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Die Auswirkungen von Sex auf Kraft und Leistung


Killt Sex meine Gains?” – Diese Frage ist zwar etwas überspitzt formuliert, aber so oder so ähnlich hat sie sich vielleicht schon einmal der eine oder andere Trainierende selbst gestellt. Im nachfolgenden Beitrag werden wir daher darauf eingehen, wie sich Geschlechtsverkehr auf unsere Hormone und die eigene Leistungsfähigkeit im Training auswirken kann!

Als Bodybuilder befinden wir uns immer in einer konstanten Balance zwischen Training (Stress) und Erholung. Man verpasst dem Körper einen Reiz und lässt ihn dann eine Anpassung vornehmen. In Bezug auf Sex und die Leistung beim Sport gibt es eine Vielzahl an Aussagen, die getroffen werden. Das reicht von “kein Sex in der Nacht vor dem wichtigen Wettkampf” bis hin zu “Sex vor dem Training minimiert deine Testosteronwerte und sorgt somit dafür, dass du weniger Leistung erbringst”. Doch was davon stimmt wirklich und was ist eher nur eine Halbwahrheit?

Das passiert beim Sex und beim Orgasmus in unserem Körper

Bevor es zum eigentlichen Spektakel kommt, durchläuft unser Körper eine Phase der Erregung. In dieser mehr oder weniger langen Zeit kommt es zu einer Ausschüttung von diversen Stresshormonen, wie beispielsweise Cortisol und sogenannten Catecholaminen, wie beispielsweise Adrenalin. Manche Studien zeigen auch eine Erhöhung des Testosteronspiegels, allerdings sind die Ergebnisse hier nicht wirklich eindeutig.

Sobald es dann zum eigentlichen Geschlechtsverkehr kommt, werden Hormone wie Oxytocin ausgeschüttet, das unter anderem für ein Gefühl der Verbundenheit sorgt und stressabbauend wirkt. Findet ein Orgasmus statt, erreicht das Oxytocin ebenfalls seinen Höhepunkt und ein weiteres Hormon namens Prolaktin wird ausgeschüttet. Dieses Hormon wird in dieser Phase sowohl bei Frauen als auch bei Männern freigesetzt, obwohl die Ausschüttung beim männlichen Geschlecht deutlich stärker ist. Durch Prolaktin kommt es nach dem Geschlechtsverkehr zu einem verminderten Verlangen nach Sex und der bekannten Schläfrigkeit, unter der vor allem Männer oft nach dem Liebesspiel leiden.

Die Unterschiede zwischen Masturbation und Sex

Beim Masturbieren werden bestimmte Hormone wie beispielsweise Oxytocin in geringerem Ausmaß ausgeschüttet, da dazu beispielsweise das Kuscheln beiträgt, welches ja beim Masturbieren nicht stattfindet. Man nimmt an, dass das Hand anlegen unter anderem deshalb auch weniger stimulierend oder befriediegend wirkt.

Kann man zuviele Orgasmen haben?

Haben viele Orgasmen in kurzer Zeit womöglich einen negativen Effekt auf unsere Fitness? Während es bekannt ist, dass die sexuelle Erregung für einen Anstieg des Testosterons sorgt, ist es auch bekannt, dass der Spiegel des männlichen Sexualhormons nach dem Orgasmus abfällt. Das liegt unter anderem daran, dass das ausgeschüttete Prolaktin den Testosteronspiegel nach unten drückt. Alles in allem könnten zu viele Orgasmen in einem kurzen Zeitraum also eine negative Auswirkung auf die eigenen Fortschritte im Gym haben, wenn der Testosteronspiegel dadurch stark nach unten gedrückt wird und man sich zusätzlich auch noch stark verausgabt hat.


Sex Bodybuilding

Schon der Anblick einer gut aussehenden Dame kann dazu führen, dass der Testosteronspiegel eines Mannes deutlich ansteigt.


