbst hast die volle Kontrolle bei der Bekämpfung des Problems. Es kostet dich kein Geld, sondern höchstens Geduld, dich zu disziplinieren und einmal errungene Erfolge auf diesem Gebiet kann dir niemand mehr wegnehmen.

Wahrheit 1

Wenn du als Athlet erfahrener wirst, musst du mehr und mehr Anstrengungen für immer magerer ausfallende Erfolge unternehmen. Ein Anfänger kann beim Beugen Woche für Woche fünf Kilo mehr auf die Hantel packen, aber nach acht Jahren Trainingskarriere freut sich ein Athlet schon über fünf Kilo mehr pro Jahr.

Alle Formen der biologischen Adaption folgen diesem Muster eines erhöhten Reizbedarfs und einer sich verringernden Anpassungsleistung des Körpers. Je näher du deinem genetischen Limit kommst, desto langsamer und kleinteiliger vollzieht sich der Adaptionsprozess. Dieser Aspekt findet deshalb Erwähnung, um dich an die zugegebenermaßen deprimierende Tatsache zu erinnern, dass Leistungsplateaus ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr vermeidbar sind. Das heißt nicht, dass du die falschen Methoden gewählt hast oder sonst irgendetwas falsch machst.

Wahrheit 2

Selbst die besten Methoden erfordern harte Arbeit. Auch wenn du das „perfekte“ Trainings- und Ernährungsprogramm oder die „magische“ Übung entdeckt zu haben glaubst  – die es selbstverständlich so nicht gibt – wird das alles nichts bringen, wenn du nicht hart und konsequent mit den gewählten Mitteln arbeitest. Wie schon erwähnt, können auch mit suboptimalen Methoden gute Ergebnisse erzielt werden, wenn die Einstellung stimmt.


Auch wenn es an manchen Tagen nicht leicht ist, sich fürs Training aufzuraffen, sollte man dennoch ins Gym gehen.


Die wahre Lösung: Disziplin

Eine Menge Leute verwechseln Motivation und Disziplin. Wir haben oben schon gesehen, dass Motivation als treibendes Verlangen nach der Erfüllung einer Aufgabe oder einer Handlung begriffen werden kann, während Disziplin vielmehr als die Fähigkeit zur Motivation ohne Motiv beschrieben werden kann. Disziplin ist die Kompetenz, trotz der Abwesenheit eines handlungstreibenden Motivs die entsprechende Handlung dennoch auszuführen!

Disziplin ist die vielzitierte und meist nicht gefundene „magische“ Lösung all deiner Probleme. Disziplin ist ein einfach zu verstehendes, aber nur schwierig umzusetzendes Konzept. Es gibt keine Abkürzungen oder Vereinfachungen, sie kann auch nicht angelesen oder erdacht werden. Wir alle müssen dafür mit uns selbst in den Ring steigen und einen oftmals harten Kampf ausfechten. Keiner bekommt ein Freilos, aber Disziplin kann mithilfe einiger „Eselsbrücken“ erfolgreich entwickelt werden.

Trainiere deine Disziplin, wie du einen Muskel trainieren würdest. Starte mit kleinen Herausforderungen. Vielleicht bist du heute erschöpft und würdest unter normalen Umständen deine Trainingseinheit an so einem Tag ausfallen lassen. Zwinge dich in solch einer Situation dazu, dennoch ins Studio zu gehen, selbst wenn nur ein mittelmäßiges Training dabei herausspringt. Mache einfach, was du kannst.

Eine Menge positiver Phänomene werden dir auffallen, wenn du dich auf diese Weise selbst forderst:

  • Das Training wird gar nicht so schlimm sein, wie du es dir im Vorfeld vorgestellt hast.
  • Wahrscheinlich wird dein Workout sogar besser sein, als du es dir vorher ausgemalt hast. Ein „schlechtes“ Training ist wertvoller als ein ausgelassenes Training. (Dieser Grundsatz gilt nur dann nicht, wenn du dein Nerven- und/oder Hormonsystem über Wochen hinweg ernsthaft überbelastet hast, aber von diesem Sonderfall ist hier nicht die Rede. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier!)
  • Du wirst dich erstaunlich gut fühlen, wenn du dich erst einmal gegen den berüchtigten „inneren Schweinehund“ durchgesetzt hast und ins Training gegangen bist, obwohl du eigentlich überhaupt nicht in der Stimmung warst.
  • Diese Erfahrungen lassen es sehr viel wahrscheinlicher werden, dass du auch am nächsten Tag mit entsprechender Disziplin ans Werk gehst und sich möglicherweise sogar auf andere Lebensbereiche übertragen. Eine erfolgreiche Disziplinierung deiner selbst schlägt auf alle anderen sozialen Handlungsfelder durch, in denen du tätig bist. Das heißt also auch, dass du dir in manchen Fällen die Disziplin zunutze machen kannst, die du in anderen Bereichen (wie etwa vielleicht in deinem Beruf oder auch in einem bestimmten Hobby) aufbringst, im Training aber vermissen lässt. Es spielt also gar keine so große Rolle, wo du die Quelle für deine erfolgreiche Disziplinierung findest, solange du sie auch im Kontext deines Trainings kultivieren kannst.

Quelle: t-nation.com/opinion/the-real-reason-youre-not-making-gains

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