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Fluchen vor dem Satz um stärker zu werden?


Training, Ernährung und Regeneration sind wohl die 3 wichtigsten Punkte, wenn es um den Aufbau von einem guten Körper geht. Doch ein Faktor, den vielleicht einige Athleten unterschätzen, ist die mentale Einstellung. Kann man durch das richtige Mindset und ein paar psychologische Tricks die eine oder andere Wiederholung mehr rausholen? Jeder der schon ein bisschen dabei ist und im Laufe seines Trainings schon einige neue persönliche Rekorde aufgestellt hat, wird das mit „ja“ beantworten können. Eine neue Studie ging sogar noch weiter und untersuchte, wie sich Fluchen auf die körperliche Leistungsfähigkeit auswirken kann.

Am ersten Experiment der Wissenschaftler nahmen insgesamt 29 Leute mit einem durchschnittlichen Alter von 21 Jahren teil. Hier untersuchten die Forscher ob sich das Fluchen im Vergleich zum Aussprechen von normalen Wörtern während einem intensiven 30 Sekunden Intervall auf dem Fahrrad positiv auswirken kann. Und die Ergebnisse waren durchaus gut. So hatten die Teilnehmer, die fluchten, durchschnittlich eine 4% höhere Leistung.

An dem zweiten Experiment der Wissenschaftler nahmen 52 Probanden teil. Hier ging es eher um Kraft, genauer gesagt um die Griffkraft, welche ein sehr guter Indikator für die funktionelle Kraft ist und laut manchen Studien sogar Rückschluss auf die Lebenserwartung eines Menschen geben kann. Auch hier wurden die Teilnehmer wieder dazu aufgefordert, während dem Test zu fluchen oder ein neutrales Wort zu sagen. Und die Ergebnisse? Die Probanden, die fluchen durften, hatten im Schnitt um ganze 8% mehr Kraft!


Bradley Martyn Deadlift

Gerade beim Kreuzheben ist die Griffkraft einer der entscheidenden Faktoren.


Bei beiden Tests wurden die Studienteilnehmer allerdings dazu aufgefordert, die jeweiligen Wörter langsam und klar zu sagen. Es war also nicht so, wie wenn sich normalerweise jemand extrem aufregt und dabei fast schon schreiend herum läuft. Dr. Richard Stephens – einer der Wissenschaftler – dachte, dass die Leistungssteigerung darauf zurückzuführen sein könnte, dass man durch das Fluchen seine eigene Herzfrequenz erhöhen könnte oder es mit anderen Mechanismen zu tun hätte, die mit dem Ausstoß von Adrenalin in Zusammenhang stehen. Doch dieser Ansatz stellte sich als falsch heraus. Einer Tageszeitung berichtete der Wissenschaftler dann, dass die positiven Ergebnisse viel wahrscheinlicher deshalb zustande kamen, weil das Fluchen uns von der extremen Belastung ablenken kann.

Genauer gesagt, sagte Dr. Stephens:

„Die Wahrnehmung und das Nachlassen von Schmerz sind sehr komplexe Vorgänge. Unschöne Wörter haben einen ablenkenden Effekt. Wenn du einen Gripper (Tool um die Griffkraft zu testen) mit einer Hand so fest wie möglich zudrücken musst, dann wird das natürlich unbequem und genau das kann durch das Fluchen wahrscheinlich vermindert werden. Vielleicht ist es der emotionale Effekt dieser Wörter, der dazu führt, aber natürlich ist das zur Zeit alles noch reine Spekulation.“

Das Ganze könnte natürlich auch für Athleten interessant sein, die im Krafttraining noch das ein oder andere Prozent mehr heraus holen wollen. Denn eine Leistungssteigerung von 4 bis 8 Prozent wären immerhin 104 bzw. 108 kg statt 100 kg beim Bankdrücken.

Natürlich bleibt vorerst noch abzuwarten ob derartige Wirkungen beim Krafttraining durch Fluchen verursacht werden können oder nicht. Anhand der ersten Ergebnisse von Dr. Stephens und seinen Kollegen könnte man aber durchaus vermuten, dass sich das bestätigen wird. Wie die Wahrheit aussieht, werden dann weitere Studien klären, welche sich mit diesem Einfluss beschäftigen.


Quelle: barbend.com/study-swearing-increases-strength/

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