Abstinenz

Eine Studie mit Männern konnte zeigen, dass die Testosteronlevel sich erhöhten, wenn diese abstinent von Sex blieben. Die wissenschaftliche Untersuchung zeigte zwar keine Verringerung des Testosteronspiegels in den Tagen nach einem Orgasmus, doch wenn die Männer sieben Tage keinen Orgasmus hatten, dann stieg der Spiegel des männlichen Sexualhormons signifikant an. Weitere Studien zu diesem Thema zeigen jedoch unterschiedliche Ergebnisse und somit kann hier davon ausgegangen werden, dass dieser Effekt von Person zu Person anders ist. Ob auf dem Gebiet in Zukunft noch ein eindeutiges Ergebnis zustande kommen wird, ist nicht ganz klar, da bei derartigen wissenschaftlichen Untersuchungen die Rahmenbedingungen doch deutlich anders sind als im normalen Leben und somit das Studiendesign eine erhebliche Auswirkung hat.

Sex und Leistung beim Sport

In der Ausgabe des Clinical Journal Of Sports Medicine aus dem Oktober 2000 wurde zu diesem Thema ein sehr guter wissenschaftlicher Artikel veröffentlicht. Dort geben die Autoren an, dass es keine Einschränkungen der Leistung gibt, wenn der Geschlechtsverkehr acht bis zwölf Stunden vor dem Wettkampf stattfindet. Die hierfür herangezogenen Studien haben zwar ein paar leichte Qualitätsmängel, aber trotzdem spiegeln sie die Datenlage ziemlich gut wieder. Etwas, das wahrscheinlich aber vermieden werden sollte, ist sexuelle Erregung ohne nachfolgenden Orgasmus, auch wenn das durch den derzeitigen wissenschaftlichen Stand nicht eindeutig bewiesen werden kann.

Ruhe und Regeneration

Da Sex entspannend wirkt, kann davon ausgegangen werden, dass er die Regeneration fördert, solange es sich dabei nicht um extrem verausgabende Aktivitäten handelt. Dafür braucht man eigentlich keine Wissenschaft, doch auch hierfür exisiteren Daten, die diese Aussage unterstützen. Nach dem Sex kommt es nämlich zum Absinken der Dopaminlevel in unserem Gehirn, wohingegen die Serotoninwerte ansteigen. Gemeinsam mit dem Absinken von Stresshormonen wie Cortisol führt das zu einem entspannten und zufriedenen Zustand, der durchaus positive Auswirkungen auf unsere Regeneration haben kann.

Zusammenfassend kann also gesagt werden:

  1. Sex hat eine relaxierende und erholsame Wirkung und könnte daher positiv für die Regeneration sein.
  2. Kuscheln nach dem Sex könnte durch eine weitere Verringerung von Cortisol die Regeneration noch stärker fördern.
  3. Männer können durch sexuelle Erregung ihren Testosteronspiegel und möglicherweise auch ihre Kraft erhöhen.
  4. Sex nach dem Training kann vor allem für Männer eine willkommene Regenerationsstrategie sein.
  5. Ob Geschlechtsverkehr vor dem Training die nachfolgenden Leistungen negativ beeinflusst, kann nicht ausdrücklich gesagt werden. Es scheint hier Unterschiede von Person zu Person zu geben.
  6. Es gibt Hinweise darauf, dass das Verzichten auf Sex beziehungsweise auf Orgasmen für fünf bis sieben Tage positive Auswirkungen auf den Testosteronspiegel hat. Inwiefern sich das allerdings auf das Training positiv auswirkt, ist noch nicht geklärt.

Fazit

Alles in allem sollte man sich über dieses Thema zwar Gedanken machen, aber nicht zu sehr den Kopf zerbrechen und daher vor allem auf Erfahrungen aus der Praxis setzen. Dass verausgabender Sex direkt vor dem Training durch die Anstrengung zu einer etwas schlechteren Leistung führen kann, sollte aber fast jedem bewusst sein. Nach einem intensiven Workout kann er dafür eine willkommene Entspannungsmethode sein, die auch die Regeneration fördert!


Quelle: t-nation.com/living/sex-lifting-and-sports-performance




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